Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Der Norden Razzia im Seniorenheim im Harz – Schwere Vorwürfe gegen Betreiber
Nachrichten Der Norden

Razzia im Seniorenheim im Harz – Schwere Vorwürfe gegen Betreiber

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:54 11.08.2020
Eine Pflegerin fixiert die Hände einer verwirrten Altenheim-Bewohnerin an das Bett, um sie ruhig zu stellen (Symbolfoto). Quelle: epd
Anzeige
Goslar

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Montag ein Senioren- und Pflegeheim im Langelsheimer Ortsteil Wolfshagen (Kreis Goslar) sowie zwei Privatwohnungen durchsucht. Das Betreiber-Ehepaar und die Heimleiterin wurden festgenommen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte.

Dem 55-jährigen Mann und den 54 und 46 Jahre alten Frauen werde Betrug in einem besonders schweren Fall, die Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie schwere und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Anzeige

Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr

Einzelheiten zu den Anschuldigungen nannte der Sprecher nicht. Gegen die drei verdächtigen Personen verhängte das Amtsgericht Braunschweig wegen Verdunkelungsgefahr Untersuchungshaft. An der Razzia waren Beamte aus Goslar und Braunschweig beteiligt.

Wie ein Sprecher des Landkreises am Dienstag sagte, kann der Betrieb in dem Seniorenheim mit 68 Plätzen weiterlaufen. Bewohner seien nicht ausquartiert worden. Der Kreis unterstütze die Einrichtung unter anderem bei der Ausarbeitung von Dienstplänen. Angehörigen stehe ein Info-Telefon für Fragen zum weiteren Ablauf zur Verfügung.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten Anfang des Jahres gezielte Ermittlungen gegen die Betreiber und die Heimleiterin aufgenommen. Zuvor habe die zuständige Heimaufsicht des Kreises Unregelmäßigkeiten in dem Betrieb festgestellt und zur Anzeige gebracht.

Sonderstab für Weiterbetrieb

Um einen reibungslosen Weiterbetrieb des Heimes zu ermöglichen, hat die Kreisverwaltung einen 29-köpfigen Sonderstab eingesetzt. Das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung habe erste Priorität, sagte die Erste Kreisrätin Regine Breyther. „Wir werden alles dafür tun, um den Betrieb des Heimes sicherzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass es den Bewohnerinnen und Bewohnern an nichts mangelt. Schließlich geht es für die dort lebenden Menschen um ihr Zuhause.“

Außerdem hat der Landkreis ein Infotelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0 53 21 / 7 67 11 können sich Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Betreuungspersonen über die aktuelle Entwicklung informieren, sich beraten lassen oder auch einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren.

„Selbstverständlich gibt es jetzt viele Fragen und Unsicherheiten bei den betroffenen Menschen“, sagte Breyther. „Wir werden die hilfebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen nicht allein lassen und sie auch in den kommenden Wochen unterstützen und begleiten. Das gilt im Übrigen auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heimes in dieser ungewohnten neuen Situation.“

Von lnb