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Kultur “Avengers – Infinity War“ und mehr DVD-Tipps
Nachrichten Kultur “Avengers – Infinity War“ und mehr DVD-Tipps
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20:42 18.09.2018
Quelle: iStockphoto
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Hannover


Avengers – Infinity War. Ein geradezu gigantisches Aufgebot an kostümierten Gestalten wird diesmal angekündigt, sogar die lustigen “Guardians of the Galaxy“ gehören zu den Heldenkohorten dieser Marveliade. Ganz offensichtlich wollten die Regisseure Joe und Anthony Russo hier ihren eigenen “First Avenger – Civil War“-Film von 2016 übertrumpfen, in dem auch schon rudelweise übereinander herfallende Comichelden gesichtet wurden.

Schon nachdem man die Inhaltsangabe von “Infinity War“ gelesen hat, ist man also erschöpft und muss sich dazu durchringen die Disc in den Player zu legen. Die schwere Superheldenübersättigung löst sich dann in ein überraschend dichtes und gut zu durchschauendes Spektakel auf. In dem es weiterhin über die grenzenlose Macht versprechenden Infinity-Steine geht.

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Der klotzköpfige Superschurke Thanos (eine CGI-Figur mit Josh-Brolin-Zügen) kommt aus des Weltraums Tiefen, um sich die sechs Klunker anzueignen, und wird der lange überfällige, große Antagonist der vertrauten Heldentruppe, innerhalb derer sich auch interessante neue Allianzen bilden.

Der Superkater bleibt aus, man fühlt sich bestens unterhalten - bis zum schockierenden Ende, das all denen, die “Infinity War“ im Kino verpassten, die befremdliche Abspann-Szene von “Ant-Man & The Wasp“ erklärt. Eins ist sicher: Der nächste “Avengers“-Streifen kommt bestimmt.

Avengers – Infinity War Quelle: Disney

A Quiet Place. Die Erde wurde von gottesanbeterinartigen Außerirdischen überfallen, die – so will es der Plot von “A Quiet Place“ – blind sind, dazu olfaktorische Nulpen, aber die Nachtigall husten hören können. Geräusche ziehen sie an, sie töten alles Lebende. Nicht gerade das, was man sich unter einer raumfahrenden Intelligenz vorstellt, aber vielleicht sind die dolchzahnigen Biester ja auch nur das Vorabkommando, die Mördertruppe, die Platz schaffen soll für die Ankunft einer lebensraumbedürftigen höher entwickelten Spezies.

Regisseur John Krasinski erzählt von einer Menschenfamilie in der notgedrungen stillen neuen Welt,die auf sandigen Wegen schleicht und sich mittels Gebärdensprache unterhält. Der Vater (Krasinski), der den verängstigten Sohn zum Jagen und Fischen in die Wildnis mitnimmt, während er die mutigere ältere Tochter zuhause lässt, beschwört mit seinem klassischen Rollenverständnis Gefahr für die Familie herauf. Ein Nagel in einer Stufe der Kellertreppe ist so gefährlich wie der alte Nachbar, der den tödlichen Alienangriff auf seine Frau mit einem Schmerzensausbruch quittiert.

Dann steht der Familie bald die Geburt eines Kindes ins Haus, die die Mutter (Emily Blunt) in aller Stille durchstehen muss. Und was wird geschehen, wenn das Baby erst da ist und tut, was Babys gerne tun, wenn sie hungrig, unzufrieden oder gebläht sind: durchdringend laut sein? Krasinski spitzt die Situation immer wieder zu und schlägt den Zuschauer rasch in den Bann seiner nervenaufreibenden Geschichte.

Natürlich geht man davon aus, dass gegen alle Aliens ein Kraut gewachsen ist. Die Fremden in “Krieg der Welten“ wurden durch Bakterien verheert, die in “Signs“ durch Leitungswasser, die in “Mars Attacks“ durch Countrymusik. Wie wird wohl die “Lösung“ in diesem Film sein - denn so kann es ja nicht für immer weitergehen. Ein radikalerer Geist als Krasinski hätte auch noch auf die Klavier- und Streichermusik verzichtet, die von den Monstern - sehr zum Vorteil der Abbotts - nicht gehört wird.

