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Digital Gericht entscheidet: Facebook-Freunde sind nicht real
Nachrichten Digital Gericht entscheidet: Facebook-Freunde sind nicht real
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16:10 19.11.2018
Eine Facebook-Freundschaft ist einer realen Freundschaft nicht gleichzusetzen, urteilte ein Gericht in Florida. Quelle: Armin Weigel/dpa
Tallahassee

„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ – als Heinz Rühmann 1930 dieses Lied in „Die Drei von der Tankstelle“ sang, gab es weder Internet, noch war an die sozialen Netzwerke wie Twitter, LinkedIn – oder eben Facebook überhaupt zu denken. Wie „sozial“ diese sozialen Medien sind, wird häufig diskutiert. Aber welche juristischen Folgen ergeben sich daraus? Und wie real sind eigentlich Freundschaften, die über Facebook gepflegt werden?

Befangenheit durch Facebook-Freundschaft?

In dem Verfahren, das nun vor dem Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof von Florida, entschieden wurde, ging es um eine Entscheidung eines anderen Gerichts. Anwalt Reuven Herssein beantragte, eine Richterin für befangen zu erklären, da sie mit Israel Reyes, dem gegnerischen Anwalt in dem Verfahren, auf Facebook befreundet sei. Er habe eine wohlbegründete Befürchtung, dass sein Mandant kein faires Verfahren bekommen werde, schrieb Herssein in seinem Antrag.

Dem folgte der Supreme Court nicht. Auch wenn es damit einem Gericht in Domville widersprach, das 2009 noch eine Befangenheitsklage zuließe – in dem Fall waren Staatsanwalt und Richter auf Facebook befreundet. Die jetzige Entscheidung aber lautet zusammengefasst: Eine Facebook-Freundschaft meint eigentlich nichts weiter.

Vernetzung statt persönliche Beziehung

Das begründete der Supreme Court knapp:

1. Eine Freundschaft in der echten Welt reiche auch nicht alleine, um einen Richter für befangen zu erklären. Dazu sei die Rechtsgemeinschaft nicht groß genug, dass sich Anwälte, Staatsanwälte und Richter aus dem Weg gehen könnten – zudem müsse man grundsätzlich – positiv – unterstellen, dass diese ihre Arbeit professionell verrichteten.

2. Menschen haben viel zu viele „Freunde“ auf Facebook. Einige hätten Tausende: „Sie können nicht einmal jede Person nennen, die sie als Freunde akzeptiert haben oder von denen sie als Freunde akzeptiert wurden.“

3. Bei Facebook gehe es auch um Networking, um die Vernetzung mit anderen Personen. Und dahinter, schreibt der Supreme Court weiter, stecke oft mehr ein Algorithmus von Facebook als persönliche Interaktion. Kurz: Facebook empfiehlt „Freunde“, die einem gewissen Muster entsprechen, aber nicht immer unbedingt die Personen, denen man im normalen Leben begegnet – eine Art Selektion durch das soziale Netzwerk.

Freund auf Facebook ist ein Kunstbegriff

Ein Freund auf Facebook sei also nicht unbedingt ein Freund in der realen Welt, auch das Wort Freund habe sich in seiner Bedeutung – in den sozialen Netzwerken – zu einem viel größeren Spektrum verändert. Auf Facebook stelle Freund nur ein Kunstbegriff dar, findet das Gericht. Das würde auch Heinz Rühmann unterschreiben: Schließlich singt er ja weiter: „Ein Freund bleibt immer Freund, und wenn die ganze Welt zusammenfällt.“

Von RND/gum

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