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Der Norden Corona-Verordnung in Niedersachsen: Das sind die aktuellen Regeln
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Corona-Regeln für Hannover und Niedersachsen: 2G und 3G am Arbeitsplatz

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09:31 29.11.2021
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag.
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Weil die Corona-Fallzahlen steigen, haben sich am 18. November Bund und Länder auf neue Corona-Regeln verständigt. Im Zuge dessen hat die Landesregierung die Corona-Verordnung in Niedersachsen nachgeschärft. Sie ist seit Mittwoch, 24. November, gültig.

Neues Warnstufenkonzept – jetzt gilt Warnstufe 1

Das niedersächsische Warnstufenkonzept wurde erneut verschärft: Die Warnstufen treten früher in Kraft, Warnstufe 1 bereits ab einer 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von drei (vorher sechs), Warnstufe 2 bei einer Hospitalisierungsinzidenz von sechs und Warnstufe 3 dann bei neun. Damit wird der Beschluss der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz umgesetzt. Auch vor der Warnstufe 1 treten erste Verschärfungen bereits ab einer 7-Tages-Neuinfektionsinzidenz von 35 ein (zuvor 50). In Niedersachsen gilt seit Mittwoch flächendeckend die Warnstufe 1.

2G gilt flächendeckend

In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens greifen bei Erreichen der Warnstufe 1 die verschärften 2-G-Regeln, die in der Region Hannover allerdings schon länger in Kraft sind. Dies gilt etwa in der Gastronomie, bei Veranstaltungen, beim Sport, beim Frisör oder bei der Beherbergung. Maskenpflicht und Abstandsgebote werden ausgeweitet. Drinnen gelten strengere Schutzmaßnahmen als draußen.

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Warnstufe 2 bald erreicht? 2-G-plus bringt Testpflicht auch für Geimpfte

In der Warnstufe 2, die vermutlich in einigen Tagen erreicht sein dürfte, wird die neue Beschränkung 2-G-plus eingeführt. Das bedeutet, dass zusätzlich zu einem Impf- oder Genesenennachweis ein aktueller negativer Testnachweis vorgelegt werden muss. Dies gilt in der Warnstufe 2 für alle Veranstaltungen im Innenbereich (draußen zumeist 2G). Die 2-G-plus-Vorgabe erstreckt sich zudem auf die Innenbereiche von Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen Discotheken, Gastronomie, Beherbergung und auf alle körpernahen Dienstleistungen. Sie gilt auch ausdrücklich für Weihnachtsmärkte. In Warnstufe 2 wird zudem die Maskenpflicht verschärft auf FFP2 in allen Innenbereichen.

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Über Warnstufe 3 entscheidet der Landtag

Bei einer Eskalation könnte das Land im gesamten Freizeitbereich alle Veranstaltungen verbieten, dazu zählte Weil etwa Discos, Bars, Kultur, Sport und Freizeiteinrichtungen. Über die Maßnahmen in der Warnstufe 3 muss allerdings der Landtag entscheiden. Das sieht das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes vor.

Maskenpflicht auch für Geimpfte und Genesene

Die Landesregierung ordnet nach Worten von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) „fast überall“ eine Maskenpflicht an, auch in Bereichen, wo sich nur Geimpfte und Genesene aufhalten. Die bisherige Privilegierung (keine Maske, kein Abstand) wird aufgehoben. „Auch mit 2G gibt es keine maskenfreien Zonen, weil mit den steigenden Inzidenzen auch Geimpfte stärker ins Risiko kommen“, sagte Weil bei der Vorstellung der neuen Corona-Verordnung.

Kontakte werden beschränkt

In der Warnstufe 1 dürfen an Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen in Innenräumen nur noch geimpfte, getestete oder genesene Menschen teilnehmen (3G). In Warnstufe 2 können nur noch bis zu 15 Personen ohne 2-G-plus in Innenbereichen beziehungsweise 2G unter freiem Himmel zusammenkommen. In Warnstufe 3 dürfen es dann nur noch bis zu 10 Personen sein.