A Quiet Place Quelle: Universal

Hunger in Waldenburg. Die verzerrten Streicherversionen von “Die Gedanken sind frei“ und “Guten Abend, gute Nacht“ sind der angemessene (neue) Soundtrack für die restaurierte Version von Phil Jutzis Stummfilm “Hunger in Waldenburg“ von 1929. 44 Minuten lang blickt der Zuschauer in diesem dramatisierten Dokumentarfilm in das Elend der Weltwirtschaftskrise, das im Reich der Steiger und Weber in Schlesien zu unvorstellbarem Hunger und Elend geführt hat, was damals sogar den Reichspräsidenten Hindenburg empörte.

Die Behausungen der Arbeiter sind blank und hässlich, geschmückt nur von Stickereien, die aller Erfahrung zum Trotz noch von Gottvertrauen künden. Das Gefühl der Ohnmacht überträgt sich dabei ganz schnell auf den Betrachter: Gegen das kapitalistische Unrecht einer Entlohnung, die für Miete und Essen nicht ausreicht, ist der Einzelne ganz offenkundig wehrlos. Im selben Jahr entstand Wolfgang Neffs bourgeoises Filmdrama “Morgenröte“, das an den selben Orten spielt, aber die Sympathie für die Sache der armen Grubenarbeiter nur heuchelt.

Der als Zeitdokument sehenswerte Film empfiehlt seinem Publikum angesichts wehrhafter Arbeitergemeinschaften am Ende den Streikbruch – ein reaktionäres Postulat, das den Film wie eine Auftragsarbeit der Industriebarone wirken lässt: Die Schornsteine müssen rauchen, egal zu welchem Preis. Und der angefügte Dokumentarfilm “Kohle als Honorar“ (2016) zeigt schließlich übertrieben schmuck- und kommentarlos, dass in dem heute polnischen Waldenburg (Walbrzych) inmitten des Wohlstandseuropas immer noch bitterste Armut herrscht.

Hunger in Waldenburg Quelle: Absolut Medien

Die kleine Hexe. Es war höchste Eisenbahn. Otfried Preußlers Geschichte von der Ausnahme, die die Regel bestätigt, und von den Jungen, die alles ein wenig anders handhaben als die Alten, dazu von den unterschiedlichen Ansichten darüber, was gut und was böse ist, zeitigt 60 Jahre nach Erscheinen des Buchs einen schnuckeligen Kinderfilm.

“Die kleine Hexe“ lebt mit ihrem sprechenden Raben Abraxas in einer windschiefen Hütte im Wald, glücklich und zufrieden. Nur wird sie von der Neugier geplagt, wie es so unter den großen Hexen zugeht, wenn die auf dem Blocksberg ums Feuer tanzen. So schmuggelt sie sich dort ein, was Junghexen aber strikt verboten ist, wird prompt erwischt und bestraft.

Übers Jahr muss sie die die Tausende Sprüche des dicken Hexenbuches auswendig lernen, immer unter der Kontrolle der alten Hexenvettel Rumpumpel (Susanne von Borsody). Das hält sie freilich nicht davon ab, Menschen Gutes zu tun, was für gestandene Zauberweiber völlig indiskutabel ist.

Karoline Herfurth, die verehrte Frau Schnabelstedt aus zwei der drei “Fack ju, Goethe“-Filmen, ist mit ihrem ansteckenden Lachen die ideale Besetzung für die stets gut gelaunte Wohltäterin aus der Gilde der mithilfe von Besen fliegenden Übeltäterinnen, die keine Vorbehalte, Regeln und Autoritäten kennt und zum guten Ende hin (und zur Beruhigung aller Kinder) dafür sorgt, dass es keine bösen Hänsel-und-Gretel-Hexen mehr gibt auf der Welt. Ein zauberhafter Märchenfilm von Michael Schaerer, der den heute so wichtigen Freigeist der Sechzigerjahre neu verströmt.

