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Der Norden Sieben gute Nachrichten aus Niedersachsen in Zeiten der Corona-Krise
Nachrichten Der Norden Sieben gute Nachrichten aus Niedersachsen in Zeiten der Corona-Krise
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09:35 20.03.2020
Hilfsangebote, Hauskonzerte und mehr: In Zeiten des Corona-Virus gibt es in Niedersachsen auch gute Nachrichten. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
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Hannover

Steigende Fallzahlen, drohende Rezession und Einschränkungen im Alltag: Die Corona-Krise hat in den vergangenen Tagen überwiegend für schlechte Nachrichten gesorgt. Doch gibt es an vielen Ecken und Enden Hoffnung und Zuversicht. Das zeigen diese sieben guten Nachrichten aus Niedersachsen.

1. Niedersachsen ist solidarisch

Gerade um Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen unter die Arme zu greifen, organisieren sich derzeit Tausende Menschen in ganz Niedersachsen. Alleine in Hannover haben sich im Laufe der Woche rund 3500 Leute bei der Initiative „Solidarität statt Hamsterkäufe“ gemeldet und ihre Hilfe angeboten, wie Jonas Negenborn erzählt. Der 26-jährige Student hat das Projekt mit einigen Freunden privat organisiert. „Wir wollen am Wochenende massenhaft Flyer verteilen, um ältere Menschen anzusprechen“, erzählt er. Hilfsbedürftige könnten dann bei der Nummer +49 1525 7878124 anrufen und würden vermittelt. Sein Wunsch: „Ich hoffe generell, dass sich Solidarität über Corona heraus bei den Menschen im Alltag etabliert.“

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Auch in anderen Städten haben sich über die sozialen Netzwerke schnell Hilfswillige gefunden: In Osnabrück oder Göttingen organisieren sich vornehmend junge Leute über Telegramgruppen wie „Helfende Hand“, in Bremen sind fast 2000 Menschen in der Facebookgruppe „Coronahilfe Bremen“. Auch die Diakonie Hannover und einige Fußball-Fangruppen haben Hilfsangebote aus dem Boden gestampft.

2. Kultur geht auch im Wohnzimmer

Keine Kulturveranstaltungen - kein Problem. Der hannoversche Musikprofessor und Starpianist Igor Levit setzt sich fast jeden Abend an seinen Flügel und überträgt das im Internet. Hingebungsvoll spielt er Bach, Beethoven oder Schubert für sein virtuelles Publikum. Alleine auf Twitter sehen ihm dabei regelmäßig mehr als 100 000 Menschen zu. „Es ist ein Experiment. Social Media Hauskonzert. Bis wir uns alle wieder gemeinsam, real, nah beieinander, versammeln und Kunst erleben können“, schreibt er dazu auf Twitter.

3. Die Kirchen werden kreativ 

Auch die Kirchen werden in diesen Zeiten kreativ: Die Bistümer Hildesheim und Osnabrück wollen Gottesdienste online übertragen. Wer die Andacht des evangelischen Pastors Michael Grimmsmann aus der St. Mariengemeinde in Bramsche-Ueffeln (Landkreis Osnabrück) hören will, kann eine Telefonnummer anrufen: „Sie sind verbunden im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Kirche überträgt Gottesdienst im Internet

4. Keine Versorgungsengpässe in Sicht 

Auch in absehbarer Zeit muss zwischen Harz und Nordsee niemand um seine Grundversorgung fürchten. „Die Lager sind voll“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack. Auch Toilettenpapier stehe ausreichend zur Verfügung. Wichtig sei aber, auf Hamsterkäufe zu verzichten, um kurzfristige Engpässe in den Supermärkten zu vermeiden. Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte am Donnerstag, dass die Lebensmittelproduktion unverändert hoch sei und die Lieferketten funktionierten.

5. Der Frühling kommt 

Die Vögel zwitschern, überall blüht es, auf den Deichen blöken die Lämmer: Es wird Frühling in Niedersachsen. Auch wenn Menschenansammlungen gemieden werden sollen, sind Waldspaziergänge oder einsame Ausflüge an den Strand weiterhin erlaubt. Wer draußen die Natur genießen möchte, sollte aber auf seine Mitmenschen achten, wie der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, betont: „Es ist erstmal nicht verboten, in Parks rumzulaufen.“ Er appellierte an alle, die Abstandsgebote einzuhalten.

Prächtige Magnolien kündigen den Frühling an

6. Weniger Verkehr auf den Straßen

Es ist spürbar weniger los auf Niedersachsens Straßen. Die Polizeidirektionen im Land vermelden weniger Unfälle und weniger Staus, der Berufsverkehr in Hannover fällt größtenteils aus. Ob dadurch Luft- und Lärmbelastung mittelfristig zurückgehen, kann derzeit aber noch nicht verlässlich bestimmt werden, wie das Umweltministerium mitteilt.

7. Schnelles Internet trotz Virus 

Wer in Niedersachsen derzeit im Home Office ist, braucht schnelles Internet. Gerade in ländlichen Gebieten ist das nicht immer selbstverständlich. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg erhalten in diesen Wochen etliche Haushalte einen Breitbandanschluss. Die Arbeiten werden trotz der Corona-Krise nicht eingestellt, wie der Landkreis mitteilt. Auch im restlichen Niedersachsen steht dem schnellen Internet kein Virus im Weg: „Der Breitbandausbau wird weiter fortgeführt“, sagt eine Sprecherin des zuständigen Wirtschaftsministeriums.

Von RND/lni