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Der Norden Kinder, Freizeit, Sport: Niedersachsen stellt konkrete Corona-Lockerungen vor
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17:37 05.05.2020
Claudia Schröder, Abteilungsleiterin Gesundheit im niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Quelle: dpa
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Hannover

Die Landesregierung hat ihren Weg der Lockerungen in der Corona-Krise konkretisiert. Die entsprechende Verordnung wurde überarbeitet, um etwa Sport im Freien wieder möglich zu machen. Auch die Regeln für die Öffnung von Museen und Tierparks sind darin festgehalten, an den Kliniken sollen planbare Operationen wieder möglich sein. Es geht um Fahrschulen, kirchliche Feiern, Autowaschen, Physiotherapie.

Die Verordnung gilt indes nur bis zum 10. Mai, also nur vier Tage. Ab dem 11. Mai soll dann wieder eine neue Verordnung in Kraft treten, in die auch die größeren Lockerungsschritte einfließen sollen, die Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag verkündet hatte. Eine Zusammenfassung der Regeln, die Claudia Schröder vom Krisenstab der Landesregierung am Dienstagnachmittag vorstellte:

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Betreuung von Kindern

Die Verordnung, die am 6. Mai in Kraft tritt, regelt etwa die private Notbetreuung von Kindern. Fünf Kinder sind dabei zulässig. Personen und Ort dürfen nicht gewechselt werden. Die Kinder dürfen aus nicht mehr als drei verschiedenen Haushalten kommen. Bei Ausscheiden eines Kindes darf die Gruppe nicht wieder aufgefüllt werden. Bei Infektionen müssen Namen und Anschriften der übrigen Kinder dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden.

Auf den Spielplätzen muss jedem Kind eine volljährige Begleitperson zugeordnet werden. Eine volljährige Begleitperson könne auch mit mehreren Kindern kommen. Ein Mund- und Nasenschutz müssten Kinder und Erwachsene nicht tragen. "Die Spielplätze befinden sich im Freien." Für ältere Kinder über 6 Jahren gelte aber die Abstandspflicht. "Das kennen die Kinder schon aus den Schulen", sagte Schröder. Es sei aber die Verantwortung der Erwachsenen, dass die Kinder nicht in größeren Gruppen miteinander spielen.

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Freizeitveranstaltungen und Feuerwehrfeste

Bis zum 31. August sind nicht nur Großveranstaltungen über 1000 Teilnehmer untersagt, sondern auch etwa alle Schützen-, Volks- oder Feuerwehrfeste mit weniger Teilnehmern. "Es handelt sich dabei dem Wesen nach um Feste, die auf Nahkontakt angelegt sind", sagte Schröder.

Zoos, Tierparks, botanische Gärten und ähnliche Einrichtungen dürfen ebenfalls wieder öffnen. Für die Restaurationsbetriebe gelte, das sie bis auf weiteres geschlossen seien, sagte Schröder. Auch Galerien und Museen dürfen öffnen. Dort gilt eine Beschränkung von 1 Person pro zehn Quadratmetern und die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung.

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In einem neuen Paragrafen werden Gottesdienste und religiöse Feste wie Firmung oder Konfirmation wieder ermöglicht. Gesangbücher oder Geldsammelkörbe dürfen nicht verwendet werden.

Gastronomie

Schröder geht davon aus, dass in der Gastronomie die Bedienungen einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Das sei aber noch in der Abstimmung. Es müsse auch darum gehen, ein Gedränge etwa in den Toilettenbereichen zu verhindern. Es werde auf jeden Fall Abstandsregelungen für die Tische geben, betonte Schröder. Wie viele Personen zusammensitzen dürfen, sei noch nicht geklärt. Schröder stellte hier Ausnahmen von den sonst strengen Kontaktbeschränkungen in Aussicht.

Sport und Training

Kontaktlose Sportarten sind möglich. Hier gelte aber ein Mindestabstand von zwei Metern, betonte Schröder. Geregelt werden auch der Trainingsbetrieb für Leistungssportler oder Leistungskader. Das gelte auch für Bundesliga-Mannschaften. Bei der Nutzung der Anlagen sei durch diese Sportler der Abstand und die Hygiene einzuhalten.

Ausbildung und Fahrschulen

Bei den Fahrschulen ist ab Mittwoch der theoretische Unterricht wieder erlaubt. Die Praxis beschränkt sich zunächst auf Motorräder.

Schröder sagte, die Prüfung im zweiten Bildungsweg, etwa in den Volkshochschulen, solle wieder möglich sein. Auch hier gelten Mindestabstand und Hygienregeln, die Kontaktdaten müssen dokumentiert werden. "Das zieht sich durch die ganze Verordnung, dass diese Regelungen wiederholt werden", sagte Schröder.

Planbare Operationen in Kliniken

Künftig sollen wieder planbare Operationen in Krankenhäusern möglich sein, sagte Schröder. 20 Prozent der Intensiv-Kapazitäten müssten aber für Corona-Patienten frei gehalten werden, dazu 25 Prozent der Beatmungskapazitäten. Innerhalb von 72 Stunden müssen die Kliniken wieder für einen Anstieg der Fälle vorbereitet sein. Das Land hat dafür eine eigene Verordnung auf den Weg gebracht.

Die aktuellen Zahlen

Schröder sagt, es gebe aktuell 10.502 infizierte Personen in Niedersachsen, 77 mehr als am Montag. 474 Menschen sind an Covid 19 gestorben. 8071 Patienten sind genesen. Das seien 77 Prozent, betonte Schröder. 669 Patienten werden derzeit in Kliniken behandelt, 145 auf der Intensivstation, 95 müssen beatmet werden. Schröder: "Wir haben nach wie vor ein Infektionsgeschehen, aber Steigerungsraten, die unser Gesundheitssystem nicht überfordern."

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Von rah/sen

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