Die kleine Hexe Quelle: Studiocanal

Rebel in The Rye. Nicholas Hoult war nie so gut wie hier als Schriftsteller Jerome D.Salinger, der der Welt 1951 in “Der Fänger im Roggen“ mit seinem Protagonisten Holden Caulfield den Prototypen des rebellischen Jugendlichen der Fünfzigerjahre präsentierte.

Die Entstehung des wohl bedeutsamsten Coming-of-Age-Romans Amerikas hat Danny Strong in einen konventionellen Coming-of-Arts-Film gepackt, der allerdings dem Unwissenden nie ganz zu erklären vermag, worin die Faszination dieser literarischen Jahrhundertfigur Caulfield nun liegt.

Die Dispute seines „Vaters“ Salinger mit seinem herausfordernden Lehrer und Mentor Burnett (Kevin Spacey) darüber, was einen Schriftsteller ausmacht – Schreibenmüssen unbedingt, auch wenn möglicherweise zu Lebzeiten nie etwas veröffentlicht wird – gehören dagegen zum Anregendsten was man im Kino je über den Entstehungsprozess von Literatur gehört hat. Man spürt in sich die Lust aufsteigen, selbst die Federkiele zu spitzen (respektive das Schreibprogramm seines Computers aufzurufen).

Rebel in The Rye Quelle: Eurovideo

Here and Now – Serie. Eine zweite Staffel hätten wir schon gern gesehen. Gewiss, Alan Balls neue Serienschöpfung ist nicht so gelenk wie sein Meisterwerk “Six Feet Under“ oder die ersten Staffeln seiner Vampirserie “True Blood“, aber sie ist trotz der manchmal doch recht platten Dialoge ein Statement zur Zeit.

Als die Tochter der Boatwrights in einem Supermarkt mit einer Pferdemaske auf dem Kopf ihrer Mutter – stellvertretend für deren ganze Generation – für den unaufhaltsamen Klimawandel “dankt“, sind wir schon mitten in unseren Zeiten, in denen Dummheit, Großmäuligkeit, Ignoranz und Arroganz die Welt zu übernehmen scheinen.

Ball entwirft um sein eigenwilliges Porträt einer Patchworkfamilie das Bild eines seltsam unwirklichen Amerika, in dem sich jeder fühlt, als habe es ihn in ein Paralleluniversum verschlagen. Tim Robbins und Helen Hunt spielen die Eltern Boatwright in einem realistischen Drama, in das sich ein übernatürliches Element schleicht - unerklärliche Visionen des Boatwright-Ziehsohnes Ramon (Daniel Zovatto), in denen die Zahlen 11/11 eine Rolle spielen (der Geburtstag seines Therapeuten Farid, von dessen Mutter Ramon auf eine ungemein verstörende Weise träumt).

Die Fernsehzuschauer wandten sich bald anderen Serien zu, “Here and Now“ hatte gerade mal die Hälfte der Zuschauer von HBOs bis dato schlimmstem Flop “Vinyl“. Und so müssen sich die Käufer dieser DVD-Box mit dem recht spektakulären Ende zufriedengeben, das als Gleichnis für unsere Krisenzeiten halbwegs funktioniert. Fragen bleiben offen, die eine zweite Staffel erfordert hätten. Die Serie wurde gecancelt.

Here and Now Quelle: Warner

Death Wish. 1974 spielte Charles Bronson einen Architekten, der nach dem Mord an seiner Frau und der Vergewaltigung seiner Tochter mit einem Revolver auf die Straßen New Yorks ging, um sie von den Gangs zu säubern. “Hostel“-Regisseur Eli Roth hat ein Remake des umstrittenen Michael-Winner-Klassikers “Ein Mann sieht rot“ gedreht. Hier ist Bruce Willis ein Chirurg aus Chicago, dem das Gleiche widerfährt.

Er wollte seinen Geburtstag mit der Familie feiern, muss aber stattdessen im Krankenhaus operieren, als seine Liebsten ebendort in kritischem Zustand eingeliefert werden. Weil die Polizei nichts zuwege bekommt, wird Paul Kersey zum Vigilanten – bereit zum Töten wie der frühe Batman, nur ohne Maske und Cape.

