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Der Norden Übergriff auf Flüchtlingsunterkunft in Göttingen
Nachrichten Der Norden Übergriff auf Flüchtlingsunterkunft in Göttingen
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18:34 04.01.2017
Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch auf dem Gelände einer Göttinger Flüchtlingsunterkunft eine Fensterscheibe eingeworfen. Kurz zuvor sollen die Täter "Sieg Heil" gerufen haben. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hörten demnach gegen 0.10 Uhr den Ausruf und das Klirren einer Scheibe. Sie konnten allerdings nur noch beobachten, wie zwei oder drei Personen in Richtung Hagenweg davonliefen. Eine Fahndung mit mehreren Funkstreifen verlief in der Nacht ergebnislos. Der Schaden am Gebäude wird auf 250 Euro geschätzt. Menschen kamen nicht zu Schaden, berichtete Kaatz.

Den Flüchtlingen Angst zu machen, wahrscheinlich das Hauptziel der Täter, wurde offenbar nicht erreicht: Die vor Ort befragten Bewohner der Unterkunft am Schützenanger hatten von dem Angriff nicht das Geringste mitbekommen, wie sie am Mittwochnachmittag erzählten.

Das Staatsschutzkommissariat ermittelt jetzt wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung. Es sei augenscheinlich von einem fremdenfeindlichen Hintergrund auszugehen, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz.

Die letzten polizeibekannten Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Göttingen liegen mehr als eineinhalb Jahre zurück. Im Mai 2015 war an der Großen Breite ebenfalls eine Scheibe eingeworfen und ein Antennenkabel durchgeschnitten worden. Außerdem warfen Unbekannte eine Bierflasche gegen ein Haus. In Adelebsen waren vor der Belegung der Albert-Schweitzer-Schule mit 200 Flüchtlingen offensichtlich Rechtsradikale aufgetaucht und hatten ebenfalls "Sieg Heil" skandiert.

Die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen kann mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden, sagt Andreas Buick, Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft. Die Auseinandersetzung mit rechten Straftaten sei für die Staatsanwaltschaft ein Dauerereignis. Internetkriminalität und Schmierereien nennt Buick dabei als die häufigsten Delikte. Übergriffe wie in der Nacht zu Mittwoch stünden allerdings in Göttingen nicht auf der Tagesordnung.

Von Britta Bielefeld, Matthias Heinzel und Markus Scharf

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