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Der Norden Tennet plant künstliche Windkraftinseln in der Nordsee
Nachrichten Der Norden Tennet plant künstliche Windkraftinseln in der Nordsee
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21:31 09.07.2019
Der Ausbau von Windparks in der Nordsee ist das Ziel von Tennet. Quelle: Christian Charisius/dpa
Hannover

Ein internationales Konsortium unter Führung des Netzkonzerns Tennet schlägt den Bau großer Stromverteilungsinseln in der südlichen Nordsee vor, um die Offshore-Windenergie massiv auszubauen. „Um bis 2050 die CO2-Neutralität zu erreichen, ist ein groß angelegter Ausbau der Offshore-Windenergie ein Schlüsselfaktor“, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens, als er am Dienstag erste Pläne des Konsortiums vorstellte. Demnach könnten einige große Verteilzentren in der südlichen Nordsee entstehen – zwischen Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark.

Milliardeninvestitionen nötig

Meyerjürgens appellierte an die Regierungen der Nordseeanrainerstaaten, frühzeitig in internationale Konsultationen einzutreten, um den Plan voranzutreiben. Das Projekt, das seit zwei Jahren von Tennet und seinen Partnern entwickelt worden ist, sei machbar. Ein schrittweiser Ausbau von Verteilkreuzen mit 10 bis 15 Gigawatt Leistung sei der nächste logische Schritt in Richtung eines großen Ausbaus der Offshore-Windenergie.

Tennet stellt sich ein Netzwerk in der Nordsee vor, das Energie zwischen verschiedenen Ländern verteilt. Quelle: Tennet

Um das Projekt effektiv voranzutreiben, sei eine internationale Planung wesentlich besser geeignet als nationale Ansätze. Über die nötigen Investitionskosten sagte der Tennet-Chef nichts. Sie dürften sich im dreistelligen Milliardenbereich bewegen.

Das Ziel: Von 13 auf 180 Gigawatt bis zum Jahr 2045

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss nach Meinung des Konsortiums „North Sea Wind Power Hub“ der Ausbau der Offshore-Windenergie beschleunigt werden. Europaweit waren Ende vergangenen Jahres 13 Gigawatt installiert. Für die Energiewende sind den Studien zufolge bis zu 180 Gigawatt im Jahr 2045 in der Nordsee notwendig. Wenn man die erneuerbaren Energien an Land hinzuzähle, könnten dann alle Bewohner Zentraleuropas mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden, meinte Meyerjürgens.

Erst Insel auf der Doggerbank angedacht

Bereits 2017 hatte Tennet Pläne für ein riesiges Verteilzentrum auf der Doggerbank skizziert. Doch der schrittweise Bau kleinerer Verteilkreuze mit 10 bis 15 Gigawatt ist nach Meinung des Konsortiums ratsamer. Zehn bis 15 dieser Inseln müssten errichtet werden, entweder auf Plattformen, auf Setzkasteninseln oder Sandinseln. Ein Pilotprojekt könnte Mitte der 2030er-Jahre in Betrieb genommen werden. Dieses wäre dann eine reine Stromverteilbasis, doch seien auch Projekte für die Umwandlung von Strom in Gas möglich. Das synthetisch gewonnene Gas lässt sich speichern und kann ebenfalls zur Energiegewinnung genutzt werden. Meyerjohanns betonte, dass man noch überhaupt keine konkreten Standorte für die künstlichen Inseln „identifiziert“ habe. Das Wattenmeer bleibe natürlich tabu. Da es in der Nordsee viele Nutzungskonflikte gebe, habe man auch Gespräche mit Naturschützern geführt.

Zu dem Konsortium gehören neben Tennet auch der Hafen von Rotterdam, sowie Netzbetreiber aus den Niederlanden und Dänemark wie Gasunie und Energienet.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) begrüßte den Anstoß des internationalen Konsortiums. Nur mit einem forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien werde Deutschland den nationalen Klimaschutzaufgaben gerecht werden können. „Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es es sowohl kleine dezentrale wie auch große Lösungen, schließlich geht es nicht allein um die Energieversorgung von Privathaushalten sondern um die nachhaltige Versorgung eines ganzen Industrielandes.“

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