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Der Norden Apfelbauern sorgen sich wegen der Corona-Krise um ihre Ernte
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Apfelernte in Niedersachsen: Corona-Krise macht Bauern Sorgen

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06:56 17.08.2020
Wie gelingt die Apfelernte in Zeiten von Corona? Noch plagen die Obstbauern viele Sorgen. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Hannover/Jork

Die Landwirte in den größten Apfelanbaugebieten bangen aufgrund der Corona-Krise um ihre Ernte. „Die Sorge ist sehr groß“, sagte der Vorsitzende der Obstregion Bodensee, Thomas Heilig. Zum einen sei noch nicht hundertprozentig sicher, ob die Erntehelfer – die meisten stammen aus osteuropäischen Ländern – überhaupt einreisen dürften. Beispielsweise zählten einige Regionen in Bulgarien und Rumänien derzeit zu den Risikogebieten.

Zudem müssten die Landwirte einen hohen Aufwand betreiben, um die geltenden Vorschriften zum Schutz vor Covid-19 einzuhalten. So dürfen etwa in den Unterkünften nur halb so viele Erntehelfer untergebracht werden. Er selbst setze auf angemietete Container, sagte Heilig.

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„Die Situation ist angespannt“

Auch in Niedersachsen wird die Ernte in diesem Jahr spürbar von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt sein. „Es ist eine angespannte, ungewohnte Situation“, sagte der Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau beim niedersächsischen Landvolk, Ulrich Buchterkirch. Natürlich gebe es die Angst vor einem Infektionsfall und den daraus folgenden Konsequenzen. Trotz Virus-Krise rechnet er aber trotzdem mit einer durchschnittlichen Ernte.

Niedersachsens bekanntestes Obstbaugebiet ist das Alte Land an der Niederelbe. Es gilt als das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet in Deutschland. Die Äpfel werden etwa sieben Wochen lang von Anfang September bis Ende Oktober geerntet.

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Lehren aus der Spargel- und Erdbeer-Ernte

Derzeit wird nicht damit gerechnet, dass die Erntehelfer, von denen ein Großteil aus Polen kommt, Probleme bei der Einreise haben werden. Außerdem gebe es nach der Ernte von Erdbeeren und Spargel auch schon Erfahrung im Umgang mit den Einschränkungen durch das Virus, sagte Buchterkirch.

Zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben seien Konzepte entwickelt worden, die Kontakte auf ein Minimum reduzieren sollen. „Es werden kleine Arbeitsgruppen gebildet, die gemeinsam arbeiten“, sagte der Obstbauer. Das werde sicher nicht einfach und erfordere von allen Beteiligten Fingerspitzengefühl. „Es wäre schlimm, wenn die Ernte nicht eingebracht werden könnte“, betonte der Experte vom Landesbauernverband.

Von RND/lni