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Der Norden Vermeintliches Corona-Heilmittel Ivermectin: Warum wird vor einer Einnahme gewarnt?
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Corona: Hilft Wurmmittel Ivermectin bei Covid? Nebenwirkungen gefährlich

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14:42 29.11.2021
„Ein Nutzen ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt etwa der Infektiologe Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing.
„Ein Nutzen ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt etwa der Infektiologe Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing. Quelle: Rodrigo Urzagasti/dpa
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Vor allem größere Tiere – Pferde, Schafe und Rinder – sind es, die mit dem Mittel Ivermectin entwurmt werden. Doch in der Corona-Krise taucht das Medikament immer wieder als vermeintliches Mittel gegen Corona auf. So berichtete in den USA die nationale Gesundheitsbehörde FDA von einem zunehmendem Hype um das Mittel und einen missbräuchlichen Einsatz. Bei Patientinnen und Patienten sei es zu Vergiftungen, Zitteranfällen und Halluzinationen gekommen. Betroffene mussten teilweise mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.

Kleine Studien bieten Hinweise auf Abmilderung

Einige kleinere Studien haben zwar Hinweise darauf geliefert, dass Ivermectin einen schweren Verlauf von Covid-19 abmildern könnte. Fachleute raten von einem Einsatz von Ivermectin außerhalb klinischer Studien allerdings vehement ab. Das Mittel ist weder in den USA oder Deutschland zur Vorbeugung oder Therapie von Covid-19 zugelassen.

Das Arzneimittel wurde auch nicht speziell für den Kampf gegen Covid-19 entwickelt. Vielmehr ist es bereits seit Jahrzehnten zur Bekämpfung ganz anderer Erkrankungen im Einsatz. In Europa ist es auch aus der Krätzebehandlung bekannt.

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Studien haben schlechte Qualität

Es ist zwar theoretisch denkbar, dass die Substanz einen wirksamen Nutzen im Zusammenhang mit Covid-19 haben könnte. Aber die bisherigen Studien, die Hinweise für Effekte liefern, hatten vergleichsweise wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch der Aufbau der Untersuchungen war teilweise von schlechter Qualität.

„Ein Nutzen ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt etwa der Infektiologe Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing. „In Deutschland kommen alle Fachgremien zum Schluss, dass der Wirkstoff keine Vorteile hat.“

Von RND/Saskia Heinze