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Der Norden Tierquälerei in Schlachthof bestätigt
Nachrichten Der Norden Tierquälerei in Schlachthof bestätigt
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13:32 05.09.2019
Tiere mit Seilwinde auf Hänger gezogen: Die „Soko Tierschutz“ prangerte den Schlachthof bei Stade an. Quelle: Soko Tierschutz
Stade

Landwirte aus der Umgebung von Stade und Verantwortliche des Schlachthofs Düdenbüttel haben in großer Zahl Tiere gequält. Das hat die Kreisverwaltung Stade jetzt nach einer Monate dauernden Auswertung von Videos festgestellt. Die Tierrechtsorganisation „Soko Tierschutz“ hatte die Bilder heimlich aufgenommen. „Bei 24 von 29 Betrieben sieht das Veterinäramt tierschutzrechtliche Verstöße“, teilte die Stader Dezernentin Nicole Streitz am Mittwoch mit. Gegenüber der HAZ sagte sie: „Ich finde solche Vorgänge unsäglich.“ Der Landkreis bestätigte damit im Wesentlichen Vorwürfe der Tierrechtler.

36 Tiere in den Aufnahmen

Insgesamt tauchen in den Aufnahmen 36 Tiere – vorwiegend Rinder – auf. Die Hälfte war in einem Zustand, in dem sie nicht mehr transportfähig war und nicht mehr hätte geschlachtet werden dürfen. Die Kühe wurden teils brutal mit Seilwinden auf Anhänger oder wieder herunter gezerrt. Bei den Schlachtungen wurde zudem in 29 von 32 Fällen die maximale Frist von 60 Sekunden zwischen Betäubung und Ausblutenlassen der Tiere überschritten. Angeliefert wurden die Tiere von Bauern aus den Kreisen Stade, Cuxhaven und Rotenburg/Wümme.

„Ich finde solche Vorgänge unsäglich“: Nicole Streitz, Dezernentin für Recht, Ordnung, Ausländerfragen, Straßenverkehr, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landkreis Stade Quelle: Martin Elsen

Außerdem wurden tote Rinder nach Düdenbüttel gebracht, bei denen ein Teil offenbar gezielt ohne tierärztliche Beschau verwertet wurde. Das ist verboten. Zudem wurde lebende und tote Tiere gemeinsam transportiert. Streitz sagte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Fleisch in den Handel gelangt sei, das da nicht hingehörte. Die Schlachttieruntersuchungen sollten eventuell umgangen werden, „um Verstöße gegen Tierschutzvorschriften zu verdecken“. Der Landkreis sieht aber kein Fehlverhalten seiner Veterinäre. Die „Soko Tierschutz“ hatte behauptet, teilweise hätte Tierärzte weggeschaut.

Landkreis hat die Staatsanwaltschaft informiert

Der Kreis hat Landwirtschaftsministerium, Verbraucherschutzamt, Nachbarkreise und Staatsanwaltschaft über die Auswertungen informiert. Sollten die Staatsanwaltschaft nichts unternehmen, sagte Nicole Streitz, werde sie selbst Bußgeldverfahren wegen Tierquälerei einleiten.

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Von Bert Strebe

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