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Der Norden Mögliche Impfpflicht für alle: Welche Formen gibt es?
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Allgemeine Corona-Impfpflicht: Welche Formen gibt es?

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11:14 07.12.2021
Bevor es zu einer Corona-Impfpflicht kommt, könnte es aber zum Beispiel auch eine Verpflichtung zur Aufklärung geben, sagt Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation.
Bevor es zu einer Corona-Impfpflicht kommt, könnte es aber zum Beispiel auch eine Verpflichtung zur Aufklärung geben, sagt Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Hannover

Eine Impfpflicht könnte ein Instrument sein, um die Impflücken in Deutschland zu schließen. Eine Möglichkeit ist die indirekte Impfpflicht, von der bereits Gebrauch gemacht wird. Durch Regeln wie 2G in der Öffentlichkeit und 3G am Arbeitsplatz nimmt der gesellschaftliche Druck auf Ungeimpfte in Deutschland bereits zu. Es gibt gesetzlich vereinbarte Regeln, die Menschen ohne Impfung den Zugang verweigern oder erschweren – etwa bei Konzerten, bei Veranstaltungen, im Restaurant oder beim Fahren mit Bus und Bahn. „Dies hat in anderen Kontexten zur Steigerung der Impfquote geführt“, heißt es in der aktuellen Cosmo-Auswertung der Universität Erfurt, an der zur Impfbereitschaft geforscht wird.

Ein strikteres Vorgehen ist die direkte Impfpflicht, entweder für bestimmte Gruppen wie Pflegende und Lehrkräfte – oder für alle im Land.

Bundestag befasst sich jetzt erstmals mit dem Thema

Der Bundestag berät an diesem Dienstag erstmals über die geplante Corona-Impfpflicht für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen. Die Pläne der Ampelparteien SPD, Grüne und FDP sehen außerdem vor, dass Impfungen künftig auch von Zahnärzten oder Apothekern durchgeführt werden können. Die Länder sollen darüber hinaus die Möglichkeit bekommen, in Hotspots auch schärfere Corona-Maßnahmen wie Restaurantschließungen zu ergreifen.

Wer gegen die Impfpflicht verstößt, dem droht dann ein Bußgeld. Ein Beispiel dafür sind die Pocken. Die Infektionskrankheit konnte, auch durch das Vorantreiben einer globalen Impfkampagne durch die Weltgesundheitsorganisation, bis 1979 ausgerottet werden.

Verpflichtendes Aufklärungsgespräch kann Erfolg haben

Bevor es zu einer Corona-Impfpflicht kommt, könnte es aber zum Beispiel auch eine Verpflichtung zur Aufklärung geben, sagt Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation. Studien in den USA zeigten, dass so ein verpflichtendes Aufklärungsgespräch mit Arzt oder Ärztin Erfolg haben kann. „Das hat die Durchimpfung erhöht“, sagte die Wissenschaftlerin bei „Anne Will“. Menschen hätten so besser verstanden, dass Impfen ein sozialer Vertrag ist, der die eigene Person und das Gegenüber schützt.

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Aus repräsentativen Umfragen weiß man zudem: Menschen mit einer niedrigen Impfbereitschaft und Impfverweigerer haben weniger Vertrauen in die Sicherheit der Impfung. Impfverweigerer halten die Impfung eher für überflüssig, sie wägen auch mehr Risiken und Nutzen ab.

Deshalb helfen Forschenden zufolge sehr niedrigschwellige Impfangebote, mobile Impfteams, Impfen bei Betriebsärzten sowie möglicherweise Impfangebote in Geschäften oder Apotheken – begleitet von klarer Kommunikation.

Von Saskia Heinze/RND