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Der Norden So lebt es sich in der „Hölle“
Nachrichten Der Norden So lebt es sich in der „Hölle“
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10:59 15.08.2019
Eigentlich ist es ganz beschaulich im Herzen von Almke: Das ist die Zufahrt zur „Hölle". Quelle: Yvonne Droste
Almke

Die „Hölle“ in Almke: Viele Mythen ranken sich um die Straße mit dem ungewöhnlichen Namen, die sich mitten im alten Dorfkern befindet. Wie sie zu ihrem Namen kam, ist nicht restlos aufgeklärt. Nicht einmal Almker Urgestein Kurt Voges (90) weiß, warum der knapp 100 Meter lange, von roten Rosen umrankte und mit großen Laubbäumen umrahmte Privatweg im Herzen des Dorfes bei Wolfsburg ausgerechnet diesen Namen erhielt.

Einer der „Höllenbewohner“ ist Werner Blischke. Er kennt eine der vielen Geschichten, die sich um die Namensgebung der „Hölle“ ranken: Kirchgänger sollen den Weg so genannt haben, weil er damals in ein wild überwuchertes Stück Land geführt habe.

Hölle oder Hülle?

Joachim Sievers, Ratsherr und ehemaliger Ortsbürgermeister, ist eine andere Version bekannt. „Eigentlich hängt der Name nicht mit der biblischen Hölle zusammen“, sagt er überzeugt und lacht. Vielmehr sei der Weg, der erst im Jahr 1912 nach dem Abriss einer Scheune entstanden war, wahrscheinlich von dem Wort „Hülle“ beziehungsweise von „verhüllt“ im Sinne von „verborgen“ abgeleitet worden.

Dieses historische Foto von 1912 zeigt die damalige Zuwegung zur "Hölle" rechts neben den beiden Sandsteinpfosten hinter dem Paar in der Pferdekutsche. Quelle: Joachim Sievers

Denn hinter dem Hof, der links auf einem historischen Foto zu sehen ist, hätten sich damals zwei oder drei Häuser befunden, die, als damals vor 1912 noch die Scheune dort stand, keine eigene Zuwegung besaßen, sondern nur ein Wegerecht über den Hof hatten. Sie waren also vor dem Jahr 1912 hinter Hof und Scheune verborgen. Aufzeichnungen über den damaligen Beschluss, den Weg „Hölle“ zu taufen, existierten aber wohl nicht einmal in der Chronik, so Sievers.

Hölle bleibt nachts dunkel

Willi Diezel, Bewohner des ersten Hauses der „Hölle“ lebt seit 1958 dort und sagt: „Es ist schön und lebt sich ruhig hier. Wir haben hier ja keinen Durchgangsverkehr.“ Tatsächlich ist die „Hölle“ eine Sackgasse, die nächtens dunkel bleibt, „weil wir hier keine einzige Straßenlaterne haben“, erklärt Werner Blischke. Er ist 1994 aus Fallersleben in die Almker „Hölle“ gezogen und baute mit seiner Frau Ingrid dort ein Haus. „Meine Frisörin hat mich damals überzeugt hierher zu ziehen“, erzählt er. Diese habe ihm von der Beschaulichkeit des Örtchens vorgeschwärmt.

Willi Diezel zog im Jahr 1958 in sein Elternhaus in der "Hölle". Quelle: Yvonne Droste

Bereut habe er diese Entscheidung nicht. Im Gegenteil: Jemandem zu erzählen, in der Hölle zu wohnen, sei immer ein Eisbrecher. „Man kommt mit den Leuten sofort ins Gespräch.“ Der Straßenname sei immer für einen Spaß gut und verbreite mitnichten Angst und Schrecken.

Wem die „Hölle“ trotzdem zu unheimlich ist, der ist wohl auf dem „Himmelberg“ im Nachbardorf Hehlingen besser aufgehoben.

Rote Rosen wachsen an Rand der "Hölle". Quelle: Yvonne Droste

Von RND/WAZ/Yvonne Droste

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