Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kultur Ai Weiwei klagt gegen VW – unerlaubte Werbung mit seinem Kunstwerk
Nachrichten Kultur Ai Weiwei klagt gegen VW – unerlaubte Werbung mit seinem Kunstwerk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:12 23.05.2019
Der Starkünstler Ai Weiwei hat einen dänischen Partner von VW wegen Urheberrechtsverletzung angeklagt. Quelle: imago
Berlin

Seine Botschaft ist klar: Der chinesische Starkünstler Ai Weiwei blickt ernst in die Kamera und hält sich den Mittelfinger vors Gesicht – dahinter prangt das VW-Logo. Unter dem Instagram-Post steht: „Auf dem Weg nach Kopenhagen, um der Verhandlung in unserem Prozess gegen Volkswagen beizuwohnen.“

Ai Weiwei gab nicht seine Einwilligung zur Nutzung seines Kunstwerks

Der Hintergrund ist ein Streit zwischen dem politischen Künstler und dem dänischen Partner von Volkswagen, Skandinavisk Motor, der derzeit vor einem Gericht in Kopenhagen ausgetragen wird. Es geht um Urheberrechtsverletzung. In einer Werbung des Konzerns von 2017 ist im Hintergrund die Installation „Soleil Levant“ von Ai Weiwei zu sehen. Dazu hatte dieser nach eigenen Angaben nicht seine Einwilligung gegeben. Er soll von der Nutzung seines Kunstwerks für kommerzielle Zwecke noch nicht mal etwas gewusst haben. „Diese Handlungen sind eindeutige Verstöße gegen mein geistiges Eigentum und meine moralischen Rechte, aber was noch wichtiger ist, sie werfen in unserer Ära des globalen Kapitalismus die viel größeren Fragen der unternehmerischen Macht auf“, schreibt Ai Weiwei in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung „The Guardian“.

In der Werbeanzeige ist ein orangefarbener VW Polo zu sehen, der an der Installation, die aus 3.500 Schwimmwesten teilweise von Geflüchteten gefertigt worden ist, vorbeifährt. „Soleil Levant“ hatte Ai Weiwei 2017 zum Weltflüchtlingstag kreiert. Es war an der Fassade der Kunsthal Charlottenborg in Kopenhagen ausgestellt. „Die Flüchtlingsfrage verkörpert viele wahrgenommene Konflikte zwischen den heutigen Zivilisationen. Es ist das Ergebnis ständiger Ressourcenkriege, regionaler und geopolitischer Konflikte, Umweltveränderungen und wirtschaftlicher Verarmung“, schreibt der Künstler in seinem Gastbeitrag zu seiner Motivation.

Ai Weiwei will mit Klage ein Zeichen setzen

Ai Weiwei will mit der Klage gegen den siebtgrößten Konzern der Welt ein Zeichen setzen. „Seit November 2017 versuche ich, die Angelegenheit mit Volkswagen zu klären“, schreibt Ai Weiwei in einem Post. Doch der Konzern spiele den Vorfall runter und trivialisiere die eigene Schuld, so der 61-Jährige weiter. Das aktuelle Gerichtsverfahren sei für den Aktivisten und Künstler infolgedessen nicht nur eine Frage von Copyright, sondern beträfe darüber hinaus ein globales Verständnis von Gerechtigkeit und Verantwortung zwischen Individuen und Unternehmen.

Die VW-Zentrale in Wolfsburg stellte indes auf Anfrage des Manager Magazins klar, dass die Angelegenheit ausschließlich den dänischen Importeur des Konzerns betreffe, gegen den sich auch die Klage richte. Der will den laufenden Rechtsstreit nicht weiter kommentieren. Nur so viel: Eine außergerichtliche Einigung sei mit Ai Weiwei nicht möglich gewesen. Jetzt müssten die Richter entscheiden.

Von RND / ali

Kultur Trauer um Schriftstellerin - Kinderbuchautorin Judith Kerr (95) ist tot

Die Kinderbuchautorin Judith Kerr („Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“) ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte ihr Verlag HarperCollins mit.

23.05.2019

Der weltberühmte Streetart-Künstler hat in Venedig offenbar einen Straßenstand aufgebaut und Bilder zum Verkauf angeboten. Erkannt hat Banksy dabei niemand.

23.05.2019

Das Album „My Songs“ (erscheint am 24. Mai) erzählt Stings Leben in Liedern. Der Gewinn für den geneigten Fan ist begrenzt. Viele der Stücke sind viel zu nah an den Originalversionen

23.05.2019