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Der Norden Niedersachsen: Eltern und Gewerkschaft fordern wieder Schuleingangsuntersuchungen
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Niedersachsen: Eltern und Gewerkschaft fordern wieder Schuleingangsuntersuchungen

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08:34 18.03.2021
Ein Kind zeichnet ein auf einem Zettel abgebildetes Kreuz ab. Wegen der Corona-Pandemie fallen in Niedersachsen viele Schuleingangsuntersuchungen aus.
Ein Kind zeichnet ein auf einem Zettel abgebildetes Kreuz ab. Wegen der Corona-Pandemie fallen in Niedersachsen viele Schuleingangsuntersuchungen aus. Quelle: Marcel Kusch
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Hannover

Der Ausfall von Schuleingangsuntersuchungen in manchen Landkreisen sorgt beim Landeselternrat und bei der Gewerkschaft GEW für Kritik. „Wenn die verpflichtenden Schuleingangsuntersuchungen in den Gesundheitsämtern aufgrund der Überlastung nicht überall durchgeführt werden können, müssen die zuständigen Behörden umgehend Alternativen finden“, forderte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen, Laura Pooth. So könnten zum Beispiel Kinderärztinnen und -ärzte bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen.

Auch der Landeselternrat verwies darauf, dass laut Gesetz alle Kinder vor der Einschulung ärztlich untersucht werden müssen, um schulrelevante Stärken und Schwächen zu ermitteln und bei Bedarf Fördermaßnahmen für das Kind zu empfehlen. Dass die Untersuchungen derzeit nicht überall angeboten werden, sei ein Problem. Denn: „Es gibt Kinder, die hier das erste Mal in ihrem Leben auf einen altersadäquaten Entwicklungs- und Gesundheitszustand hin überprüft werden“, so der Landeselternrat.

Es fehlt die medizinische Fachlichkeit

Dass die Beurteilung der Schulfähigkeit mancherorts in die Hände der Kita-Beschäftigten gelegt werde, sei nicht tragbar. „Hier fehlt die entsprechende medizinische Fachlichkeit, keine Erzieherin, kein Erzieher kann oder darf Hör- und Sehprobleme diagnostizieren oder einen medizinisch begründeten Förderbedarf feststellen.“ Auch aus pädagogischer Sicht sei die Einschätzung der Kinder derzeit schwierig, da viele wochenlang nicht in der Einrichtung waren.

„Die Eindämmung der Pandemie hat Priorität“

Das Kultusministerium geht davon aus, dass in diesem Jahr rund 75 000 Kinder eingeschult werden. Wie viele von ihnen zuvor eine Schuleingangsuntersuchung haben, ist bislang unklar, denn dafür sind die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Derzeit sei das Personal für die Schuleingangsuntersuchungen in vielen Kommunen für Aufgaben im Kampf gegen die Corona-Pandemie eingespannt, teilte Ministeriumssprecherin Ines Buchmann mit.

„Die Eindämmung der Pandemie hat Priorität. Schuleingangsuntersuchungen können daher derzeit nicht überall durchgeführt werden.“ Demnach sollen vorrangig Kinder mit einem bekannten erhöhten Förderbedarf untersucht werden. Wie viele Kinder ohne Schuleingangsuntersuchung eingeschult werden, soll eine Abfrage des Landesgesundheitsamtes bei den Kommunen klären. Wann die Ergebnisse vorliegen, war zunächst unklar.

Von RND/lni