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Der Norden Priester missbrauchte fünf Kinder – Bistum Hildesheim veröffentlicht Bericht
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Priester missbrauchte fünf Kinder – Bistum Hildesheim veröffentlicht Bericht

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15:24 17.06.2021
Dunkle Wolken ziehen über dem Hildesheimer Dom vorbei.
Dunkle Wolken ziehen über dem Hildesheimer Dom vorbei. Quelle: Ole Spata/dpa
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Hildesheim

Der 2019 gestorbene katholische Priester Georg M. aus dem Bistum Hildesheim hat einem Untersuchungsbericht zufolge fünf ihm anvertraute Kindern sexuell missbraucht. Die Taten erstreckten sich über den Zeitraum von 1980 bis 2009, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Der Bericht wurde von dem Juristen Wolfgang Rosenbusch im Auftrag des Bistums erstellt. Er ist auf der Website der Diözese veröffentlicht.

„Die Ergebnisse des Berichts sind verstörend und machen mich sehr betroffen“, sagte Generalvikar Martin Wilk. „Kinder haben durch einen Geistlichen unseres Bistums sexualisierte Gewalt erlitten. Wir möchten allen Betroffenen unsere Hilfe und Unterstützung anbieten.“ Rosenbusch hat ermittelt, dass Georg M. ein „Setting“ entwickelt habe, „das ihm den Zugang zu Kindern ermöglichte, die nicht in vollem Umfang unter dem Schutz der Gemeindenähe sicher aufgehoben waren“.

Jugendamt Salzgitter wusste von Vorwürfen

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass der frühere Bischof Josef Homeyer und der damalige Personalchef, Domkapitular Werner Holst, als Entscheidungsträger im Jahr 1992 Georg M. aus der Pfarrgemeinde Christ König in Salzgitter-Bad in die Pfarrgemeinde St. Marien in Cuxhaven versetzten, obwohl sie durch das Jugendamt Salzgitter über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt worden waren. „Im konkreten Fall Georg M. wäre es die absolute Pflicht des Bischofs und des Bistums gewesen, sich um die Betroffenen zu sorgen und die Begehung weiterer Straftaten zu verhindern“, sagte Wilk.

Für seinen Bericht hat Rosenbusch zwischen Januar und Mai 2021 mit mehr als 50 Zeugen gesprochen, personen- und gemeindebezogene Akten aus dem Bistumsarchiv und aus Pfarrarchiven ausgewertet, Presseveröffentlichungen zum Fall Georg M. genutzt und weitere eigene Recherchen getätigt. Der Jurist sei in seinen Nachforschungen von einer eigens dafür gebildeten Projektgruppe unterstützt worden, hieß es.

Mann hatte 2012 Strafanzeige gestellt

Die Untersuchung gegen M. waren aufgrund von Zeugenaussagen ins Rollen gekommen. Als erster hatte 2012 ein Mann Strafanzeige erstattet. Der Priester habe ihn 1993 als damals 11-Jährigen sowie einen 14-jährigen Jungen während einer Ferienfreizeit in Cuxhaven missbraucht.

M. war nach seiner Weihe zum Priester im Jahr 1969 als Kaplan in den Pfarrgemeinden oder Kirchorten in Bad Gandersheim (St. Maria Himmelfahrt), Groß Ilsede (St. Bernward), Salzgitter-Gebhardshagen (St. Gabriel) und Uelzen (Zum göttlichen Erlöser) tätig. Als Pastor oder Pfarrer arbeitete der Priester in Ronnenberg (St. Thomas Morus), Lehre (St. Martin), Salzgitter (Christ König) und Cuxhaven (St. Marien), ehe er 2005 in den Ruhestand versetzt wurde. Als Ruhestandsgeistlicher war M. ab 2009 in Wolfenbüttel (St. Petrus) eingesetzt.

Von RND/epd