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Der Norden Polizist erschießt jungen Mann in Flüchtlingsunterkunft: Ermittlungen laufen
Nachrichten Der Norden Polizist erschießt jungen Mann in Flüchtlingsunterkunft: Ermittlungen laufen
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19:01 19.08.2019
Einer der Polizisten schoss auf den 20-Jährigen, als dieser mit einer Eisenstange auf die Beamten losging. Quelle: Symbolbild
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Stade

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizeibeamten auf den Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Stade hat die Staatsanwaltschaft das Alter des Opfers korrigiert: Der Afghane, der am Sonnabend tödlich verletzt wurde, nachdem er einen Beamten attackiert hatte, ist demnach 19 Jahre alt. Am Wochenende hatten die Behörden sein Alter zuerst mit 20 Jahren angegeben.

Wie viele Schüsse gab der Polizist ab?

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Montag laufen die Ermittlungen. Dabei geht es besonders um die Frage, ob der Beamte, der zurzeit nicht im Dienst ist, in Notwehr gehandelt hat. „Auch die Zahl der abgegebenen Schüsse ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag.

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Angreifer war der Polizei bekannt

Die Polizei war am Sonnabendabend zur Flüchtlingsunterkunft in einem Mehrparteienhaus gerufen worden, weil der polizeibekannte 19-Jährige dort mit einer anderen Person in Streit geraten war. Nach NDR-Informationen soll der Afghane als gewaltbereit bekannt gewesen und in der Vergangenheit mit einem Messer durch die Stadt gelaufen sein. Der Mann sei wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen.

Pfefferspray konnte Angriff nicht stoppen

Wie die Staatsanwaltschaft am Wochenende berichtete, hätten die Beamten vergeblich versucht, den 19-Jährigen durch ein offen stehendes Fenster anzusprechen. Als die Polizisten anschließend die Wohnung im Stader Stadtteil Bützfleth betraten, seien sie von dem Flüchtling mit einer Hantelstange angegriffen worden. Nachdem der Einsatz von Pfefferspray erfolglos geblieben war, schoss einer der Beamten, um den Angriff zu stoppen. Das Opfer erlag später seinen Verletzungen.

Pistorius: „Sehr tragischer Fall“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach am Montag von einem „sehr tragischen Fall“. Dies werde jetzt aufgeklärt und ermittelt von der Staatsanwaltschaft, wie sich das gehöre. „Von daher verbietet sich jetzt eine Kommentierung der Vorgänge.“ Die AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag bekräftigte indes ihre Forderung, die Polizei probeweise mit Elektroimpulswaffen, sogenannten Tasern, auszustatten. „Ein Taser hätte den Mann wohl ebenfalls außer Gefecht gesetzt, aber ohne ihm das Leben zu nehmen“, sagte der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion Jens Ahrends.

Spuren am Tatort gesichert

Die fünf anderen Bewohner des Hauses wurden nach dem Vorfall in andere Unterkünfte gebracht. Die polizeilichen Ermittlungen hat die Polizeiinspektion Cuxhaven übernommen und Spuren am Tatort gesichert.

Von RND/dpa