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Der Norden Castortransport: Atommüll auf dem Weg nach Nordenham
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Castortransport: Atommüll auf dem Weg nach Nordenham

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13:40 28.10.2020
In den sechs Castoren, die auf dem Weg nach Deutschland sind, befindet sich immer noch stark strahlender Atommüll (Symbolbild). Quelle: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung
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Nordenham

Ein Castortransport mit hochradioaktivem Atommüll ist nach Informationen von Atomkraftgegnern auf dem Weg nach Deutschland. Das mit sechs Behältern beladene Transportschiff habe am Dienstagabend den englischen Hafen Barrow-in-Furness verlassen, teilte das bundesweite Aktionsbündnis „Castor stoppen“ am Mittwoch mit. Die Ankunft des Schiffes im niedersächsischen Nordenham werde für Freitag oder Samstag erwartet. Von dort sollen die Castoren mit einem Zug nach Biblis in Hessen weitertransportiert werden. Sie enthalten in Glas eingeschmolzene Abfälle aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. Eine offizielle Bestätigung für die Angaben gab es nicht.

Transport laut Atomkraftgegnern „hoch riskant“

Umweltschützer halten den Transport für gefährlich und kritisieren vor allem den Zeitpunkt. „Atommüll von einem ungeeigneten Ort an einen anderen ungeeigneten Ort zu verschieben, ist unabhängig von erklärten Pandemielagen nicht nur unnötig, sondern falsch“, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Silke Westphal. Annette Ramaswamy von der Göttinger Anti-Atom-Initiative erklärte: „Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Atommüllverschiebung, solange es noch kein geeignetes Endlager gibt und der Atommüll lediglich in ein Zwischenlager gebracht wird.“ Der Transport sei „hoch riskant“, denn selbst der verpackte Müll strahle noch extrem stark in die Umgebung.

Sowohl in Nordenham als auch entlang der möglichen Bahnstrecken wollen Atomkraftgegner mit Mahnwachen und Kundgebungen gegen den Transport protestieren. Aktionen sind unter anderen in Bremen, Oldenburg, Nienburg, Göttingen, Köln und Biblis angekündigt. Auch die Gewerkschaft der Polizei und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatten bemängelt, dass der Transport während der sich wieder verschärfenden Coronapandemie stattfinden solle.

Der ursprünglich für Anfang April geplante Transport war am 12. März durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunächst abgesagt worden. Der Einsatz von 6.000 zum Schutz des Transportes eingesetzten Bundespolizisten sei wegen der Ausbreitung des Coronavirus nicht zu verantworten, hatte Seehofer damals erklärt. In den kommenden vier Jahren sollen insgesamt noch 25 Castoren nach Deutschland gebracht werden - 20 aus Sellafield und fünf aus dem französischen La Hague. Außer Biblis werden die Zwischenlager an den Atomkraftwerken in Philippsburg in Baden-Württemberg, Ohu in Bayern und Brokdorf in Schleswig-Holstein angefahren.

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Von RND/ epd