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Digital Schon Millionen Opfer von Fake-Shops – so erkennt man den Betrug
Nachrichten Digital Schon Millionen Opfer von Fake-Shops – so erkennt man den Betrug
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14:42 30.06.2019
Selten sind die Sneaker – und außerdem noch selten günstig. Kann das ein wahrhaftiges Angebot sein? Wer die Website genau prüft, kann herausfinden, ob sie ein sogenannter Fake-Shop ist oder nicht. Quelle: Andrea Warnecke/dpa
Berlin

Ob Markenmode, Spielkonsolen, Smartphones: Gerade bei teuren Konsumgütern geht man online gerne auf Schnäppchenjagd. Das wissen auch Betrüger und stellen mit Fake-Shops ihre Fallen auf. Die Verbraucherschutzminister der Bundesländer wollen die Abzocke nun bekämpfen – mit einer Zentralstelle für Ermittler und einer Liste von Fake-Shops. Darüber hinaus sollen Internetseiten mit einer de-Domain – diesen vertrauen Käufer besonders – zumeist nur noch mit Identitätsnachweis erstellt werden können. Doch die Fake-Shops-Gefahren sind vielschichtiger. Das sollte man wissen:

Ihre Masche: Ware wird nach Vorkasse gar nicht oder nur in minderwertiger Qualität geliefert. Eigentlich rare und teure Sneakers kosten plötzlich nur die Hälfte oder ein Drittel. Das klingt verlockend. Doch hat man Vorkasse geleistet, ist es zu spät: Die Ware hat nie existiert, das Geld ist weg. Die Betreiber räumen kurz darauf ihre gefüllten Bankkonten und löschen ihre Fake-Shops. Verbraucher haben allerdings gute Chanchen, die falschen Seiten rechtzeitig zu enttarnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband erklärt, wie das geht:

Auffällige Adresse: Gewarnt sein sollten Käufer, wenn eine eigentlich bekannte Webadresse Ungereimtheiten aufweist – zum Beispiel eine weitere Domain-Endung wie „.de.com“, wo eigentlich nur „.de“ stehen sollte. Auch wenn die Adresse überhaupt nicht zum Inhalt der Seite passt, ist Skepsis angebracht.

Viel zu günstig: Fake-Shops müssen nicht zwingend extrem billig sein. Aber wenn ein Preis eigentlich zu gut ist, um wahr zu sein, ist er es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht. Von der Gestaltung der Seiten sollten sich Verbraucher nicht blenden lassen: Die ist nämlich oft durchaus oder zumindest annähernd professionell.

Nur Vorkasse: Vordergründig bieten die falschen Händler oft viele Bezahlmöglichkeiten an. Beim letzten Bestellschritt bleibt dann aber auf einmal nur noch Vorkasse übrig, etwa in Form einer Überweisung. Dann sollte man den Kauf sofort abbrechen, empfehlen die Experten.

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Spärliche Kontaktangaben: Gibt es keine oder kaum Angaben zur Erreichbarkeit und ist ein Impressum nicht vorhanden oder unvollständig, so sind das schlechte Zeichen. Denn die Unternehmeridentität muss klar ersichtlich sein. Dazu müssen im Impressum die Postadresse, ein Vertretungsberechtigter und eine E-Mail-Adresse sowie ein Verweis auf die Handelsregisternummer stehen. Letztere lässt sich unter www.handelsregister.de prüfen.

Fantasie-Siegel und Siegel-Missbrauch: Nicht täuschen lassen sollten sich Verbraucher von frei erfundenen Siegeln, die keine Aussagekraft haben. Es kann allerdings auch sein, dass Fake-Shops echte Gütesiegel unrechtmäßig anzeigen. Enttarnen kann man diesen Betrug durch einen Klick auf das jeweilige Siegel: Ist es echt, gibt es eine Verlinkung zu einem Zertifikat des Siegel-Anbieters. Empfehlenswerte Siegel werden online unter www.internet-guetesiegel.de vorgestellt.

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Falsche Bewertungen: Sich allein auf die Kundenbewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen, ist gefährlich – insbesondere dann, wenn diese fast ausschließlich sehr gut ausfallen oder sich Lobeshymnen häufen. Oft kann es hilfreicher sein, Suchmaschinen mit dem Namen des Shops zu füttern, um Erfahrungen oder Warnungen Anderer zu finden.

Zusammengeschusterte AGB: Sind keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) auf der Seite zu finden, sollte man gar nicht erst bestellen, raten die Verbraucherschützer. Das gilt aber auch dann, wenn die AGB offensichtlich frei erfunden, zusammenkopiert oder in einem schlechten Deutsch aus einem Übersetzungsprogramm daherkommen.

Was tun, wenn man in die Falle getappt ist?

Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen, raten die Verbraucherschützer. Wenige Stunden nach einer Online-Bestellung sei dies meist noch möglich. Alle Belege sollten möglichst gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails, ein Screenshot des Angebots und des Impressums – falls vorhanden – sowie Bankverbindung und verwendete E-Mail-Adresse der Täter sowie die Internetadresse des Shops.

Mit diesen Unterlagen kann man dann Strafanzeige bei jeder Polizeidienststelle oder online bei der Internetwache des jeweiligen Bundeslandes stellen – selbst wenn die Bestellung länger zurückliegt.

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Von RND/dpa/so

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