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Der Norden Vorwurf sexueller Gewalt: Bistum suspendiert Priester
Nachrichten Der Norden Vorwurf sexueller Gewalt: Bistum suspendiert Priester
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12:42 14.12.2019
Das Bistum in Hildesheim ist mit einem weiteren Missbrauchsfall konfrontiert. Quelle: Foto: Chris Gossmann
Hildesheim

Ein katholischer Geistlicher soll Anfang der Achtzigerjahre im Landkreis Hildesheim einer Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan haben. Der Mann, der nach Informationen der HAZ heute Anfang  60 ist, ist noch immer Priester im Dienst des Bistums, arbeitet aber seit Jahren nicht mehr in Stadt oder Landkreis Hildesheim.

Bischof Heiner Wilmer hat den Geistlichen nun beurlaubt. Zugleich hat das Bistum eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim erstattet. Die betroffene Frau, nach eigenen Angaben vom 15. bis zum 18. Lebensjahr Opfer des Geistlichen, hatte den Fall im November beim Bistum gemeldet.

Sind die Taten verjährt?

Am Donnerstag sei die Staatsanwaltschaft in Hildesheim über den Verdacht informiert worden, bestätigte Sprecherin Christina Pannek. Nun müsse zweierlei geprüft werden: Zum einen, ob die Vorwürfe strafrechtlich relevant sind. Zum anderen, ob sie noch verfolgt werden können oder schon verjährt sind. Infrage kämen zum Beispiel der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen oder sexuelle Gewalt.

Hat den Geistlichen beurlaubt: Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Quelle: Ole Spata/dpa

Die Erste Staatsanwältin hat die Polizei mit den Ermittlungen beauftragt. Zunächst solle das mutmaßliche Opfer befragt werden. Wenn sich daraus ein Anfangsverdacht ergibt, wird Pannek zufolge auch der Beschuldigte vernommen.

Studie: 153 Missbrauchsopfer im Bistum

Im Bistum Hildesheim leben rund 600 000 Katholiken. Nach einer Studie waren dort in den vergangenen Jahrzehnten mindestens 153 Menschen Opfer von sexualisierter Gewalt. Beschuldigt wurden 46 Priester, von denen weit über 30 bereits verstorben sind. Das Bistum hat für Betroffene Ansprechpersonen benannt. Bei einer von ihnen hat sich den Angaben zufolge auch die Frau gemeldet.

Der nun Beschuldigte hat nach Angaben des Bistums den Bischof um seine Beurlaubung gebeten. Die Diözese hat einen pensionierten Berufsrichter, der von der Kirche unabhängig ist, mit einer kirchenrechtlichen Voruntersuchung beauftragt. Der Jurist soll den Geistlichen in Kürze zu den Vorwürfen befragen. Für die Dauer dieser Voruntersuchung bleibe der Priester beurlaubt.

Vorwurf dem Bistum seit November bekannt

Der Vorwurf gegen ihn ist laut Bistum in der ersten Novemberwoche bei einer der Ansprechpersonen für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs eingegangen. Sie habe ein persönliches Gespräch mit der Betroffenen geführt. Danach empfahl der bischöfliche Beraterstab in Fragen sexualisierter Gewalt, den Vorwürfen nachzugehen.

Mit der Voruntersuchung will das Bistum feststellen, ob zusätzlich zum staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auch ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet werden kann. Das Bistum will die Öffentlichkeit über das Ergebnis dieser Prüfung informieren. Um die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten zu schützen, äußerte sich die Diözese am Freitag auf HAZ-Nachfrage nicht zu weiteren Details.

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