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Der Norden Immer mehr Dachse in Niedersachsen – Naturschützer kritisieren Jagd
Nachrichten Der Norden Immer mehr Dachse in Niedersachsen – Naturschützer kritisieren Jagd
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08:07 27.12.2019
Ein junger Dachs läuft durch sein Gehege. Die zunehmende Jagd auf Dachse in Niedersachsen stößt auf Kritik bei Naturschützern. Quelle: dpa
Göttingen

Die zunehmende Jagd auf Dachse in Niedersachsen stößt auf Kritik bei Naturschützern. „Im Grunde gäbe es keinen Anlass, Dachse zu bejagen“, sagte der Sprecher das Naturschutzbundes Nabu, Philip Foth. Der Dachs sei ein friedliebendes Tier. „Auch wenn er zur Ordnung der Raubtiere gehört, frisst der Dachs zu einem großen Anteil Pflanzen wie Beeren, Obst, Wurzeln, Samen und Knollen. Diese machen bis zu drei Viertel der Gesamtnahrung aus“, sagte Foth.

Im abgelaufenen Jagdjahr wurden in Niedersachsen nach Angaben der Landesjägerschaft 8481 Dachse zur Strecke gebracht. Das sind mehr als je zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1957. Von den Dachsen kamen 1673 im Straßenverkehr ums Leben, die übrigen wurden geschossen. Die größte Dachs-Strecke gab es dabei in den Landkreisen Osnabrück (462), Göttingen (435) und Gifhorn (424) sowie in der Region Hannover (412).

Günstige Lebensbedingungen für Dachse

„Die Zunahme der Population und die damit verbundene Ausbreitung ist eine Folge der günstigen Lebensbedingungen“, sagte der Sprecher der Landesjägerschaft, Florian Rölfing. Ursprünglich hätten Dachse überwiegend in den Wäldern gelebt. Inzwischen sei das Tier auch in der Agrarlandschaft heimisch geworden.

Für den Nabu ist dies aber kein Grund, mehr Tiere zu erlegen. „Die Gründe, warum immer mehr Dachse bejagt werden, sind nicht ganz ersichtlich“, sagte Sprecher Foth. „Dass der Dachs in Niedersachsen überhandnimmt, ist jedenfalls nicht zu erwarten“, meinte auch die Artenschutzexpertin der Naturschutzorganisation BUND, Andrea Krug. Diese Einschätzung teilt auch der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Dachse sind einfache Beute für Jäger

Allzu schwer sei es nicht, Dachse zu erlegen, sagte Foth. „Dachse sind nachtaktive Tiere. Sie verbringen bis zu 70 Prozent ihrer Zeit im Bau. Wenn sie den Bau verlassen, bewegen sie sich allerdings ausgiebig im Freien. Das macht es Jägern einfach, die Tiere zu bejagen.“

In den 1970er Jahren hatte es einen starken Einbruch der Dachs-Population gegeben, vor allem weil Fuchs-Baue wegen der damals grassierenden Tollwut begast wurden. Weil sie oft mit Füchsen zusammen in einem Bau leben, starben damals auch viele Dachse. Den Tiefpunkt erreichte die Population - gemessen an der Jagdstrecke - im Jahr 1978. Damals wurden landesweit nur 81 Tiere erlegt. Nach Einstellung der Fuchs-Begasung erholten sich die Bestände aber wieder.

Dachse mögen Mais

Der Dachs finde in Niedersachsen beste Lebensbedingungen vor, sagte NLWKN-Sprecherin Bettina Dörr. Die Tiere, die bis zu 90 Zentimeter lang und bis zu 18 Kilogramm schwer werden können, fänden ausreichend Futter und profitierten dabei zum Beispiel vom verbreiteten Mais-Anbau. Mildere Winter trügen dazu bei, dass Dachse über längere Zeit im Jahr leichter Nahrung fänden.

„Für die Dachse herrschen im Moment gute Lebensbedingungen“, meinte auch BUND-Artenschutzexpertin Krug. Dies könne sich aber schnell ändern, etwa wenn sich Krankheitserreger ausbreiten sollten, die die Population bedrohen.

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Von RND/lni

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