3G am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz ist seit Mittwoch die 3-G-Regel vorgeschrieben, Arbeitnehmer müssen also geimpft oder genesen sein oder täglich einen Test vorlegen. Zwei Tests pro Woche stellt der Arbeitgeber, die auch für Testungen unter Aufsicht verwendet werden können. Drei Tests pro Woche müssen vom Personal eigenverantwortlich beigebracht werden, beispielsweise über Nachweise aus einem Testzentrum oder einer Apotheke.

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Auch im ÖPNV gilt 3G

Das Infektionsschutzgesetz gestattet die Nutzung des ÖPNV für Fahrgäste und Personal nur bei Vorliegen der 3-G-Voraussetzungen (Ausnahme: Schüler) und Einhaltung der Maskenpflicht. Die Regelung geht über die niedersächsische Corona-Verordnung hinaus, die lediglich das Tragen einer Maske im ÖPNV beinhaltetet. Laut Bundesgesetz sind die Verkehrsunternehmen verpflichtet, die Einhaltung der 3-G-Regeln „durch stichprobenhafte Nachweiskontrollen“ zu überwachen. „Ehrlicherweise dürfte die Neuregelung angesichts des täglichen Fahrgastaufkommens nur schwer zu kontrollieren sein“, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Umso mehr komme es auf die Einsicht der Fahrgäste an.

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Keine Ausnahmen für Jugendliche in Discos

Unabhängig von der jeweiligen Warnstufe sind Jugendliche künftig im Hinblick auf den Zutritt zu Discotheken nicht mehr privilegiert. Alle über Zwölfjährigen müssen bei 2G im Innenbereich einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen, bei 2-G-plus zusätzlich einen Nachweis über einen negativen Test. Alle weiteren noch bestehenden Privilegierungen von Jugendlichen sollen zum 1. Januar 2022 fallen.

Regeln für Weihnachtsmärkte verschärft

Bei den Weihnachtsmärkten gilt bei Warnstufe 1 drinnen und draußen 2G. Neu ist seit Mittwoch eine durchgängige Maskenpflicht – drinnen wie draußen und unabhängig von der Warnstufe. Die Maske darf nur kurz abgenommen oder angehoben werden, wenn gegessen oder getrunken wird. In Warnstufe 2 gilt auf Weihnachtsmärkten 2Gplus – also auch Geimpfte und Genesene müssen einen negativen Test vorweisen.

Ausnahmen für Messen

Messen bleiben bei 3G, hier sind also weiterhin Menschen zugelassen, die geimpft, genesen oder getestet sind. Am ersten Messetag muss jedoch ein negativer PCR-Test vorgelegt werden – an jedem weiteren Tag ein POC-Test. Ansonsten gilt in der Warnstufe 1 – wie bisher – unter freiem Himmel 3G.

Kommt die Impfpflicht Anfang 2022?

„Auch ich sehe, dass eine Impflicht selbstverständlich in Betracht kommen muss“, sagte Weil für den Fall, dass sich die Lage noch verschärft. Dies werde aber erst Anfang des Jahres der Fall sein. Auch Althusmann sprach sich für eine Impfpflicht aus. „Ich halte eine Impfpflicht für zwingend notwendig, sie wird uns aber erst im Frühjahr helfen können.“ Althusmann sagte, ein allgemeiner Lockdown könne nicht ausgeschlossen werden angesichts der dramatischen Entwicklung. Da schon jetzt die Gastronomie unter abgesagten Weihnachtsfeiern leide, werde das Land das Gastgewerbe mit zusätzlich 55 Millionen Euro unterstützen.

Schulen bleiben offen – aber Regeln werden verschärft

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte, Schulen und Kitas blieben offen, man müsse aber beim Sicherheitskonzept die Schrauben anziehen. So werde es bis zum 31. Januar keine Klassenfahrten mehr geben, Adventsfeiern und Weihnachtskonzerte dürften nur noch „ohne Besucher von draußen“ stattfinden. Auch wenn es keine landesweiten Schulschließungen geben werde, sei so etwas punktuell möglich. Für Schüler der Schuljahrgänge 1 und 2 gilt wieder die Maskenpflicht in den Unterrichtsräumen, wenn sie sich am Sitzplatz befinden. 

Von Marco Seng