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Der Norden Rauchverbot an Stränden? Der Müll ist das Problem
Nachrichten Der Norden Rauchverbot an Stränden? Der Müll ist das Problem
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08:11 09.07.2019
Zigarettenkippe am Strand. Quelle: imago
Borkum/Wangerooge

Müll im Meer ist schon lange ein Thema für Umweltschützer auch an Nord- und Ostsee. Zum Ärgernis an Stränden zählen außerdem Zigarettenstummel, die Urlauber oder Spaziergänger hinterlassen. Ein Rauchverbot an den Stränden, wie es jüngst der Naturschutzbund in Schleswig-Holstein gefordert hat, ist aus Sicht des Nabu in Niedersachsen aber keine sinnvolle Lösung. „Wir fordern stattdessen ein Wegwerfverbot von Zigarettenkippen – nicht nur am Strand, sondern überall“, sagte Nabu-Pressereferent Matthias Freter. Den Menschen müsse bewusst sein, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen, wenn Zigarettenkippen weggeworfen werden.

Auch in der niedersächsischen Touristikbranche sieht man keine Notwendigkeit für ein Rauchverbot am Strand. „Es gibt momentan keine Pläne, das Rauchen an den Stränden zu verbieten“, sagt Marc Klinke von der Touristikgesellschaft Ostfriesische Inseln. Er sehe auch keinen Handlungsbedarf, weil die Strände der ostfriesischen Inseln sauber und gepflegt seien. „Auf jeder Insel haben Raucherinnen und Raucher einfache Möglichkeiten, die Zigarettenkippen so zu entsorgen, dass sie nicht stören.“ Wer sich vom Zigarettenrauch gestört fühle, finde aber auf Norderney und Langeoog Nichtraucher-Strandabschnitte.

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Am Strand von Warnemünde weist ein Schild auf einen Abschnitt hin, in dem das Rauchen nicht erwünscht ist. Quelle: dpa-Zentralbild

So sind die Regeln auf den Inseln

Auf Wangerooge ist das Kippen-Problem nicht groß, es gibt daher keine Nichtraucher-Strandabschnitte, bisher sind sie auch nicht in Planung. Um Zigarettenkippen zu vermeiden, werden kleine Döschen am Strand verkauft, in der die Stummel verwahrt werden können. Sie kosten einen Euro und werden gut angenommen.

Auf Juist fällt kaum Zigarettenmüll an, daher gibt es keine Nichtraucher-Strandabschnitte.

Norderneys Weststrand ist seit 2011 ein Nichtraucherstrand. Die Badeordnung weist darauf hin, dass die Verunreinigung mit Zigaretten zu unterlassen ist. Dafür werden kostenlose Strandascher zur Verfügung gestellt. Die Kontrolle erfolgt durch den Bürgerdienst der Stadt sowie durch die Strandkorbvermieter. Der Bürgerdienst kann auch Bußgelder verhängen.

Zum Aufbau der Strandzelte und Strandkörbe hat das Nordseeheilbad Borkum allen Strandzeltvermietern kostenfrei Strandaschenbecher für Kunden zur Verfügung gestellt. Die Behälter sind auch in der Tourist-Information erhältlich. Einen Nichtraucher-Strandabschnitt gibt es nicht.

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Auf Baltrum werden den Gästen Strandaschenbecher gegen Spende angeboten. Die Aschenbecher finden bei den Gästen großen Anklang. Bußgelder gibt es bislang nicht. Noch wird wegen der guten Erfahrungen auf die Rücksicht und das Verständnis der Raucher gesetzt. Auf Spiekeroog werden mobile Aschenbecher verkauft, die großen Absatz finden. Über die ganze Insel sind zudem Fußboden-Kippenbehälter neben den Fußwegen eingelassen.

Auf Langeoog ist der Sportstrand auch ein Nichtraucherstrand. An den anderen Abschnitten werden Strandascher mit der Aufschrift „keine Haie, keine Autos, kein Müll“ verkauft. Insgesamt hält sich das Vermüllungsproblem durch Zigarettenkippen in Grenzen.

Im Video: Vorbild Schweden – brauchen wir ein härteres Rauchverbot?

Von RND/dpa/Hans-Christian Wöste

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