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Kultur Berlin erfindet neuen Kunstherbst
Nachrichten Kultur Berlin erfindet neuen Kunstherbst
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15:15 13.09.2012
Foto: Das Werk „Expedition-Bus and Shaman-Travel“ (2002) des Künstlers Christoph Keller ist Bestandteil der Berliner Art Week.
Das Werk „Expedition-Bus and Shaman-Travel“ (2002) des Künstlers Christoph Keller ist Bestandteil der Berliner Art Week. Quelle: dpa
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Berlin

Dabei gibt es in der Bundeshauptstadt mit rund 400 Galerien so viele professionelle Kunsthändler wie nirgends sonst in Europa. Und mehr als 10.000 Künstler aus aller Welt prägen das Flair der Stadt - auf der Suche nach Kreativität, Freiraum und billigen Mieten. Mit der neuen Berlin Art Week wollen die langjährigen Macher des Kulturbetriebs ihre Kräfte nun bündeln. Erstmals gibt es für die unterschiedlichen Kunstevents des Herbstes ein einheitliches Logo und einen gemeinsamen Eintrittspreis. Aber sonst ist alles so bunt, vielfältig und chaotisch, wie es in Berlin eben sein muss.

Am Donnerstag stellte sich die fünfte Ausgabe der Kunstmesse abc (art berlin contemporary) im alten Postbahnhof am Gleisdreieck vor. In drei riesigen, lichtdurchfluteten Hallen zeigen bis zum Sonntag 129 Galerien aus 19 Ländern neue Positionen. Zwei Stunden später und vier U-Bahnstationen weiter präsentierte die 8. Preview Berlin Art Fair im ehemaligen Flughafen Tempelhof ihr Programm: 57 Galerien, 11 Projekträume und 8 Kunsthochschulen aus 14 Ländern stellen in klassischen White Cubes ihre avantgardistischen Werke aus.

Im MUMA, einem ehemaligen Heizkraftwerk in Berlin-Mitte, organisiert eine „Berliner Liste“ ebenfalls eine Messe mit mehr als 120 Galerien. Und nochmals zeitgleich läuft die Stroke Urban Art Fair, die sich als „erlebnisorientierte Veranstaltungs-Formel für kulturellen Fortschritt“ versteht. „Man kann auf einen Blick alle wichtigen Entwicklungen in der Stadt mitbekommen“, sagt Joanna Kamm als Geschäftsführerin der Berlin Art Week. „Das ist auch für das internationale Publikum eine gute Plattform.“

Allerdings hat die neue Kunstwoche noch einige Anlaufschwächen. Die zahlreich beteiligten öffentlichen Museen und Ausstellungshäuser - konnten ihr Programm bisher nicht wirklich auf den gemeinsamen Termin abstimmen. Sie klinken sich mit ihren bereits laufenden Ausstellungen in die Gemeinschaftsaktion ein. „Natürlich ist alles noch ausbaufähig, es ist ein Format mit Perspektive“, so Pressesprecherin Susanne Kumar-Sinner von Art Week.

Tatsächlich hatte sich die traditionell uneinheitliche Galerieszene vergleichsweise spät auf die bisher einmalige Zusammenarbeit geeinigt. Nach dem überraschenden Rückzug der Messegesellschaft aus der früheren Kunstmesse Art Forum im vergangenen Jahr war ein Neuanfang nötig. „Als frühere Nebenveranstaltung sind wir in eine neue Rolle hineingewachsen“, sagt abc-Geschäftsführer Guido Baudach.

Bestrebungen, ein großes gemeinsames Messeformat zu schaffen, gibt es vorerst nicht. „Die Leuchtturmdebatte der Vergangenheit war eher hinderlich“, sagt Preview-Mitdirektor Ralf Schmitt, „die Vielfalt ist ja gerade das, was Berlin ausmacht.“ Und auch Kunstwochen-Chefin Kamm meint: „Es geht darum, den Facettenreichtum dieser Stadt zu zeigen, nicht um ein großes Gemeinschaftskuschelding.“

dpa

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