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Der Norden Landeselternrat: Wo bleibt die Hilfe für die Kinder?
Nachrichten Der Norden Landeselternrat: Wo bleibt die Hilfe für die Kinder?
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00:15 15.05.2019
So sollte es im Idealfall sein: Ein Sonderpädagoge hilft einzelnen Kindern, im Hintergrund unterrichtet der Regellehrer. Dieses Archivbild stammt aus der Integrierten Gesamtschule Hannover-Stöcken. Quelle: Insa Catherine Hagemann (Archiv)
Hannover

Die Kritik an der Umsetzung der Inklusion an Regelschulen geht weiter: Nachdem Grundschuleltern aus Hannover eine Online-Petition zur besseren personellen Ausstattung gestartet und bislang schon mehr als 2100 Unterschriften erreicht hat, hat sich jetzt der Landeselternrat für eine bessere sonderpädagogische Versorgung stark gemacht. Die sonderpädagogische Grundversorgung von zwei Stunden pro Klasse in der Grundschule sei generell zu wenig, bemängelt Landeselternratsvorsitzender Mike Finke. Extra kindbezogene Förderstunden gebe es nur für geistig oder körperlich behinderte Schüler, Kinder mit Lern- oder Sprachproblemen sowie emotional-sozialem Förderbedarf müssten in den Klassen so mitlaufen ohne Extra-Unterstützung.

Ab Klasse 5 gibt es nur noch kindbezogene Ressourcen, je nach Förderschwerpunkt, von drei Stunden in der Woche für lernschwache Schüler bis zu fünf für geistig behinderte Schüler.

Statt Sonderpädagogen oft zweiter Regellehrer in der Klasse

Häufig seien aus Personalmangel als Zweitkraft auch gar keine Sonderpädagogen im Einsatz, sondern Regellehrer, bemängeln die Elternvertreter. Der Landeselternrat fordert, dass wenn Sonderpädagogen fehlen, zumindest Sozialpädagogen eingestellt werden, denn die hätten höhre pädagogische Anteile in ihrer Ausbildung als normale Lehramtsstudenten und könnten auch Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten besser unterstützen.

Wenn nur Regellehrer in der Klasse seien, fehle oft ein echtes Förderkonzept, der für ein Kind mit Beeinträchtigung aber die Grundlage für eine gelingende Inklusion sei, mahnen die Eltern.

Sechstel der Förderstunden kann zweckentfremdet werden

Der nächste Kritikpunkt des Landeselternrates: Von diesen kindbezogenenen Förderstunden könnte nach einem neuen Erlass auch noch ein Sechstel für Organisatorisches und Beratung (sonderpädagogische Diagnostik und beobachtende Teilnahme im Unterricht) verwendet werden. „Beratung an sich ist zu begrüßen“, sagt Finke, „Die sonderpädagogische Förderung in Form von Unterrichtserteilung hat stets im Vordergrund zu stehen.“

Auch die FDP kritisiert in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung zu sonderpädagogischen Versorgung, dass ein Sechstel der Stunden, die für sonderpädagogische Unterstützung pro Schüler zugewiesen wurden, faktisch in die allgemeine Beratung in der Schule aufgewendet werden. Die Stunden würden dem betroffenen Kind einfach weggenommen, moniert auch Annika von Bose, Elternvertreterin aus Celle.

Das Kultusministerium verweist dagegen in seiner Antwort auf die Anfrage darauf, dass es nötig ist, die sonderpädagogische Expertise an den Schulen so zu steuern, dass möglichst alle Lehrkräfte davon profitierten, das käme dann auch wieder den Kindern zugute. Die Annahme, den Kindern würden Förderstunden weggenommen, sei falsch: „Das Gegenteil ist der Fall: Wenn alle Lehrkräfte sonderpädagogische Beratung erhalten können, ist eine bessere und umfassendere Unterstützung der Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung möglich.“ Eltern wie von Bose können dieser Argumentation nicht folgen. Sie sorgen sich um die konkrete Hilfe für ihre Kinder.

Von Saskia Döhner

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