Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kultur Helden in Cannes: „Ein verborgenes Leben“ von Terrence Malick und eine Maradona-Doku
Nachrichten Kultur Helden in Cannes: „Ein verborgenes Leben“ von Terrence Malick und eine Maradona-Doku
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 21.05.2019
August Diehl und Valerie Pachner in einer Szene von „Ein verborgenes Leben“. Quelle: Iris Productions
Cannes

Wie viele Zweifelnde hat US-Regisseur Terrence Malick wohl schon durch sonnendurchflutete Natur irren lassen? Wie viele Unglückliche haben in seinen Filmen in raunendem Ton Gott um Beistand angefleht?

Aber dass der für seine Erbauungsästhetik berühmt-berüchtigte Cannes-Sieger Malick (“A Tree of Life“) sich von diesem österreichischen Bergbauern hat faszinieren lassen, leuchtet ein: Der tief gläubige Franz Jägerstätter verweigerte den Eid auf Hitler und den Kriegsdienst. Lieber ließ er sich 1943 auf dem Schafott hinrichten als einem falschen Götzen zu dienen. Im Drama „Ein verborgenes Leben“ ist endlich mal einer zu sehen, der mit Gott, der Schöpfung und sich selbst im Reinen ist.

Archivaufnahmen zeigen, wie die Deutschen Hitler anbeteten

Wie die Deutschen Hitler angebetet haben, zeigt Malick in Archivaufnahmen: Spalierstehende Menschen hängen mit leuchtenden Augen an ihrem „Führer“. Jägerstätter (August Diehl) aber geht unangefochten seinen Weg.

„Wenn Gott uns einen freien Willen zugesteht, dann sind wir auch verantwortlich“, sagt er und treibt die Hitler-Gläubigen um sich herum zur Weißglut. Nur seine Frau Fani (Valeria Pachner) akzeptiert, dass hier einer um die innere Freiheit eines Christenmenschen ringt.

Im „deutschesten Film“ wird Englisch gesprochen

„Ein verborgenes Leben“ ist der „deutscheste“ Film, der in Cannes zu haben ist, auch wenn darin vornehmlich Englisch gesprochen wird: Charakterdarsteller von Franz Rogowski über Martin Wuttke, Alexander Fehling, Jürgen Prochnow bis zu Ulrich Matthes sind in der Babelsberg-Koproduktion in Minirollen zu entdecken (und: Ex-Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat einen Cameoauftritt!).

Auch Bruno Ganz ist noch einmal dabei: Er spielt einen geradezu sanften Militärrichter - der dann das Todesurteil über den „Wehrkraftzersetzer“ fällt. Zerbrechlich wirkt Ganz in seiner Uniform. Oder würde man das anders sehen, wenn er noch lebte?

„Ein verborgenes Leben“ wird in Cannes bereits als Palmen-Favorit gehandelt. Aber verklärt Malick seinen Helden nicht mehr, als dass er ihn erklärt?

Dokumentarfilm über Diego Maradonna

Einer, der in seinen besten Zeiten gleich selbst den Beinamen Gott trug, hat ebenfalls in Cannes den Weg auf die Leinwand gefunden: Diego Maradona. Seinen Aufstieg und Fall zeichnet Dokumentarfilm-Spezialist Asif Kapadia nach. Packend ist diese außer Konkurrenz gezeigte Doku, gespickt mit noch nie gezeigtem privatem Videomaterial. Und doch hält der Regisseur eine angenehme Distanz.

Der Dokumentarfilm zeichnet das Leben von Diego Maradona nach. Quelle: Alfredo Capozzi

Das geht so weit, dass Maradona in keinem einzigen Interview mit Kapadia zu sehen ist. Man hört nur Maradonas Stimme aus dem Off. Der britische Oscar-Regisseur behandelt den Fußballer filmisch so, wie er es auch mit dem Formel-1-Fahrer Ayrton Senna und der Sängerin Amy Winehouse getan hat. Aber diese waren beide bereits tot, als Kapadia ans Werk ging.

Auf dem Platz ein Alleskönner, daneben entglitt ihm sein Leben

Auf dem Platz konnte Maradona alles, ohne Fußball entglitt ihm sein Leben: Kokain, Mafiakontakte, Frauen. Am Ende sehen wir einen dicken Mann schnaufend mit Jugendlichen bolzen: Nur auf dem Platz ist Maradona nach eigenen Worten frei von Ängsten und Ärger.

Seinen Premierenbesuch in Cannes hatte die Fußball-Legende kurzfristig abgesagt. Die offizielle Begründung klang wie die von einem Mannschaftsarzt vor einem wichtigen Spiel: Schulterverletzung.

Von RND/Stefan Stosch

Mit „Das große Heft“ in der Regie von Ulrich Rasche ging am Montag das 56. Theatertreffen in Berlin zu Ende. Kontraste und unheilvollbare Stimmungen gab es bei mehreren der zehn Stücke.

20.05.2019

Mit Hunderten Werken, die ein kubanisch-amerikanischer Millionär dem Staat überlässt, sollen in Spanien gleich mehrere Museen gegründet werden. Das erste hat in der Touristen-Hochburg Toledo eröffnet.

20.05.2019

Drei Wochen lang dominierten die „Avengers“-Superhelden die nordamerikanischen Kinocharts. Der Thron des bislang umsatzstärksten Films schien fast schon sicher. Doch jetzt ist der Erfolg ins Stocken geraten – auch wegen eines anderen Hollywood-Stars.

20.05.2019