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Kultur 20 Jahre Die Fantastischen Vier
Nachrichten Kultur 20 Jahre Die Fantastischen Vier
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14:53 20.04.2009
20 Jahre Die Fantastischen Vier.
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Dass die „Fantas“ seit zwei Jahrzehnten immer wieder Hits produzieren, liegt nach Ansicht der Vier vor allem an ihrer Unterschiedlichkeit, die sie auch in Soloprojekten ausleben. Die Band finde sich „für eine Platte wieder, und dann wird die Platte so vielseitig, wie wir unterschiedlich sind“, sagt Thomas D. Das nächste Album soll im Frühjahr erscheinen.

„Dann gibt es auch eine Tour“, verrät Thomas D. In welche Richtung die Platte gehen wird, kann die Band noch nicht sagen: „Wir sind noch ziemlich am Anfang.“ Außerdem haben die Musiker neben der Arbeit am neuen Album derzeit alle Hände voll zu tun mit ihrem Jubiläum, das sie im Juli mit einem riesigen „Heimspiel“ feiern wollen: ein Konzert in ihrer alten Heimat Stuttgart, wo ihre Karriere begann.

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Die Fantastischen Vier gelten als Begründer des deutschsprachigen HipHop. In den 80er Jahren machten And.Ypsilon und Smudo schon als Jugendliche gemeinsam Musik, Ende der 80er kamen Michi Beck und Thomas D. dazu. Im Jugendhaus Heslach rappten die Schwaben noch als „Terminal Team“ auf Englisch. Ab 1989 traten sie mit deutschen Texten als Die Fantastischen Vier auf. „Ich hätte vor 20 Jahren nicht gedacht, dass das fünf Jahre noch gut geht“, sagt Smudo heute.
Der Durchbruch gelang der Band im Jahr 1992 mit dem Blödel-Hit „Die da“, der wochenlang in den Hitparaden steht. Die Platte „Vier gewinnt“ verkauft sich 800.000 Mal. Schon mit dem nächsten Album „Die 4. Dimension“ entfernten sich die Jungs mit lyrischen und ernsthafteren Stücken vom reinen Spaß-Image. Das Konzept ging auf: Mit den folgenden Platten, darunter „Lauschgift“, „Live und direkt“, “4:99“, „Unplugged“, „Viel“ und „Fornika“, etablierte sich die Band. 1996 gründeten Die Fantastischen Vier ihr eigenes Plattenlabel. Mehrfach wurden sie mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet.
Neben der Arbeit für die Band sind die Musiker seit Jahren mit Soloprojekten erfolgreich. Michi Beck ist etwa mit dem DJ- und Produzententeam Turntablerocker unterwegs, Thomas D. brachte mehrere Soloalben heraus. Den leidenschaftlichen Motorsportler Smudo kennen Fernsehzuschauer unter anderem aus der Sendung „Sag die Wahrheit“. And.Ypsilon sitzt nicht nur für die „Fantas“ als Produzent an Mischpult und Computer.
Obwohl HipHop eine junge Musikrichtung ist, denken die Jungs noch lange nicht ans Aufhören. Mit 41, sagt Michi Beck, sei man vielleicht zu alt, um Rapper zu sein. Aber nicht zu alt, um „Fanta“ zu sein. Thomas D. findet: „Wir haben uns entwickelt, das bleibt authentisch.“
Die Stationen dieser Entwicklung, die besten Songs aus 20 Jahren, zeigen die Vier im Juli beim „Heimspiel“ in Stuttgart. „Es ist das größte Konzert, das wir je gespielt haben mit zu erwartenden 50 000 Leuten“, schwärmt Thomas D. „Wir bauen ein eigenes Stadion dafür.“ Ein Orchester mit bis zu 70 Musikern soll ein gigantisches Unplugged-Konzert präsentieren. 40.000 Karten sind schon verkauft. „Dass das Lokalpatriotismus-Ding so reinhaut, das überrascht uns alle sehr“, sagt Smudo.

Obwohl die Bandmitglieder in ganz Deutschland verstreut wohnen, ist Stuttgart laut Michi Beck für alle vier „was sehr Besonderes“. Gerade, weil sie weggezogen sind. Ein Leben lang in Stuttgart, sagt Thomas D., „hätte uns vielleicht nicht an diesen Punkt gebracht, jetzt das Gefühl zu haben, heimzukommen.“

ddp

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