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Kultur „So viel Zeit“: Es noch einmal krachen lassen
Nachrichten Kultur „So viel Zeit“: Es noch einmal krachen lassen
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12:00 20.11.2018
Vater mit Sohn: Rainer (Jan Josef Liefers) will seine Zeit nutzen. Quelle: Foto: Universum
Hannover

Im Leben von Rainer (Jan Josef Liefers) ist vieles schiefgelaufen. Der Job langweilt, die Ehe ist geschieden, das Verhältnis zum Sohn getrübt. Dann eröffnet ihm seine Ärztin, dass er einen Hirntumor hat. Als Rainer von einem Revival-Rock-Event in Bochum hört, will er es noch einmal richtig krachen lassen. Mit der alten Band!

Letztes Rocken: Die Band muss wieder zusammenkommen

Das Problem: Dazu müsste er seine Kumpel reaktivieren. Doch die sind schlecht auf ihn zu sprechen, seit er Ende der 80er mit einer Schubsattacke gegen Gitarrero Ole (Jürgen Vogel) die Gruppe sprengte. Trotzdem wollen es der durchsetzungsunfähige Lehrer Konni (Matthias Bundschuh), der alternde Schwerenöter Thomas (Richy Müller) und der alleinerziehende Witwer Bulle (Armin Rohde) noch mal mit dem reuigen Rainer versuchen. Nur Ole muss noch aufgespürt werden.

Die Besetzungsliste kann sich lesen lassen – die Scorpions sind mit einem Gastauftritt dabei. Doch leider weiß der nach Frank Goosens Roman entstandene Film mit den Figuren wenig anzufangen. Die Charakterisierung bleibt oberflächlich und ist zum Teil unglaubwürdig.

Die tödliche Krankheit des Helden lässt sich an- und ausknipsen

Und Rainers tödliche Erkrankung macht sich nur bemerkbar, wenn es dem Drehbuch gerade passt. Ansonsten ergeht sich die von Philipp Kadelbach („Unsere Mütter, unsere Väter“) inszenierte Tragikomödie in plumpem Humor, Sentimentalität und Rockklischee-Verbratung.

Letztlich ist es die schauspielerische Substanz, die „So viel Zeit“ vor einer Totalenttäuschung bewahrt. Manche Momente funktionieren wunderbar. Das gilt besonders für das Verhältnis von Rainer zu seinem Sohn.

Von Jörg Brandes / RND

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