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Der Norden Quarantäne-Verweigerern droht Einweisung in geschlossene Einrichtung
Nachrichten Der Norden Quarantäne-Verweigerern droht Einweisung in geschlossene Einrichtung
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14:57 02.06.2020
Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, spricht im Rahmen der regelmäßigen Landes-Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Quelle: Peter Steffen/dpa
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Hannover

„Wir haben es in Niedersachsen weiterhin mit lokalen Infektionsgeschehen zu tun“, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, bei einer Pressekonferenz in Hannover. Damit spielte sie auf das Geschehen in Göttingen an, wo es eine Masseninfektion gegeben hat. 166 Personen seien dort am Pfingstwochenende nach mehreren Familienfeiern getestet worden, 68 von ihren sind positiv. 300 Kontaktpersonen verteilen sich auf mehrere Landkreise, auch außerhalb Niedersachsens.

„Verbote ernst nehmen“

13 Schulen sind laut Schröder davon betroffen. 57 Schüler in Göttingen stehen unter Quarantäne, weil sie Kontaktpersonen von Infizierten waren. „Göttingen ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten werden“, sagte Schröder. Das Geschehen habe ein „besonderes Ausmaß“ und zeige, wie wichtig es sei, „Verbote ernst zu nehmen“.

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„Robuste Ansprache“

Erschwerend sei hinzugekommen, dass eine mittlere zweistellige Zahl von betroffenen Personen der Aufforderungen des Landkreises, sich testen zu lassen, nicht gefolgt sei. Eine „entsprechend robuste Ansprache“ habe geholfen“, sagt Schröder. „Robuste Ansprache“ bedeutet laut Schröder, dass das Gesundheitsamt sich mit der Polizei verstärkt und die Leute zu Hause abholt. Notfalls müsse eine gerichtliche Verfügung herhalten. Wer sich nicht an Quarantäneauflagen halte, begehe eine Straftat. „Das muss unbedingt eingehalten werden“, betont Schröder. Menschen könnten auch für die Dauer der Quarantäne in geschlossen Einrichtungen gebracht werden.

Konkreter Anlass in Göttingen

Das Geschehen in Göttingen konnte laut Schröder einem konkreten Anlass zugeordnet werden. Am Wochenende war bekannt geworden, dass sich dort eine Gruppe junger Männer nach Familienfeiern in einer Shisha Bar getroffen habe. Ob schon Bußgelder verhängt worden seien, konnte Schröder nicht sagen.

Insgesamt zeige sich aber, dass das Land mit seiner Verordnung richtig liegt. „Wir müssen die Kontaktbeschränkungen aufrecht erhalten“, sagt Schröder. Das zeigten die aktuelle Fälle in Niedersachsen. Ein ganz großer Teil der Bevölkerung halte sich aber an die Regelungen. „Unsere Teststrategie erweist sich weiterhin als richtig“, sagt Schröder. Es würden überall dort Kontaktpersonen getestet, wo es Corona-Ausbrüche gegeben habe.

Tests in Schlachthöfen

Gute Nachrichten gab es von den Nachtestungen in Schlachthöfen: In den Unternehmen seien jetzt mehr als 8000 von 15.000 geplanten Tests durchgeführt worden. Außer in dem betroffenen Schlachthof in Dissen seien alle Tests negativ gewesen, betont Schröder. Dafür habe es in einer Flüchtlingsunterkunft im Kreis Gifhorn sechs Infizierte gegen, 180 Personen lebten dort. Der Landkreis versuche nun mit einer Allgemeinverfügung, eine Ausbreitung zu verhindern.

Die aktuellen Zahlen

Die Infektionszahlen in Niedersachsen sind über das Pfingstwochenende leicht gestiegen. Insgesamt hätten sich bisher 12.069 Personen mit dem Coronavirus infiziert, 48 mehr als gestern. 599 Personen sind verstorben. Von der Krankheit genesen sind 10.426 Personen, das sind rund 86 Prozent. In den Kliniken werden derzeit 360 Patienten mit Covid-19 behandelt, 71 liegen auf der Intensivstation, 36 müssen beatmet werden. Kinder müssen derzeit nicht behandelt werden. 

Von sen, win