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Der Norden Soldat stirbt bei Fußmarsch – Ausbilderin kommt mit Geldstrafe davon
Nachrichten Der Norden Soldat stirbt bei Fußmarsch – Ausbilderin kommt mit Geldstrafe davon
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22:15 10.04.2019
Mehr Rücksicht auf die Konstitution: Nach dem Tod eines Soldaten bei einem Fußmarsch hat die Bundeswehr ihr Ausbildungskonzept geändert. Quelle: dpa/ Stefan Sauer
Lüneburg/Munster

Juristisch gesehen war es keine fahrlässige Tötung, es war Körperverletzung. Das sagt die Staatsanwaltschaft Lüneburg zu dem Tod eines jungen Soldaten, der vor zwei Jahren bei einem Übungsmarsch in Munster zusammengebrochen und später gestorben war. Eine Ausbilderin soll deswegen jetzt eine Geldstrafe zahlen.

Passiert ist die Tragödie am 19. Juli 2017. Im Zuge ihrer Ausbildung mussten Offiziersanwärter in Munster im Heidekreis Übungsmärsche absolvieren. Vier Männer kollabierten bei Temperaturen von 27,7 Grad und kamen ins Krankenhaus. Einer der Soldaten, 21 Jahre alt, starb zehn Tage später im Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg.

Lesen Sie auch: Soldat bricht nach Fußmarsch zusammen – und stirbt

Der Fall erschütterte die Bundeswehr, monatelang wurde nach den Ursachen der Zusammenbrüche gesucht. Weder Drogen noch Alkohol waren im Spiel, alle vier Soldaten hatten einen Hitzschlag erlitten. Es war von Schinderei und Extramärschen die Rede und von Liegestützen, als die Soldaten eigentlich Pause machen sollten. Am Ende ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen eine Ausbilderin und deren Vorgesetzten, dabei stand auch der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum.

Kollaps war vorhersehbar

Diesen Punkt habe man aber fallen gelassen, teilte am Mittwoch der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Jan Christoph Hillmer, mit. Für die Verantwortlichen sei der Tod des jungen Mannes nicht vorhersehbar gewesen. Übrig blieb eine Anschuldigung wegen fahrlässigen Körperverletzung, die dann nur noch die Ausbilderin traf: Sie hätte den Zusammenbruch vorhersehen können. Laut Staatsanwaltschaft hatte der später verstorbene Soldat Ausfallerscheinungen gezeigt und der Ausbilderin auch gesagt, dass er nicht mehr könne. Er musste aber weitermachen.

Die Höhe der Geldstrafe wurde nicht genannt, sie bewegt sich im „mittleren vierstelligen Bereich“. Wird der Strafbefehl, erlassen vom Amtsgericht Soltau, angenommen, gilt er als Urteil. Legt die Ausbilderin Einspruch ein, gibt es einen Prozess. Die Einspruchsfrist läuft bis Ende kommender Woche.

Bundeswehr räumt Fehler ein

Die Bundeswehr hatte nach dem Kollaps der vier Soldaten Fehler eingeräumt. Es habe mehrere falsche Entscheidungen der Führungskräfte gegeben, hieß es in einem Bericht im August 2017. Dazu zählte etwa die Vorgabe, welche Kleidung die Offiziersanwärter an dem heißen Julitag tragen mussten. Dazu gibt es nach Auskunft eines Sprechers des Heeres jetzt klarere Regeln, zudem sollen Ausbilder genauer auf den körperlichen Zustand der jungen Soldaten achten.

Hans-Peter Bartels (SPD), der Wehrbeauftragte des Bundestages, wollte die juristische Entwicklung am Mittwoch nicht kommentieren. Er zeigte sich gegenüber der HAZ aber zufrieden damit, dass die Bundeswehr – ausgelöst auch durch den Fall Munster – ein neues Ausbildungskonzept erprobt habe, das im Juli fürs ganze Heer eingeführt werden soll. Kern ist, dass bei Trainingsbeginn auf die körperliche Leistungsfähigkeit der jungen Soldaten Rücksicht genommen und dass sie dann stufenweise gesteigert werden soll. Das sei „erfreulich schnell“ umgesetzt worden.

Von Bert Strebe

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