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Der Norden Warum die Küchen an der Nord- und Ostsee kalt bleiben
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09:06 22.06.2019
Die Tourismusbranche in Norddeutschland hat vielerorts Probleme, Fachkräfte zu finden. Quelle: RND-Montage/dpa/Christian Charisius/Usedom Tourismus GmbH
Emden/Rostock

Ruhetage in Restaurants und ein dünneres Angebot auf den Speisekarten: In der Tourismusbranche fehlt Fachpersonal. Zunehmend macht sich auch der Mangel an Saisonkräften bemerkbar. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage in Ferienorten an der Küste von Nord- und Ostsee. „Mitarbeiter gesucht“ heißt es auf Schaufenster-Aushängen vieler Betriebe. Die Ursachen für das Ausbleiben der Saisonkräfte sind vielschichtig. Ein Grund könnten steigende Gehälter in Ländern wie Polen und Rumänien sein.

Mecklenburg-Vorpommern

Rostock: Personalmangel auch im Nordosten hat der Dehoga-Geschäftsführer in Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Dettmann, erkannt: „Wir werden trotzdem einen Großteil der Branchenleistungen anbieten können.“ Sicherlich gebe es hin und wieder Fälle, in denen Restaurants zu bestimmten Zeiten nicht öffnen, weil kein Personal vorhanden ist. „Aber das ist kein generelles Branchenproblem.“ Dettmann geht davon aus, dass es in Mecklenburg-Vorpommern rund 10 000 Saisonbeschäftigte im Dehoga-Bereich gibt. Viele kämen aus dem regionalen Umfeld. Es seien aber auch viele aus anderen Bundesländern dabei, die nur mal eine Saison an der Ostsee arbeiten wollen. Auch aus der Grenzregion von Polen stammten viele Mitarbeiter.

Heiligendamm: Im Grand Hotel würde General Manager Thies Bruhn im Servicebereich gerne noch Mitarbeiter einstellen, um gut über den Sommer zu kommen. Doch das sei schwierig. Der Mitarbeitermangel sei aber nicht so gravierend, dass einzelne Leistungen nicht mehr angeboten werden könnten. Künftig werde ein Austausch mit dem Kempinski-Hotel in St. Moritz (Schweiz) stattfinden: „Wir haben im Sommer viel zu tun, dann ist dort nicht so viel los“, sagt Bruhn. Im Gegenzug würden dann Heiligendamm-Mitarbeiter im Winter in der Schweiz arbeiten können. Eine andere Möglichkeit seien Aushilfskräfte, etwa aus österreichischen Hotelfachschulen. „Dort studieren viele junge Menschen auch aus Slowenien, die gerne bereit sind, für drei Monate in einem Hotel zu arbeiten, sagt Bruhn.

Schleswig-Holstein

Sylt: Auf Sylt ist das Thema Saisonarbeitskräfte ein Dauerbrenner. „Das ist bei sehr vielen Kollegen ein Knackpunkt“, sagte der erste Vorsitzende von Dehoga Sylt, Claas-Erik Johannsen. Er selbst habe in seinem Hotel aktuell zwar keine Probleme, vor allem im Service und in der Küche könnten viele Betriebe auf der Insel jedoch mehr Leute gebrauchen. Aber: „Es gibt nicht genügend Leute.“ Zudem sei die Unterbringung auf Sylt oftmals schwierig. Wegen der schwierigen Personalsituation gebe es vereinzelt auch Betriebe, die in der Hauptsaison einen Ruhetag einplanen, den sie sonst nicht gemacht hätten.

Büsum: Im Hafenstädtchen Büsum an der schleswig-holsteinischen Westküste ist es ebenfalls schwer, Personal zu finden. „Es ist schwierig“, sagt Karl-Heinz Kolle, erster Vorsitzende des Dehoga-Ortsverbandes und Inhaber des Traditionshauses Kolles Alter Muschelsaal. Der Trend gehe weg von Saison- zu Ganzjahreskräften, aber auch die seien schwer zu finden. Hinzu kommt, dass der Tourismus in dem Ort boome und neue Hotels hinzukämen, die ebenfalls Personal bräuchten. Kolle hat in seinem Betrieb neben dem Montag als Ruhetag derzeit auch dienstagmittags geschlossen, obwohl er eine gute Stammbelegschaft hat und auch ausbildet. Aber: „Wir kommen sonst mit den Stunden nicht hin.“

Fehmarn: Sehr schwierig findet Dominik Schlemmer, der gemeinsam mit anderen die 360 Grad Bars an Stränden in Fehmarn und Büsum betreibt, die Suche nach Saisonkräften. Die Lage ist seiner Beobachtung zufolge in den vergangenen Jahren deutlich schlechter geworden. „Es sind gar keine Bewerbungsschreiben mehr da“, sagt er. Zwar gebe es wegen fehlender Saisonkräfte keine verkürzten Öffnungszeiten oder Schließtage - aber die anfallende Arbeit müssten dann die anderen auffangen. Mehr Personal wäre hilfreich.

Niedersachsen

Langeoog: „Auf der Insel ist es noch schlimmer als auf dem Festland, sagt Gastwirt Ralf Deeling vom Restaurant „In't Dörp“ auf Langeoog: „Das ist eine Vollkatastrophe. Die Hafenkneipe macht zwei Ruhetage. Einem Restaurant-Kollegen fehlt ein Koch, da wird jetzt auch an einem Tag geschlossen.“ Es fehle in der gesamten Branche an Kräften, besonders in den vom Tourismus geprägten Gebieten. An der Bezahlung könne es nicht liegen: „Ohne Mindestlohn geht gar nichts, denn sonst käme erst recht niemand. Eher wird noch was draufgelegt“, sagt Deeling.

Cuxhaven: Auch an der Elbmündung ist die Lage angespannt. „Es ist nicht ganz einfach, über die Saison zu kommen“, sagt Bernhard Dohne, der das Hotel Strandperle in Cuxhaven-Duhnen betreibt. Inzwischen vergibt er deshalb nur noch dauerhafte Arbeitsverträge. „Das treibt zwar die Personalkosten nach oben, aber auf Saisonkräfte zu setzen, ist zu riskant geworden“, sagt er. Lediglich zwei Saisonkräfte aus Bosnien beschäftigt er für zwei Monate. Mit dieser Strategie könne er den gewohnten Standard im Hotel halten.

Emden: „Das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Tourismusbetriebe bleibt der Fachkräftemangel“, sagt Arno Ulrichs von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostfriesland. Es gehe längst nicht mehr nur um ausgebildete Fachleute, viele Betriebe suchten auch dringend ungelernte Hilfskräfte. 68 Prozent der Unternehmen hätten längerfristig offene Stellen und Schwierigkeiten, diese zu besetzen.

Oldenburg: „Viele Menschen sind nicht mehr bereit, längere Zeit fernab von ihrer Heimat zu arbeiten oder umzuziehen“, sagt Birgit Kolb-Binder vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Ostfriesland. Zudem werde es im Gastronomiebereich immer schwieriger, Deutsch sprechende Servicekräfte zu finden, die aber für den direkten Kontakt mit den Gästen nötig seien. „Der Markt scheint an seine Grenzen zu stoßen“, so Kolb-Binder.

RND/dpa

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