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Digital Apps bringen zu wenig für die Verkehrssicherheit
Nachrichten Digital Apps bringen zu wenig für die Verkehrssicherheit
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10:27 15.01.2019
Das Handy am Steuer ist eine der häufigsten Unfallursachen in Deutschland. Apps, die die Ablenkung verhindern sollen, helfen aber noch nicht viel. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Brisbane

Die Versuchung ist groß. Auf dem Beifahrersitz im Auto vibriert es, leuchtet es, klingelt es. Ohne Zweifel sind gerade eine neue Nachricht oder ein Anruf auf dem Smartphone eingegangen. Von wem? Ist es wichtig? Könnte man etwas verpassen? Spätestens an der nächsten roten Ampel juckt es in den Fingern. Nur einmal schnell gucken. Mehr nicht. Wer dieser Versuchung nachgibt, begibt sich in Lebensgefahr: Die Handynutzung am Steuer ist nicht nur strikt verboten, sondern auch die häufigste Unfallursache im deutschen Straßenverkehr.

Sicherheitsapp schalten das Handy lautlos

Zahlreiche Apps sollen Autofahrer daher schützen. Viele von ihnen sind kostenlos. Die „StoppApp“ beispielsweise muss nur installiert werden – danach springt sie automatisch an. Über GPS merkt die App, wenn das Smartphone sich in einem Auto bewegt. Sofort werden alle anderen Apps auf Standby geschaltet. Kein Licht, kein Ton. Es springt zudem ein Bildschirmschoner während der Fahrt an, den der Autofahrer nicht umgehen kann – erst wenn das Auto wieder dauerhaft steht. Nur ein „Emergency-Call“ ist in dieser Ansicht möglich. Ein Notruf kann demnach auch während der Fahrt abgesetzt werden.

Der Vorteil der App ist groß: Einerseits bekommt der Autofahrer akustisch wie optisch gar nicht mehr mit, wenn Nachrichten oder Anrufe eingehen. Andererseits kann er selbst, wenn er es möchte, sich so nicht falsch verhalten. Ein weiterer Pluspunkt: Die App erkennt automatisch eine Freisprechanlage und lässt in diesem Fall Anrufe zu. Abzüge gibt es allerdings dafür, dass die App auch anspringt, wenn man sich als Beifahrer in einem Auto bewegt. Zudem werden Bahn- und Busfahrten nicht immer von der App erkannt. Wer sich so fortbewährt, muss die App vor Fahrtantritt ausschalten.

Manche Apps „petzen“ bei den Eltern

Die „StoppApp“ ist nur eine von vielen Anwendungen, die es aktuell auf dem Markt gibt. Neben der Standbyfunktion, die sich automatisch bei Fahrtantritt einschaltet, gibt es viele Erweiterungen. Manche Apps schicken automatisch Abwesenheitsnotizen bei eingehenden Anrufen und Nachrichten während der Fahrt, andere wie die „AT&T Drive Mode“ aus den USA mit mehr als 50 Millionen Downloads alarmieren sogar die Eltern junger Fahrer, wenn diese die Sicherheitsapp ausschalten, um Nachrichten während des Fahrens empfangen zu können.

Handy am Steuer sorgt für 500 Unfalltote pro Jahr

Wie ernst der Hintergrund für diese Apps ist, belegen wenige Zahlen: 500 Menschen kommen laut Polizeistatistik im Schnitt pro Jahr auf deutschen Straßen ums Leben, weil sie selbst oder ein Unfallbeteiligter während der Fahrt aufs Handy geschaut haben. Besonders alarmierend dabei ist, dass das Schuldbewusstsein beim Griff zum Handy sehr gering ist – ganz im Gegenteil zu Alkohol am Steuer oder erhöhter Geschwindigkeit. Bei einer Umfrage der bundesweiten Verkehrssicherheitskampagne „Be smart“gaben 70 Prozent aller Befragten an, das Smartphone am Steuer zu benutzen, 20 Prozent sagten sogar, sie täten dies regelmäßig.

Die Polizei setzt daher bundesweit immer häufiger und verstärkt auf Kontrollen – ein Verstoß kostet mindestens 100 Euro Bußgeld und bringt mindestens einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Je nachdem, ob man einfach mit Handy am Steuer erwischt wurde oder aber es bereits zu einer Gefahrensituation gekommen ist.

Neue Studie testet 29 Verkehrs-Apps

Es ist daher nicht überraschend, dass das Thema bei App-Entwicklern immer mehr Aufmerksamkeit erfährt. Die derzeit erhältlichen Verkehrssicherheitsapps beugen aber nur bedingt Unfällen im Straßenverkehr vor. Das fanden Forscher der Queensland University of Technology in einer neuen Studie heraus. 29 unterschiedliche Anwendungen wurden getestet. „Viele dieser Apps arbeiten mit der Annahme, dass Autofahrer der Versuchung nicht widerstehen können, während der Fahrt ans Telefon zu gehen, wenn es klingelt“, sagt der Studienleiter Oscar Oviedo-Trespalacios. Wer sein Mobiltelefon aber wirklich für unverzichtbar halte, lade sich erst gar nicht solch eine App herunter.

„Wir glauben, ein besserer Ansatz wäre es, Anwendungen zu vereinfachen, damit sie kompatibel zum Autofahren werden. Das könnte zum Beispiel durch sprachgesteuerte Nutzung geschehen, da die Fahrer so weiterhin den Blick auf die Straße richten können.“ So würden manche Anwendungen auch trotz Autofahrt legal möglich werden: Beispielsweise könnten Nachrichten vorgelesen werden, das Handy-Navi könnte ebenfalls mit der Bordelektronik kommunizieren.

Bei Pokémon Go kommunzieren Auto und Handy direkt

Eine automatisierte Kommunikation zwischen Auto und Smartphone könnte obendrein in Zukunft eine Möglichkeit bieten, das Potenzial dieser Apps besser auszuschöpfen. „Es ist denkbar, dass Handyhersteller in Zukunft eine App auf ihren Telefonen installieren müssen, die mit dem Auto ‚spricht’ und dann automatisch einige Telefon-Funktionen blockiert, während das Auto in Bewegung ist“, sagt Oviedo-Trespalacios. Ein Vorbild dafür wäre das Spiel „Pokémon Go“. In diesem Fall arbeiten Handyhersteller und Appentwickler schon eng zusammen. Die Entwickler bemerkten, dass viele das Spiel auch während des Autofahrens nutzten. Daher wurde ein Update eingeführt, das dem entgegenwirkt. „Das ist eine Sache der sozialen Verantwortung, und wir als Nutzer können Druck ausüben“, so der Leiter der Studie, die im Januar im Fachmagazin „Transportation Research“ veröffentlicht wurde.

Apps können Verkehrssünder nicht bekehren

Tatsächlich ist das das offensichtlichste Problem von Verkehrssicherheitsapps wie der „StoppApp“: Sie funktionieren. Allerdings nicht automatisch und verpflichtend. Vielmehr braucht es den Menschen, den Fahrer, der will, dass diese Apps funktionieren. Diejenigen, die sich bewusst eine solche App herunterladen, um sich selbst vom Smartphone fernzuhalten, würden im Zweifelsfall eh nicht während der Fahrt aufs Handy schauen. Die aktuellen Apps machen es aber auf jeden Fall einfacher, sich richtig zu verhalten. Und das ist ja auch schon mal was.

Von RND/car/idw

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