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Der Norden Großer Rettungseinsatz: Foxterrier aus Geröllhaufen befreit
Nachrichten Der Norden Großer Rettungseinsatz: Foxterrier aus Geröllhaufen befreit
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15:04 25.02.2019
Befreit: Hund „Bärchen“ ist aus dem Geröllhaufen gerettet. Mehr als sechs Stunden hatte er darin festgesessen. Quelle: Feuerwehr Lehrte
Steinwedel

Der anderthalb Jahre alte Foxterrier „Bärchen“ hat am Sonntagabend 35 Retter von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) ausgiebig beschäftigt. Das Tier war seiner Halterin schon am Nachmittag im Bereich der Lohmeier-Teiche in der Feldmark westlich von Steinwedel ausgebüxt und in einem Geröllhaufen verschwunden. Der Rettungseinsatz für das Tier dauerte drei Stunden. Anschließend konnte die Hundehalterin ihr „Bärchen“ wohlbehalten in die Arme schließen. Der junge Rüde blieb unverletzt.

Die Hundehalterin war bereits gegen 16 Uhr im Bereich der Lohmeier-Teiche, an denen noch Kies abgebaut wird, unterwegs gewesen. In dem Gebiet gibt es auch noch eine Vielzahl von alten, teilweise meterhohen Geröll- und Betonhaufen, in denen sich viele Hohlräume befinden. Die Frau hatte außer „Bärchen“ noch zwei weitere Foxterrier bei sich. „Bärchen“ sei eigentlich ein besonders braves Tier und weiche ihr bei Spaziergängen nicht von den Füßen, gab die Halterin später gegenüber der Feuerwehr an. Trotzdem sei der Hund plötzlich davongelaufen und in einem Loch in dem Geröllhaufen verschwunden. Möglicherweise sei der Jagdtrieb mit dem Tier durchgegangen, sagten Feuerwehrsprecher später.

„Bärchen“ steckt tief im Geröllhaufen fest

„Bärchen“ steckte schließlich tief im Geröll fest, konnte weder vor noch zurück und bellte jämmerlich. Die Hundehalterin aus dem Kreis Peine versuchte zunächst noch, ihr Tier auf eigene Faust zu befreien. Nachdem die Besitzerin vergeblich versucht hatte, den Foxterrier zu befreien, alarmierte sie die Feuerwehr. Dazu sei die Frau wegen des leeren Akkus in ihrem Mobiltelefon bis nach Steinwedel gelaufen und habe von dort aus telefoniert, sagt Lehrtes stellvertretender Stadtbrandmeister Norbert Zilz, der den anschließenden Einsatz der Rettungskräfte leitete.

Feuerwehr und THW graben einen Tunnel, um Hund „Bärchen“ zu befreien. Quelle: Feuerwehr Lehrte

Feuerwehr und THW graben Rettungstunnel

Es rückten mehr als 30 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Tierrettung und THW an – darunter die auf Tierrettungen spezialisierte Ortsfeuerwehr aus Röddensen. Auch die Spezialeinheit „Ortung“ aus Ronnenberg wurde angefordert, kam aber nicht zum Einsatz. Die Feuerwehrleute nutzten eine Wärmebildkamera, um „Bärchen“ in dem Geröllhaufen zu lokalisieren. Anschließend behinderten massive Betonblöcke die Rettung. Schließlich gruben die Rettungskräfte einen zwei Meter tiefen Tunnel. Gegen 23 Uhr konnte der Hund dann mit Hilfe seiner Besitzerin befreit werden. „Bärchen“ habe das ganze völlig unverletzt überstanden, sagt Steinwedels Ortsbrandmeister Kai Böttcher. Vom stundenlangen Bellen sei er aber sicher auch etwas erschöpft gewesen.

Terrier lieben die Jagd und kriechen gern in Löcher

Dass der Foxterrier „Bärchen“ tief in Geröllhaufen geklettert ist, entspricht seinem Naturell. Die Rasse wurde einst zur Jagd gezüchtet, und zwar speziell zum Aufstöbern von Füchsen und Dachsen, die bekanntlich in unterirdischen Bauen leben. Terrier gelten im Allgemeinen als gute Begleithunde und sind lebhaft, lernbereit, neugierig und beweglich. Weil sie oft ihren „eigenen Kopf“ durchsetzen wollen und wie vom Blitz getroffen auf Jagdmodus umstellen können, brauchen sie eine konsequente Erziehung und viel Gelegenheit, sich auszutoben. Der berühmteste Foxterrier ist vermutlich jener, der in den Comic-Abenteuern „Tim und Struppi“ den Reporter Tim begleitet.

Feuerwehr und THW graben einen Tunnel, um Hund "Bärchen" zu befreien. Quelle: Feuerwehr Lehrte
35 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW sind bei der Rettung von "Bärchen" im Einsatz. Quelle: Feuerwehr Lehrte

Hundehalterin gilt als sehr erfahren

Die Hundehalterin, die in der Gemeinde Hohenhameln im Landkreis Peine lebt, sei im Umgang mit Terriern sehr erfahren, betonen die Sprecher der Feuerwehr. Bei der Frau handele es sich um eine Züchterin, die sich mit der mitunter eigenwilligen Rasse bestens auskenne. Auch das Gelände bei Steinwedel sei ihr gut bekannt.

Rettungseinsatz kann für Hundehalterin teuer werden

„Bärchens“ Halterin wird für den missglückten Ausflug ihres Foxterriers in den Geröllhaufen vermutlich tief in die Tasche greifen müssen. Denn für Tierrettungen, bei denen die Feuerwehr tätig werden muss, werden laut entsprechender Satzung der Stadt Lehrte Gebühren fällig. Diese richten sich nach Anzahl der eingesetzten Helfer, Dauer des Einsatzes und nach dem Aufwand von Geräten und Fahrzeugen. Eine Einsatzkraft kostet pro Stunde 35 Euro, ein Fahrzeug pro Stunde zwischen 80 und 125 Euro. Für den „Gerätewagen Tier“ der Röddenser Feuerwehr werden pro Stunde 75 Euro fällig. Mitunter rechnet das Rathaus die Einsätze großzügig ab. Weil aber für „Bärchens“ Rettung allein 21 Feuerwehrleute mit drei Fahrzeugen angerückt waren, könnte durchaus eine Rechnung mit vierstelliger Summe auf sein Frauchen zukommen.

Im Einsatz waren 21 Feuerwehrleute aus Steinwedel und Röddensen, 14 Mitglieder des THW Lehrte sowie Einsatzkräfte aus Ronnenberg.

Weitere Meldungen von der Feuerwehr und Polizei im Stadtgebiet Lehrte finden Sie hier im Polizeiticker.

Von Achim Gückel/RND/lni/sbü

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