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Der Norden Tod in Lindauer Pension: Lebensgefährte soll auf 60-Jährige eingestochen haben
Nachrichten Der Norden Tod in Lindauer Pension: Lebensgefährte soll auf 60-Jährige eingestochen haben
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15:08 06.07.2019
In einer Pension in Lindau ist eine Frau erstochen worden. Quelle: Helge Schneemann
Lindau

Nach dem gewaltsamen Tod einer 60-Jährigen in einer Pension in Lindau (Landkreis Northeim) am Freitag hat die Polizei weitere Einzelheiten zur Tat bekanntgegeben. Demnach soll es sich um einen Beziehungsstreit gehandelt haben.

Die 60-Jährige und der 54-jährige Tatverdächtige sollen in Streit geraten sein, weil einer der beiden die langjährige Beziehung beendet habe, sagte Uwe Falkenhain, Pressesprecher der Polizei Northeim, am Sonnabend. Der Streit eskalierte, woraufhin der Mann mit einem Messer auf die 60-Jährige eingestochen habe. Sie erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.

Tatverdächtiger alarmiert Notruf

Eine 59-Jahre alte Bekannte des Opfers, die bei der Tat anwesend war, wurde ebenfalls durch Messerstiche schwer verletzt. Trotz ihrer Verletzungen sei es der Frau gelungen, aus der Pension zu flüchten und um Hilfe zu rufen. Anwohner hätten erste Hilfe geleistet, bis der Rettungsdienst eintraf.

Alarmiert wurden die Retter vom Tatverdächtigen: Der 54-Jährige hat nach Angaben der Polizei direkt nach der Tat über den Notruf Polizei und Rettungsdienste verständigt. Er habe sich wenig später widerstandslos von Polizeibeamten festnehmen lassen.

Tatverdächtiger verweigert Aussage

Nach Rücksprache mit seinem Anwalt verweigere der 54-Jährige die Aussage, sagte Falkenhain. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Göttingen wurde der Lindauer am Sonnabendvormittag dem Haftrichter beim Amtsgericht Göttingen vorgeführt. Gegen ihn sei ein Haftbefehl erlassen worden. Der 54-Jährige sei in die JVA Rosdorf gebracht worden.

Der Leichnam des Opfers wird nach Angaben der Polizei am kommenden Montag in der Rechtsmedizin Göttingen obduziert.

Die ebenfalls durch Messerstiche schwer verletzte 59-Jährige befindet sich weiterhin in ärztlicher Behandlung. Daher habe sie bislang noch nicht vernommen werden können, erklärte Falkenhain. Sie befinde sich aber nicht in Lebensgefahr.

Die Rolle der 59-Jährigen

Die später Getötete war am Freitag mit ihrer 59-jährigen Bekannten zu dem mutmaßlichen Täter in die Pension gekommen. Offenbar hatte die 60-Jährige ihre Freundin zur Unterstützung mitgebracht. In der Pension entwickelte sich der Streit, der dann eskalierte – mit tödlichen Folgen für die ehemalige Lebensgefährtin des 54-Jährigen.

Unterdessen sind die Ermittlungen in der Pension in Lindau und im Umkreis des Gebäudes abgeschlossen. Das Haus war zwischenzeitlich von der Polizei beschlagnahmt worden. Mittlerweile habe man das Objekt aber wieder verschlossen und freigegeben, erklärte Falkenhain. Am Sonnabend waren vor dem Eingang der Pension deutlich Blutspritzer auf dem Boden zu sehen. Außerdem hatte jemand zwei Kerzen auf den Treppenabsatz gestellt.

Paar hatte Pension zusammen betrieben

Probleme mit Gaffern habe es bei den Ermittlungen nicht gegeben, sagte der Polizeisprecher. Die Bewohner in Lindau hätten sich sehr zurückgehalten. Hier und da habe sich mal ein Anwohner am Fenster blicken lassen. Einige Bürger seien auch mal kurz mit dem Rad vorbei gefahren. Das habe die Arbeit der Spurensicherung und der weiteren Beamten vor Ort aber nicht gestört. Noch dazu habe die Polizei den Bereich rund um die Pension ja auch abgesperrt gehabt. Die Polizeiinspektion Northeim hatte noch am Freitagnachmittag die Mordkommission „Flecken“ eingerichtet.

Das Paar, das ursprünglich aus Mainz stammt, hatte die Pension seit einiger Zeit zusammen betrieben. Das erklärte auch Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Er habe die beiden gekannt. Sie hätten die Pension vor ein, zwei Jahren übernommen. Er sei „sehr schockiert“, sagte Ahrens. Lindau sei in den vergangenen Jahren arg gebeutelt, was Gewaltverbrechen anbelange.

Lindau kommt nicht zur Ruhe

Erst kürzlich nämlich war ein Prozess vor dem Landgericht Göttingen zu Ende gegangen. Der Angeklagte hatte darin gestanden, im Dezember 2017 an seinem damaligen Wohnort in Lindau einen 37-jährigen Hausnachbarn im Verlaufe eines Streits mit einer Schnur erdrosselt zu haben. Später habe er die Leiche zerteilt und in der Nähe des Wohnhauses in der Feldmark vergraben.

Im Verlauf des Prozesses traten schockierende Details zutage: Der Angeklagte gehörte ebenso wie mehrere andere Hausbewohner einer obskuren Vereinigung an, die ihr Vermieter initiiert hatte. Dieser hatte gezielt esoterisch Interessierte als Mieter angeworben. Das Gebäude wurde so zu einer Art Geisterhaus, in dem okkultistische Handlungen und Rituale praktiziert wurden.

Lindau keinen Fluch anhängen“

Die Schwurgerichtskammer hatte den 29-jährigen Angeklagten aus Landsberg am Lech im Juni dieses Jahres wegen Totschlags und Störung der Totenruhe zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Das Gericht ordnete zudem die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, da der Angeklagte aufgrund einer bislang unbehandelten kombinierten Persönlichkeitsstörung eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Die Verteidigung hat gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen Revision eingelegt.

Diese beiden Fälle lägen zwar zeitlich nah beieinander, hätten aber rein gar nichts miteinander zu tun, betonte Polizeisprecher Falkenhain. Das Gewaltverbrechen in der Pension sei „ein absoluter Zufall“ und habe nichts mit Lindau zu tun. „Die hätten sich ja auch woanders treffen können“, so Falkenhain. „Lindau jetzt einen Fluch anzuhängen, das wäre unfair.“

Von Verena Schulz und Andreas Fuhrmann

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