Von Anfang an ist Roth allerdings mit seinem Stoff überfordert, manche Szene (etwa die im Waffengeschäft) wirkt wie ein böser Witz, als wolle Roth das um sich schießende Amerika samt der immer abstruser für Waffenbesitz argumentierenden National Rifle Association auf die Schippe nehmen. Aber satirischer Biss liegt dem Regisseur fern, er plädiert allen Ernstes für die blutige alte amerikanische Sitte der Selbstverteidigung. Und Willis läuft “dressed to kill“ im Hoodie durch die Stadt und legt zu Hip-Hop-Klängen Kriminelle um.

Freilich geben wir Willis (mit dessen “Lucky # Slevin“ 2006 die Direct-to-DVD-Vermarktung von schwächeren Filmen von Hollywood-Topstars begann) noch nicht auf. Für Regisseur M. Night Shyamalan wird der 63-Jährige im Januar in “Glass“ wieder als melancholischer Supermann David Dunn zu sehen sein – 19 Jahre nachdem er damit in “Unbreakable“ die wohl beste Leistung seiner Laufbahn hinlegte.

Death Wish Quelle: Universum

Red Sparrow. Die junge Russin Dominika Egorova (Jennifer Lawrence) wird auf einen Oligarchen angesetzt, der während einer gemeinsamen Nacht aus dem Weg geräumt werden soll. Sie hat keine Wahl. Nach einem schrecklichen Bühnenunfall, der sich als inszeniert herausstellt und der anschließenden Rache an ihrer davon profitierenden Nachfolgerin, muss sich die aufstrebende Primaballerina des Bolschoi-Theaters auf Geheiß ihres Onkels für den Staat verdient machen. Alternative: Tod.

Sie wird drastisch geschult als eine von den “Spatzen“, besonders opferbereiten Agent(inn)en im Dienste des Staates, der, koste es was es wolle, zurück will an die Spitze der bedeutsamsten Nationen und der seine Menschen der Maxime “Du bist nichts, dein Land ist alles“ unterwirft. Über einen US-Agenten in Budapest (Joel Edgerton) soll Dominika einen hochrangigen russischen Maulwurf zu enttarnen.

Elegant inszeniert von Francis Lawrence, folgt der Film einer Handlung, die klar und stringent ist, so dass auch unkonzentriertere Zuschauer im Lauf der knapp zweieinhalb Stunden nicht (wie sonst so oft im Genre) “verloren gehen“. Dass hier allerdings alle Figuren ein Snychrondeutsch mit gebrochenem slawischen Akzent sprechen, dient dem Thriller nicht. Wenn die “ch“s nussig krachen, kommt Zuschauers Grinsen immer wieder dem Thrill in die Quere.

Red Sparrow Quelle: Fox

Doctor Foster, Staffel 2. Die Menschen wollen vergessen, nicht ständig erinnert werden, wenn es um altes Leid geht, vor allem dann, wenn nicht das eigene Leid ist. So kommen Gemmas Freunde heimlich zur großen Rückkehrparty ihres gewalttätigen Ex-Mannes Simon, der mit Fracking-Investitionen quasi über Nacht zu unglaublichem Reichtum gekommen ist. Neue Ehefrau, neues Kind, großes Haus - der Erfolg macht bekanntermaßen selbst die größten Arschlöcher zu Publikumsmagneten.

Dann zieht auch noch der 15jährige gemeinsame Sohn Tom unverhofft zum Vater. Der Ex empfiehlt Simon dagegen einen Ortswechsel und zieht alsdann die zerstörerischen Fäden der Rache in einer Art zweitem Rosenkrieg, einem Zweiten Rosenweltkrieg. Während Gemma alles Mögliche, auch zutiefst lächerlich Machendes, unternimmt, um das Blatt zu wenden.

Die zweite Staffel des BBC-Dramas “Doctor Foster“ legt düster los und zielstrebig Richtung Katastrophe. Und wenn am Ende Sirenen heulen und Blaulichter funkeln, dann mag man als Zuschauer nur noch die Augen schließen vor dem finalen Schrecken. Ein Familiendrama mit höchsten Thrillerqualitäten, in dem die fantastische Suranne Jones (die auch die Polizistin Rachel Bailey in der Krimiserie “Scott & Bailey“ spielte) ein fabelhaftes Ensemble anführt.

