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Der Norden Warum die Obstbaumalleen in der Elbtalaue einzigartig sind
Nachrichten Der Norden Warum die Obstbaumalleen in der Elbtalaue einzigartig sind
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19:21 01.05.2019
Seltene Sorten, alte Exemplare: Häufig informieren Schilder wie hier in Popelau über die Obstbäume am Wegesrand. Quelle: Foto: Carolin George
Neuhaus

Zahllose Obstbäume stehen derzeit in der Elbtalaue im Nordosten Niedersachsens in voller Blüte – am Straßenrand. Auf ungefähr 80 Kilometer Länge summieren sich die Alleen in der Gemeinde Amt Neuhaus, zwischen Orten wie Wehningen, Konau und Stiepelse, Sumte, Neuhaus und Krusendorf. Rund 14 000 Obstbäume säumen hier die Straßen rechts der Elbe, wachsen in Gärten und auf Streuobstwiesen. Das Besondere: Anders als etwa im Alten Land gibt es in der Region keine einzige Plantage, niemand verdient mit dem Obst Geld. Dafür gibt es viele seltene und alte Sorten.

Ein Verein kümmert sich um die alten Obstbäume

Einzig einen Verein gibt es, gegründet 2013, der sich um die Pflege der alten Bäume kümmert und auch immer wieder auf bisher unbekannte Sorten stößt: von den Apfelsorten Echter Winterprinz und Fürst Blücher über die Dycker Schmalzbirne bis zur Ziepenbirne. „Wir setzen uns für den Erhalt der alten Sorten ein und geben daher jedes Jahr im Herbst Hoch- und Halbstämme regionaler Sorten an Interessierte weiter, die sie in ihren Gärten pflanzen möchten“, sagt Cornelia Bretz vom Verein Konau 11 – Natur.

Außerdem arbeitet der Verein an einem Kataster der Region mit dem Ziel, eines Tages sämtliche Sorten erfasst zu haben. Gerade sind die Mitglieder auf der Suche nach seltenen Sorten, die manchmal noch gar keinen Namen tragen oder noch nicht bestimmt sind. „Vor allem interessieren uns Altbäume, die regionaltypisch sind“, sagt Bretz. Auch nach Exemplaren des Napoleon-Apfels und der Sommerbürgermeister-Birne hält der Verein Ausschau.

„Deutschlandweit einzigartig“

Mehr als die Hälfte der Bäume an den Straßen sind zwischen 60 und 120 Jahre alt, erzählt Bretz. „Diese Fülle ist deutschlandweit einzigartig.“ Der Grund dafür liegt in der Geschichte: In den Siebzigerjahren hatte es in Westdeutschland eine Agrarsubvention von der Europäischen Union gegeben, Obstbaumalleen abzuholzen. „Die Bäume galten als unrentabel“, sagt die Umweltwissenschaftlerin. Stattdessen wurden die Straßen ausgebaut. Beides hat in der ehemaligen DDR nicht stattgefunden – und die Gemeinde Amt Neuhaus zählte zu Mecklenburg-Vorpommern, also zur DDR. Erst seit 1993 gehört sie zu Niedersachsen.

Wer diese besondere Obstblüte erleben möchte, hat je nach Wetterlage noch mindestens bis zum kommenden Wochenende Zeit. Die Region ist entweder per Fähre in Darchau oder Bleckede oder über die Dömitzer Brücke zu erreichen.

Von Carolin George

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