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Der Norden SPD-Vorsitz: Pistorius würde Ministerposten aufgeben
Nachrichten Der Norden SPD-Vorsitz: Pistorius würde Ministerposten aufgeben
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16:32 19.08.2019
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) kandidiert für den Parteivorsitz. Bei einer erfolgreichen Wahl würde er auf sein aktuelles Amt verzichten. Quelle: Peter Steffen/dpa
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Hannover

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius würde im Falle einer Wahl zum SPD-Bundeschef sein Amt im Landeskabinett zur Verfügung stellen. Mit seinem „Arbeits- und Pflichtverständnis“ könne er nur einen der beiden Jobs machen, wenn er gemeinsam mit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping von den SPD-Mitgliedern gewählt würde. „Das wird dann der Parteivorsitz sein“, sagte Pistorius am Montag in Hannover. Andernfalls bleibe er Innenminister in Hannover.

Pistorius: „Mein Haus ist gut aufgestellt“

Pistorius sieht die Bewerbung um den Bundesvorsitz zeitlich problemlos mit der Arbeit als Minister vereinbar. Sechs Wochen seien ein überschaubarer Zeitraum. „Die werden anstrengend, aber das werde ich hinkriegen.“ Da könne jeder unbesorgt sein. „Mein Haus ist gut aufgestellt“, sagte der Innenminister. Die gemeinsame Bewerbung mit Köpping nannte er ein „gutes Angebot“ an die SPD-Mitglieder. „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die SPD wieder erfolgreicher wird, dass die Menschen wieder mehr Zutrauen in die SPD fassen.“

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Pistorius bestritt ein Zerwürfnis mit Ministerpräsident Stephan Weil wegen seiner Kandidatur. „Ich habe den Landesvorsitzenden darüber informiert, dass ich mich mit dem Gedanken beschäftige, habe ihm natürlich auch von der Teampartnerin berichtet.“ Das sei für Weil dann auch okay gewesen. „Ich nehme überhaupt nicht wahr, dass es ein Zerwürfnis innerhalb des Landesverbandes gibt“.

Noch keine Unterstützung vom Landesverband

Unklar ist allerdings noch, ob neben der Sachsen-SPD auch der SPD-Landesverband Niedersachsen hinter der Kandidatur von Pistorius und Köpping steht. Darüber soll erst Ende August entschieden werden. „Ich würde natürlich sehr gerne und noch viel lieber antreten mit der Unterstützung Niedersachsens. Ob ich die kriege, das wird sich dann zeigen.“

Die SPD Osnabrück hat das Duo Pistorius/Köpping offiziell für den Parteivorsitz nominiert. Gleichzeitig kündigte Pistorius' Heimatverband am Montag an, mit ihm über ein Ende der großen Koalition im Bund zu sprechen. Die Osnabrücker Sozialdemokraten haben sich für einen Austritt aus der Koalition mit CDU und CSU ausgesprochen. Pistorius war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück.

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