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Der Norden Positive Bilanz: Fast alle Seehund-Heuler haben es wieder in die Freiheit geschafft
Nachrichten Der Norden Positive Bilanz: Fast alle Seehund-Heuler haben es wieder in die Freiheit geschafft
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09:54 30.12.2019
Junge Heuler blicken aus einem Becken der Seehundstation in Friedrichskoog in die Kamera des Fotografen. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Friedrichskoog/Norddeich

Norddeutschlands Seehundstationen blicken zufrieden auf den Sommer. Insgesamt wurden mehr als 500 Seehund-Waisen in den beiden Aufnahmestellen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen aufgenommen. Rund 300 davon in Friedrichskoog, und mehr als 200 Jungtiere im niedersächsischen Nationalpark-Haus Norddeich. Die Robben-Babys wurden zuvor als mutterlose Heuler an Stränden und Küsten des Wattenmeers entdeckt. Fast alle Tiere schafften es den Angaben zufolge wieder gesund zurück zu ihren Artgenossen ins Wattenmeer. Die Zahlen im vergangenen Jahr waren ähnlich ausgefallen.

Die Seehundstationen Friedrichskoog und Nationalpark-Haus Norddeich sind gemäß internationalem Seehundabkommen die einzig berechtigten Aufnahmestellen für Robben in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Hauptwurfzeit der Seehunde liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Bei allen Tieren, die danach in freier Wildbahn allein unterwegs sind, handelt es sich um selbstständige Jungtiere. Sie brauchen weder die Mutter noch menschliche Hilfe, aber Ruhe.

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95 Prozent der Heuler erfolgreich aufgepäppelt

Den Gesamtbestand der Seehunde in der Nordsee schätzt das Wattenmeersekretariat auf rund 40 800 Tiere. „Der Bestand ist offenbar gesundheitlich auch fit und vital“, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger. „Wir haben über 300 Jungtiere in der Station aufgenommen.“ 95 Prozent der Seehund-Heuler in Friedrichskoog seien erfolgreich aufgepäppelt worden. „Die Tiere kamen fast alle in einem guten Grundzustand; wir hatten auch nur wenig Krankheiten.“

„In der Spitze mussten wir 199 junge Seehunde zeitgleich versorgen“, sagte Rosenberger. Das sei ungefähr das Level der vergangenen Jahre. Um das zu schaffen, arbeiteten in diesem Sommer 35 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen in drei Schichten. „Es dauert, bis alle gefüttert sind.“ Denn nicht alle jungen Seehunde fressen selbstständig. In der Quarantäne müssen sie noch mit Schlauch und Trichter ernährt werden. Hinzu kommen noch regelmäßige Untersuchungen der Tiere samt Gewichtskontrolle, „so dass wir einen guten Überblick haben über die Entwicklung der Tiere“.

Friedrichskoog: Bislang sechs junge „Kegler“ aufgenommen

Mittlerweile sind die Seehund-Heuler groß. Die Seehunde, die im Herbst in den beiden Stationen Hilfe bekommen, sind vier bis fünf Monate alte, und haben ein bis eineinhalb Zentimeter lange Eckzähne. Gleichzeitig wurden die ersten neu geborenen Kegelrobben aufgenommen. Die Wurfsaison des größten Raubtiers Deutschlands begann Ende Oktober. In Friedrichskoog wurden bislang sechs junge „Kegler“ aufgenommen. Zugenommen hat in Norddeich die Zahl der eingelieferten Wildvögel. Sie stieg von 684 im Vorjahr auf 780 und hat sich damit seit dem Jahr 2015 sogar verdoppelt.

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Von dpa/RND