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Der Norden Zu ungenau: Polizei-App Premap ist keine Hilfe bei Vorhersage von Einbrüchen
Nachrichten Der Norden Zu ungenau: Polizei-App Premap ist keine Hilfe bei Vorhersage von Einbrüchen
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13:26 09.10.2019
Die App Premap soll der Polizei aufgrund der Daten aus vorangegangenen Einbrüchen anzeigen, wo die Täter wahrscheinlich als nächstes zuschlagen. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Hannover

Die Prognose-App Premap zur Vorhersage von Einbrüchen ist bei der Polizei Niedersachsen mit großen Erwartungen gestartet – und nun folgt die Ernüchterung. Wie aus dem Abschlussbericht der Pilotphase hervorgeht, ist das Programm noch viel zu ungenau. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) nun mit. Unter anderem nutzt die Polizei Hannover Premap seit einigen Monaten flächendeckend, hinzu kommen andere Reviere in ländlicheren Bereichen des Bundeslandes.

Die App ist dafür gedacht, Zusammenhänge zwischen Einbrüchen herzustellen. Einbrecher gehen nämlich oft nach einem bestimmten Muster vor und kehren auch gerne an Tatorte zurück, an denen sie schon einmal erfolgreich waren. Mithilfe des Programms kann die Polizei ihre Wege analysieren und im besten Fall aufgrund der Daten errechnen, wo sie wieder zuschlagen werden.

Premap keine sinnvolle Hilfe

Nun hat sich allerdings herausgestellt: Premap geht dabei offenbar ziemlich pauschal vor. So hätten 50 Prozent aller Wohnungseinbrüche die Ausweisung eines Risikogebietes nach sich gezogen. Dieser Anteil ist nach Auffassung der Ermittler allerdings viel zu hoch, um noch als sinnvolle Steuerungshilfe zu dienen. Die Polizei Niedersachsen beschäftigt sich seit fünf Jahren mit dem Thema Predictive Policing (frei übersetzbar mit Vorausschauende Polizeiarbeit).

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte Premap (Predictive Mobile Analytics for Police) erstmals Ende 2016 vorgestellt. Anfang 2017 startete der Software-Test in Salzgitter, Peine, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Im November desselben Jahres kamen dann Hannover und Osnabrück als deutlich urbanere Einsatzorte hinzu. Seit Mitte 2018 wird Premap landesweit in 15 Polizeiinspektionen getestet, die Probephase läuft laut LKA noch bis Juli 2020. Die App soll alle Wohnungseinbrüche erfassen und anhand dieser Daten Tätermuster und Häufigkeiten erkennen, um möglichst präzise Vorhersagen für weitere Delikte zu treffen.

Baden-Württemberg stellt App-Entwicklung ein

Das aber die Hälfte aller Delikte dazu führt, dass es mehr oder weniger pauschal Risikogebiete gibt, hilft den Ermittlern nicht wirklich. Trotz dieser Ungenauigkeiten setzt die Polizei aber weiter auf „Premap“ und will die App entsprechend weiterentwickeln. Nach Angaben des LKA ist zudem geplant, das Programm breiter aufzustellen. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob sogar noch weitere Straftaten miteinbezogen werden können. In Baden-Württemberg wiederum hat die Polizei ihr Streben nach einer Vorhersage-Software eingestellt. Nach Angaben der Beamten aus Süddeutschland habe es keine ausreichend hohen Fallzahlen für automatisierte Prognosen gegeben.

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Einbrüche in Hannover:
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Mitte und Vahrenwald-List:
Schon jetzt mehr Einbrüche als 2017

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