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Kultur Ai Weiwei sagt Teilnahme an Frankfurter Buchmesse ab
Nachrichten Kultur Ai Weiwei sagt Teilnahme an Frankfurter Buchmesse ab
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10:23 06.10.2009
Der chinesische Regimekritiker Ai Weiwei.
Der chinesische Regimekritiker Ai Weiwei. Quelle: afp
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Der international bekannte chinesische Künstler führte dafür gesundheitliche Gründe an. Ai Weiwei bestätigte seine Entscheidung gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Nach seiner Operation in einem Münchener Krankenhaus wegen einer Gehirnblutung verheilten die OP-Narben "relativ langsam", und er müsse sich "noch erholen", schrieb er in einer Kurzmitteilung. Das sei der "Hauptgrund". Außerdem habe er "nicht wirklich Lust auf leere und sinnlose politische Debatten".

Ai hatte nach der Operation im September schwere Vorwürfe gegen die chinesische Staatssicherheit erhoben. Die Gehirnblutung führte er darauf zurück, dass ihn Polizisten im August in der Provinz Sichuan, wo er sich für die Opfer des Erdbebens vom Mai 2008 einsetzte, brutal verprügelt hätten.

Ai wurde am Donnerstag kommender Woche auf der Buchmesse erwartet. China ist dort Gastland. Allerdings gibt es bereits vor der Eröffnung Spannungen über die Einbeziehung von Dissidenten und kritischen Schriftstellern in das Begleitprogramm der Messe. Der 1957 geborene Ai gilt als einer der prominentesten Regierungskritiker und einer der bekanntesten Künstler Chinas. Das als "Vogelnest" bekannte Olympia-Stadion in Peking beruht unter anderem auf seinen Entwürfen. Ob er von offizieller chinesischer Seite zur Absage gedrängt wurde, ist unklar.

afp/ddp

06.10.2009
Stefan Arndt 05.10.2009