Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Der Norden Dieser ehemalige Profi-Boxer erfindet heute Gesellschaftsspiele
Nachrichten Der Norden Dieser ehemalige Profi-Boxer erfindet heute Gesellschaftsspiele
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:16 05.07.2019
Spiele-Autor Gerhard Piaskowy zeigt beim Spiele-Autoren-Treffen sein Gesellschaftsspiel "Zerrissene Welt". Quelle: Swen Pförtner/dpa
Göttingen

Einmal im Jahr treffen sich in Göttingen Deutschlands Spiele-Autoren, um dem Publikum und vor allem den Verlagen ihre neuesten Ideen für Brett-, Karten-, Würfel- oder sonstige Gesellschaftsspiele zu präsentieren. Dabei entscheidet sich, welche der neuen Kreationen auf den Markt gebracht werden. Fast immer dabei ist der frühere Profiboxer Gerhard Piaskowy. Der ehemalige Europameister im Halbmittelgewicht ist Spiele-Erfinder aus Leidenschaft. Reich werde man nicht damit, sagte der 75-Jährige der . Aber: „Es macht Spaß und hält einen geistig fit.“

Wie wird ein Profiboxer zum Spiele-Erfinger?

Als ich mit dem Boxen aufgehört hatte, war eine Leere da. Dann habe ich überlegt, was kannst Du eigentlich sonst noch. Ich habe dann schnell gemerkt, dass es mir Spaß macht, etwas zu erfinden und an Spielideen herum zu tüfteln. Und ich habe Ausdauer. Die hatte ich schon als Boxer. An manchen Spielen habe ich länger als ein halbes Jahr gesessen.

Wird man belächelt, wenn man im Freundeskreis erzählt, man erfinde Gesellschaftsspiele?

Auf keinen Fall. Das wird rundum akzeptiert. Ich werde oft gefragt, ob ich mal wieder was Neues habe.

Wie viele Spiele haben Sie bisher erfunden?

Ungefähr hundert, jedes Jahr zwei, drei. Davon wurde etwa jedes Zehnte veröffentlicht. Von den beiden erfolgreichsten wurden 10.000 beziehungsweise 15.000 Stück verkauft.

Mit wem probieren Sie neue Spiele aus?

Eher nicht mit der Familie. Meistens mit Nachbarn und Bekannten. Bei mir im Haus wohnen ein paar Leute, die machen fast immer mit, zum Glück. Beim Spieletesten braucht man manchmal vier, fünf Leute.

Woran merken Sie, ob ein Spiel gut ist?

Es gibt eine ganz einfache Regel: Wenn die Tester sagen, wir spielen noch mal, dann ist Interesse da. Wenn sie höflich sagen, das war prima, aber nicht noch noch mal spielen wollen, weiß ich Bescheid: Diesem Spiel fehlt der Pfiff.

Kann man vom Spiele-Erfinden leben?

Höchstens eine ganz kleine Minderheit der Autoren, vielleicht wenn man einen großen Knüller hat oder das Spiel das Jahres. Ansonsten kann man es unter rein finanziellen Gesichtspunkten vergessen. Ich bin froh, dass derzeit drei kleinere Spiele von mir auf dem Markt sind. Die sind zum Lernen für Kinder.

Wenn es nicht das Geld ist, welche Motivation treibt Sie und andere Spiele-Erfinder an?

Man hat - so wie ich als Rentner – eine schöne Aufgabe. Und: Es macht Spaß und hält einen geistig fit.

Gibt es denn überhaupt noch ein nennenswertes Interesse an Gesellschaftsspielen?

Ganz klar. Ich glaube sogar, das Interesse nimmt allgemein weiter zu.

Von RND/dpa/Matthias Brunnert

Im 13. Jahrhundert ist die Golzwarder Kirche erbaut worden. Am Donnerstag ist das historische Gebäude bei einem Brand schwer beschädigt worden.

04.07.2019

500.000 Übernachtungen im Jahr: Darauf hoffen die Investoren eines riesigen Tourismusprojekts am Dümmer. Niedersachsens zweitgrößter See soll überregional an Anziehungskraft gewinnen – doch das macht nicht jeden glücklich.

12.07.2019
Der Norden Besuch bei einem Sternendeuter Kann man Astrologie ernst nehmen?

Welche Macht haben die Sterne? Kann man Horoskope ernst nehmen? Und wer schreibt diese Lebensweisheiten eigentlich? Ein Besuch bei Martin Banger, der für den NDR und für viele deutsche Zeitungen die Sterne auslegt.

04.07.2019