Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Der Norden Krisenstab: Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt langsamer
Nachrichten Der Norden Krisenstab: Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt langsamer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:37 06.04.2020
Heiger Scholz, Leiter des Krisenstabes des Landes Niedersachsen. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa
Anzeige
Hannover

Scholz berichtete, dass 6.218 Niedersachsen als infiziert registriert worden sind, 209 mehr als am Vortag. 881 Betroffene befinden sich im Krankenhaus, 225 davon auf der Intensivstation. 166 von diesen Patienten müssen künstlich beatmet werden, dies sei ein geringerer Anteil der Klinikpatienten als zuvor.

108 Menschen sind in Niedersachsen inzwischen an der Krankheit gestorben. 1727 Betroffene gelten inzwischen als geheilt. Italien habe unterdessen mitgeteilt, wegen der nicht mehr ganz so angespannten Lage keine Patienten mehr zur Behandlung nach Niedersachsen zu bringen.

Anzeige

Scholz deutete an, dass sich die Menschen in Niedersachsen aller Voraussicht nach noch längere Zeit auf zumindest teilweise Restriktionen des öffentlichen Lebens einstellen müssen. Das bedeute indes nicht, dass es keine teilweisen Lockerungen der derzeitigen Regeln geben könne. „Das Ziel ist ein Verlauf der Corona-Infektionen wie in Südkorea: Dass sich die Zahl der Neuinfektionen abflacht und dann gleichbleibend ist“, erläuterte Scholz. Dabei komme es auch auf das Verhalten der Menschen an den kommenden Osterfeiertagen an. Er deutete an, dass das auch bedeuten könne, dass vor Ende des Monats April keine Lockerungen zu erwarten seien.

Lesen Sie auch: Polizei soll auch an Ostern umfangreich kontrollieren

Hintergrund: Ausgehend von einer maximalen Inkubationszeit von etwa 14 Tagen steht vor Ende April noch nicht fest, ob das Verhalten der Menschen an Ostern verantwortlich für ein erneutes Ansteigen oder einen weiteren Rückgang der Ansteckungen ist.

„Disziplin, Disziplin, Disziplin“

Details zu möglichen Lockerungen nannte Scholz indes nicht. Ausgangspunkt der Diskussion um mögliche Lockerungen der Kontaktsperren sei ursprünglich eine strikte Ausgangssperre gewesen – die aber nicht verhängt wurde. Deshalb werde man jetzt nichts zu möglichen Lockerungen sagen, betont der Staatssekretär erneut. Auch wenn es offenbar regierungsintern darüber Diskussionen gibt. "Aber es geht hier um Gesundheitsschutz - wir spielen nicht Halma."

Regierungssprecherin Anke Pörksen betonte hierzu auch: Es werde ganz bewusst derzeit nicht ausführlich öffentlich über Exit-Strategien gesprochen. Denn das würde den Eindruck erwecken, man wüsste schon, wie es mit dem Infektionsverlauf weitergehen werde. Das sei indes nicht der Fall. "Es geht jetzt um Disziplin, Disziplin, Disziplin - wir wissen, wie schwer, das fällt - auch gerade über die Ostertage", sagte Pörksen. Wie es dann weitergehe, bleibe abzuwarten.

Der Bußgeldkatalog der Landesregierung für die Nichtbeachtung der Corona-Regeln soll wahrscheinlich am Dienstag erscheinen. Man werde aber Fehler und Hektik, die zu der Panne am Freitag geführt haben, vermeiden, sagte Scholz. Am Freitag waren in einer Verordnung auch private Besuche von erwachsenen Kindern in der Wohnung ihrer Eltern untersagt worden. Diese Bestimmung hatte kurz nach ihrem Bekanntwerden die niedersächsische Staatskanzlei korrigiert. Danach seien Besuche auch in Privatwohnungen auf wenige Personen zu begrenzen. Ganz enge Freunde oder Kinder könnten aber kommen.

Coronavirus: Das sollten Sie gelesen haben

Von HAZ

Anzeige