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Der Norden Zwei Menschen und ein Pferd ertrinken in niedersächsischen Seen
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Zwei Menschen und ein Pferd ertrinken in niedersächsischen Seen

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06:25 17.08.2020
Symbolbild. Wieder hat es am Wochenende schwere Badeunfälle im Land gegeben. Für einen kleinen Jungen und für einen Mann endete der Gang ins Wasser tödlich. Auch ein Pferd war nicht mehr zu retten. Quelle: -/Nord-West-Media TV/dpa
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Laatzen/Leer/Papenburg

Am Wochenende sind bei Badeunfällen in Niedersachsen erneut Menschen ums Leben gekommen. Nach langer Suche konnten Retter am Samstag in Laatzen bei Hannover einen Mann nur noch tot aus einem Teich bergen. In Ostrhauderfehn (Kreis Leer) war bereits am Freitagabend ein Junge ertrunken. Und in der Nähe vom Papenburg ging ein Pferd in einem Baggersee unter.

Ein Großaufgebot hatte sich in Laatzen auf die Spur nach dem Vermissten begeben, nachdem dieser mit zwei anderen Männern baden gegangen und plötzlich nicht mehr aufgetaucht war. Mitglieder eines Angelvereins wurden auf die beiden übrigen, verzweifelt wirkenden Schwimmer aufmerksam und riefen die Feuerwehr. 100 Einsatzkräfte aus der Region gingen auf die Suche. Taucher beteiligten sich. Hunde, eine Drohne, ein Sonarboot und ein Rettungshubschrauber kamen dazu.

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Pferd ertrinkt im See

Später wurde der Vermisste leblos aus dem Wasser gezogen. Nach Angaben der Feuerwehr herrschte am See ein Badeverbot – die Helfer appellierten an die Bevölkerung, solche Vorschriften zu beachten.

Am Freitagabend war in Ostrhauderfehn schon ein Sechsjähriger aus dem Kreis Cloppenburg in einem Badesee gestorben. Auch dort hatten viele Einsatzkräfte und Taucher nach dem Kind gesucht. Notfallseelsorger und ein Kriseninterventionsteam mussten die Familie betreuen.

Im Wiek-See östlich von Papenburg im Emsland ging ein Pferd auf zunächst rätselhafte Weise unter. Die Besitzerin war am Samstag mit ihm am Ufer geritten. Den Ermittlungsergebnissen zufolge warf das Tier sie ab, als sie versuchte, ein Foto zu machen. Die Frau habe sich an Land retten können, während das Pferd jedoch im See ertrank. 

Wenige Konflikte – wegen Corona-Pandemie?

Immer wieder kommt es zu schweren Badeunfällen. An der Nordsee haben Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in diesem Sommer bisher aber oft weniger Stress als üblich - was auch an den Umständen der Corona-Pandemie liegen könnte. Die Menschen seien bezüglich der Baderegeln disziplinierter, sagte der Wachführer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf Langeoog, Ludger Roters: „Wir haben extrem wenig Konflikte. Ob das direkt mit Corona zusammenhängt, weiß ich nicht. Aber ich glaube, die Leute sind froh, wenn sie am Strand sein können und genießen die Zeit.“

Laut einer Zwischenbilanz der DLRG geschahen mehr als 90 Prozent der tödlichen Unfälle bislang im Binnenland - vor allem an unbewachten Badestellen. Niedersachsen hatte demnach in den ersten sieben Monaten des Jahres nach Bayern und Nordrhein-Westfalen die meisten Todesfälle - mindestens 24. In ganz Deutschland ertranken in der Zeit mindestens 192, in der deutschen Nord- und Ostsee mindestens 10 Menschen.

Von RND/dpa