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Kultur 60 Jahre Bundesrepublik in 60 Kunstwerken
Nachrichten Kultur 60 Jahre Bundesrepublik in 60 Kunstwerken
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21:32 30.04.2009
“60 Jahre 60 Werke“: Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt bei der Eröffnung der Ausstellung in Berlin eine Rede. Quelle: Sebastian Willnow/ddp
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Erstmals in Deutschland zu sehen ist dabei der mit Filz überzogene Konzertflügel „Infiltration homogène pour piano à queue“ von Joseph Beuys, für dessen Ausleihe aus Paris sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich eingesetzt hatte.

Zur Ausstellungseröffnung verwies Merkel auf das Inkrafttreten des Grundgesetzes vor 60 Jahren und insbesondere auf den Artikel 5, Absatz 3, der die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre garantiert. Mit der Ausstellung habe der Besucher nun die Möglichkeit zu einer „speziellen Reise“ durch die jüngere deutsche Geschichte, werden doch im Berliner Martin-Gropius-Bau die herausragendsten Kunstwerke für jedes Jahr seit Gründung der Bundesrepublik gezeigt.

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Merkel erinnerte an den schweren Aufbruch Deutschlands nach dem Krieg und sagte, auch heute stehe die Bundesrepublik wieder vor einer „Bewährungsprobe“. Gerade Künstler hätten den Menschen immer wieder Zuversicht vermittelt, sagte sie und zitierte den Maler Gerhard Richter: „Kunst ist die höchste Form der Hoffnung.“ Vielleicht könne diese besondere Schau „Kunst vielleicht auch jenen nahebringen, die sonst vielleicht einen Bogen um solche Ausstellungen machen“.

Zu den ausgewählten Künstlern zählen unter anderen Georg Baselitz, Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Rebecca Horn, Jörg Immendorf, Anselm Kiefer, Neo Rauch und Gerhard Richter. Über den zeitgeschichtlichen Hintergrund der Kunstwerke informieren unter anderem Filmausschnitte. Für die Schau wurden herausragende Arbeiten aus je einem Jahr seit 1949 ausgewählt, die das Kunstgeschehen nachhaltig geprägt haben.

Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, dessen Blatt Medienpartner der Ausstellung ist, betonte, man habe bewusst auf Fotos verzichtet, die jeder kenne. Vielmehr habe das Kuratorium Kunstwerke ausgesucht, die stellvertretend für das jeweilige Jahr stünden. „Feiern sollten wir das Wunder der Fantasie, dass das Grundgesetz erst möglich gemacht hat.“

Für RWE-Chef Jürgen Großmann, dessen Unternehmen Hauptsponsor ist, hat die Ausstellung „Licht und Schatten“ aus 60 Jahren Bundesrepublik eingefangen. „Kunst soll anstößig sein“, sagte er. Und diese Schau stoße an - zum Nachdenken über die ästhetische Entwicklung und schaffe neue Bilder im Kopf.

Das Konzept der Ausstellung bezieht sich nach den Worten von Walter Smerling, dem Vorsitzenden der Stiftung Kunst und Kultur, ausdrücklich auf die mit dem 1949 verabschiedeten Grundgesetz staatlich garantierte Freiheit. „Es ist eine Hommage an die Freiheit der Kunst“, betonte er. Zwar fehlten in der Ausstellung Werke, die in der DDR entstanden. Doch erhebe diese Schau zum einen keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zum anderen stehe der Kontext auch stellvertretend für die Arbeit, die Künstler in der DDR unter Druck geschaffen hätten.

Die Ausstellung ist vom 1. Mai bis zum 14. Juni täglich - auch feiertags - von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Täglich um 15.00 Uhr gibt es auch eine sogenannte Besucherschule mit Professor Bazon Brock, der neben der Erläuterung der Werke ein besonderes Augenmerk auf zeit-, sozial- und gesellschaftliche Einflüsse richten will.

ddp