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Der Norden Udo Lindenberg ist zu Gast im neuen Niedersachsen-“Tatort“
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Tatort zu Weihnachten aus Niedersachsen: Alles kommt zurück - mit Udo Lindenberg

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13:58 17.12.2021
Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Udo Lindenberg in einer Szene aus «Tatort: Alles kommt zurück»
Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Udo Lindenberg in einer Szene aus «Tatort: Alles kommt zurück» Quelle: Frizzi Kurkhaus/dpa
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Hamburg

Dieser Niedersachsen-„Tatort“ ist anders als sonst. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Er spielt nicht nur mit Genres, Gefühlen und großartigen Bildern. Er ist zudem mit Detlev Buck, Kida Khodr Ramadan, Udo Lindenberg, Jens Harzer und Anne Ratte-Polle starbesetzt.

In der Folge „Tatort: Alles kommt zurück“ am zweiten Weihnachtstag (20.15 Uhr, Das Erste) macht Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) einen privaten Ausflug nach Hamburg ins Hotel Atlantic. Ja, DAS Hotel Atlantic von Panikrocker Udo Lindenberg. Dort will sie eine erotische Chat-Bekanntschaft treffen und sich einfach mal fallen lassen. Doch es kommt anders.

Charlotte Lindholm im blutverschmierten Kleid

Der durchtrainierte Beinahe-Lover liegt stattdessen ermordet im Halbdunkel im Hotelbett. Die blutbeschmierte Lindholm im blauen Seidenkleid wird - inmitten eines Udo-Lindenberg-Doppelgänger-Wettbewerbes - zur Hauptverdächtigen. Dabei muss sie sich zwei zunächst undurchsichtigen Kommissaren stellen. Als dann auch noch die Tatwaffe, ein Messer, in ihrer Handtasche gefunden wird, wird es eng für die blonde Polizistin.

Das Ermittler-Duo, mit dem sich Lindholm konfrontiert sieht, ist so unnachgiebig und aufbrausend wie bedächtig und scheinbar verhuscht: das ungleiche Duo Jana Zimmermann (Anne Ratte-Polle) und Ruben Delfgau (Jens Harzer). Ratte-Polle hat sichtbar Freude an der Rolle.

Mit feuerroter Lockenmähne fordert sie die Kommissarin heraus und hat dabei ihre ganz eigene Agenda. Lindholm nimmt am Ende natürlich selbst die Spurensuche in die Hand - und erhält dabei mehrfach Hilfe von unerwarteter Seite.

Furtwängler war 2018 bei Lindenberg zu Gast

Dieser „Tatort“ des Norddeutschen Rundfunks ist ein Gegenbesuch. Nachdem Furtwängler 2018 mit Udo Lindenberg beim TV-Konzert „MTV Unplugged“ gesungen hatte, wollte der Kultsänger nun sie an ihrem Arbeitsplatz sehen. „Das brauchte er wirklich nur ein halbes Mal zu erwähnen. Und schon habe ich gesagt: Ok, da lasse ich mir was einfallen“, sagte Furtwängler der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Das Team habe letztlich einen „Tatort“ um Udo Lindenberg herum geschrieben. Denn: „Udo spielt am besten Udo und deshalb der Dreh im Hotel Atlantic und damit verbunden der Dreh in Hamburg.“ Das sei eine freudvolle Herausforderung gewesen, so die 55-Jährige, die für diese Episode erstmals auch als Produzentin arbeitete.

Regisseur Detlev Buck

Als Regisseur konnte Detlev Buck (59, „Hände weg von Mississippi“, „Männerpension“) gewonnen werden. „Das Drehen mit Detlev Buck hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und war ein echter Gewinn, weil er so ein neugieriger Mensch ist, der sich über jede gelungene Idee freut, über alles, was ihn zum Lachen bringt oder was ihn provoziert.“

Zudem sei mit ihm im Team auch die Suche nach der richtigen Schauspiel-Riege erfolgreicher gewesen. „Der war ganz klar ein Türöffner. Und hat so auch einen Jens Harzer, dessen künstlerische Heimat ja eher die Theaterbühne ist, überzeugt“, sagte Furtwängler weiter. Zudem ist er in einer verspielten Rolle als Puff-Besitzer auch selbst mit von der Partie. Und natürlich stehen nicht nur Panik-Rocker-Doppelgänger, sondern auch Lindenberg selbst vor der Kamera - der gibt dabei zwei seiner Lieder zum Besten.

Der neue Lindholm-Solo-„Tatort“ punktet aber nicht nur mit seiner Starquote. Er wagt sich aus der Komfortzone und probiert Neues. „Der „Tatort“ ist eine Mischung aus märchenhaft, spannend, humorvoll und auch wieder tragisch. Er tanzt zwischen den Genres. Ich finde, das ist eine reiche Mischung“, so Furtwängler dazu. Für Charlotte Lindholm werde der Ausflug „zu einem Alptraum, weil sie diesmal als Verdächtige auf der anderen Seite der Vernehmung“ stehe.

Ein „Tatort“, der andere Wege geht

Entsprechend finden sich Elemente aus Horrorfilmen, psychedelischen Traumreisen, Psychodramen und emotionalen Romanzen - wunderbar eingefangen von der Kamerafrau Bella Halben. Wer eher die klassische, lineare Krimi-Geschichte mag, mag da vielleicht aussteigen. Alle anderen könnten von der absichtlich überzogenen Erzählung spannend unterhalten werden. Es ist ein „Tatort“, der sich traut, andere Wege zu gehen - und auch die verletzliche Seite der Kommissarin zeigt.

Ein Erlebnis ist dabei mal wieder Iffland-Ring-Träger Jens Harzer (49). Da wünscht man sich direkt ein Hamburger Spinn-off aus dem Niedersachsen-„Tatort“. Fans des Göttingen-Teams um Lindholm - Anais Schmitz (Florence Kasumba) und Nick Schmitz (Daniel Donskoy) - kommen übrigens mit der nächsten Folge wieder auf ihre Kosten. Aus dem Solo werde wieder ein Duo. „Absolut“, so Furtwängler.

Von RND/dpa