Trotz der extremen tragischen Verdichtungen fühlt sich alles hier wie echtes Leben an – der krasse Unterschied zu amerikanischen Produktionen. Die dritte Staffel steht noch in den Sternen. Wir plädieren uneingeschränkt für eine Fortsetzung - Stoff gäb’s gefühlt noch zuhauf.

Doctor Foster, Staffel 2 Quelle: Polyband

Dieses bescheuerte Herz. Der unverschämt gut aussehende Elyas M’Barek, deutscher Kino-Superstar spätestens seit “Fack ju Goethe“, spielt in “Dieses bescheuerte Herz“ den unbekümmerten Sohn eines reichen Arztes, der Frauen, Drinks und Spiegel liebt und zu Filmbeginn den Bogen des Bohemien überspannt, indem er sein Audi-Kabrio in Papas Swimmingpool versenkt. Woraufhin der erzürnte Vater dem Hallodri Lenny erstmal Bodenhaftung verordnet, indem er dessen Kreditkarten sperrt.

Er soll zur Sühne einem todkranken Patienten, dem Teenager David (Philip Noah Schwarz), zur Seite stehen, ihm die letzten Wünsche erfüllen. Anfangs möchte man dieser (auf einem Roman über wahre Ereignisse basierenden) Geschichte vorschnell den Aus-Knopf der Fernbedienung widmen. Das läuft notorisch gefühlsübertourend wie so viele der Tod-vor-Augen-Dramedys, denkt man – von funny zu finster, von Trubel bis zur Tränenflut. Déjàvussimo!

Dann aber berappelt sich der Film unter der Regie des versierten und gelegentlich auch schon mal großartigen Marc Rothemund (“Heute bin ich blond“, “Die Hoffnung stirbt zuletzt“). Das Sozialmärchen erzählt er wohltuend unpathetisch, die Schauspieler drücken nie allzusehr auf die Mainstreamtube, wenn es hier – im Gegensatz zur komplexeren Vorlage - deutlich mehr um Lennys Läuterung geht als um Davids Lebensendzeitsbewältigung.

Dieses bescheuerte Herz Quelle: Constantin

Gringo. Jeder mag die Beatles, sogar die einstigen Konkurrenten Rolling Stones mögen sie. Warum soll also nicht auch ein weithin Schrecken verbreitender mexikanischer Drogenboss besessen davon sein, ein qualitatives Ranking aller Beatles-Alben zu erstellen. Wo steht “Help“, wo “Abbey Road“ im Gesamtwerk der Liverpooler Band?

In den Machtbereich dieses schrägen Mobsters fliegt der bankrotte, nicht allzu helle Geschäftsmann Harold (David Oyelowo). Eine gefährliche Tour, er soll dort ein Problem lösen, das die Graspillenfabrik – medizinische Drogen - mit den örtlichen Kartellen hat. Das geht schief: “Ich bin irgendwo in Mexiko mit ner Knarre am Kopf,“ schreit der schwarze “Gringo“ bald aus dem Telefon. Und in fast jedem Moment des Films sitzt Harold in der Tinte - in einer schwarzen Komödie, in der auch noch Joel Edgerton, Amanda Seyfried, Thandie Newton und eine ziemlich bitchige Charlize Theron umherwirbeln.

Zwar weiß der Regisseur nicht immer, was er mit dieser formidablen Besetzung anfangen soll, wie das Personal der Geschichte dienlich gemacht werden kann - unterhaltsam ist “Gringo“ aber allemal. Einer jener Filme, in denen Autos den Rittberger über die Leitplanke machen, oder Schurken im Moment eines zaghaften Bekenntnisses zu Gott von Autos über Brüstungen geschubst werden. Wüstes Zeug, das die Herkunft des Regisseurs Nash Edgerton (Bruder von Joel) aus dem Stuntfach bezeugt. Quentin Tarantino würde schmunzeln.

Gringo Quelle: Tobis/Universum

Von Matthias Halbig