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Der Norden Antisemitismus-Vorwurf: Stiftung hält an umstrittenem Friedenspreis-Träger fest
Nachrichten Der Norden Antisemitismus-Vorwurf: Stiftung hält an umstrittenem Friedenspreis-Träger fest
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09:53 21.02.2019
Der Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ steht unter Antisemitismus-Verdacht. Quelle: epd-bild/Christian Ditsch
Göttingen

Ungeachtet der Proteste des Zentralrats der Juden hält die Stiftung Dr. Roland Röhl am umstrittenen Träger des Göttinger Friedenspreises 2019 fest. Es gebe keine Hinderungsgründe, die Auszeichnung an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ zu vergeben, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Der Zentralrat der Juden wirft dem Verein vor, er unterstütze Veranstaltungen der gegen Israel gerichteten Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen).

Die Jury habe den Preis in satzungsgemäßer Wahl zuerkannt, hieß es von der Stiftung. Die Preisverleihung solle wie geplant am 9. März stattfinden. Der Veranstaltungsort werde noch bekannt gegeben.

Göttinger Institutionen distanzieren sich von Friedenspreis

Die Universität Göttingen, in deren Aula die Auszeichnung gewöhnlich übergeben wird, hatte die Unterstützung für den diesjährigen Friedenspreis ebenso zurückgezogen wie die Stadt und die Sparkasse Göttingen. Die Einrichtungen begründeten dies mit der nach ihrer Ansicht nicht ausgeräumten Kontroverse um den Preisträger. Der 2003 als deutsche Sektion des Verbands „European Jews for a Just Peace“ (EJJP) ins Leben gerufene Verein „Jüdische Stimme“ setzt sich für einen lebensfähigen souveränen Staat Palästina ein.

Friedenspreis erinnert an Göttinger Journalisten

Der mit 3000 Euro dotierte Friedenspreis wird an Personen oder Gruppen vergeben, die sich mit wissenschaftlicher Arbeit oder praktischem Einsatz um den Frieden verdient gemacht haben. Die Auszeichnung erinnert an den 1997 gestorbenen Göttinger Wissenschaftsjournalisten Roland Röhl. Frühere Preisträger sind unter anderem der verstorbene SPD-Politiker Egon Bahr sowie die Initiativen Pro Asyl, Reporter ohne Grenzen und die Gesellschaft für bedrohte Völker.

Von RND/dpa

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