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Der Norden Warum Schulleiter nichts von den neuen regionalen Beratungsteams in Niedersachsen halten
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Schulaufsicht: Warum die Direktorenvereinigung nichts von den neuen regionalen Beratungsteams in Niedersachsen hält

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16:30 26.12.2021
Wehrt sich gegen die neuen regionalen Beratungsteams: Wolfgang Schimpf ist Vorsitzender der niedersächsischen Direktorenvereinigung.
Wehrt sich gegen die neuen regionalen Beratungsteams: Wolfgang Schimpf ist Vorsitzender der niedersächsischen Direktorenvereinigung. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die niedersächsische Direktorenvereinigung hegt große Bedenken gegen die 13 neuen Beratungsteams bei den regionalen Landesämtern für Schule und Bildung. An die sollen sich Eltern, Schüler und Lehrkräfte mit Problemen auch ohne Wissen des Schulleiters oder der Schulleiterin wenden können.

„Schulleiter wird in seiner Autorität untergraben“

Das untergrabe die Autorität und Funktion des Schulleiters, sagt Wolfgang Schimpf, Vorsitzender der Direktorenvereinigung. Denn ihm komme die Gesamtverantwortung für die Schule und die Qualitätsentwicklung zu. Er entscheide laut Schulgesetz in allen Angelegenheiten, in denen nicht eine Konferenz, der Schulvorstand oder eine Fachgruppe zuständig sei.

Die Beratungsteams sichern den Ratsuchenden Anonymität zu, denn vermutlich möchte keine Lehrkraft, die die Schulbehörde einschaltet, dass ihr Schulleiter dies erfährt. Auch Eltern dürfte es lieber sein, wenn der Klassenlehrer nicht erfährt, dass sie sich über unfaire Zeugnisnoten beschwert haben. Schimpf sagt, so könne sich jemand beschweren, ohne seine Identität preisgeben zu müssen, der Schulleiter bleibe von wichtigen Informationen abgeschnitten.

Die Beratungsteams sollen ansässig sein in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Holzminden, Syke, Lüneburg, Celle, Cuxhaven, Rotenburg/Wümme, Osnabrück, Aurich, Meppen und Oldenburg. Das Kultusministerium realisiert damit auch die seit Langem erhobene Forderung, zwischen Schulaufsicht und Schulberatung zu trennen.

An die Beratungsteams kann man sich online, telefonisch, per E-Mail oder auch persönlich wenden. Ein Team soll aus acht Personen bestehen und aus Mitarbeitern der regionalen Landesämter und dem Niedersächsischen Landesamt für Qualitätsentwicklung zusammengesetzt sein. Seitdem der Schul-TÜV abgewickelt und durch freiwillige Überprüfungen ersetzt worden ist, sind dort viele Kapazitäten frei.

Von Saskia Döhner