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Ausbildung Wie werde ich Wachsbildner/in?
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04:45 18.03.2019
Bei einer Beisetzung spenden Kerzen wärmendes Licht: Wachsbildner setzen bei der Gestaltung entweder Wünsche von Kunden um oder verwirklichen eigene Ideen. Foto: Armin Weigel
Deggendorf

Brennende Kerzen sind mehr als nur ein Gemütlichkeitsfaktor in der Wohnung. Besonders im kirchlichen Kontext sind sie oft individuell gestaltete Werke, die Jahre oder Jahrzehnte später an besondere Momente erinnern.

Sie werden zur Taufe, zur Hochzeit oder zu einer Beisetzung angezündet. Diese leuchtenden Symbole gestaltet Franziska Hüttinger. Die 21-Jährige absolviert eine Ausbildung als Kerzenherstellerin und Wachsbildnerin bei der Firma Wiedemann im bayerischen Deggendorf. "Ich finde es klasse, mich im Alltag kreativ zu betätigen und handwerklich zu arbeiten", sagt Hüttinger.

Der Beruf des Kerzenherstellers und Wachsbildners ist inzwischen eher rar. Das spiegelt sich bei den Auszubildenden wieder. "Bundesweit erlernen derzeit zehn junge Leute den Beruf", erklärt Wolfgang Reich. Er ist Geschäftsführer der Bayerischen Wachszieher-Innung - Kerzeninnung - in Stadtbergen.

Duale Ausbildung dauert drei Jahre

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt entweder mit Schwerpunkt Kerzenherstellung oder Wachsbildnerei. Wer sich auf die Kerzenherstellung spezialisiert, lernt, wie man Paraffine, Bienenwachs, Fette und Öle zusammensetzt und hieraus Kerzen maschinell oder per Hand produziert. Im Schwerpunkt Wachsbildnerei kreieren die Fachleute Kerzen für spezielle Anlässe. "Entweder setzen wir dabei Wünsche des Kunden um, oder wir gestalten Kerzen nach eigenen Ideen", erzählt die Auszubildende Franziska Hüttinger.

"Schon im Kindergarten habe ich sehr gerne gezeichnet", so die angehende Wachsbildnerin. Den Spaß daran hat sie über all die Jahre nicht verloren, heute ist es Teil ihres Berufs. Wachsbildner brauchen ein Auge für Form und Farben, und sie müssen einen Blick dafür haben, was optisch gut harmoniert. Eigene Ideen sind sehr willkommen. "Letztens habe ich nach meinen Vorstellungen eine Marienkerze gestaltet, geradlinig und ohne Schnickschnack wie Blümchen oder Ähnliches", sagt Hüttinger.

Wachse anrühren und Deko-Elemente zeichnen

In den zurückliegenden Monaten hat Hüttinger viel gelernt. Zum Beispiel, wie man flüssige Wachse anrührt und in Maschinen füllt und welche Dochte bei der Kerzenherstellung zum Einsatz kommen. Oder wie man fertige Kerzen stichprobenartig daraufhin testet, ob sie ruhig und gleichmäßig brennen. Sie weiß jetzt, welche Materialien beim Verzieren der Kerzen zum Einsatz kommen und hat geübt, wie Dekore oder Reliefs mit Hilfe von Schablonen erstellt werden.

Zu den Ausbildungsinhalten im Bereich Wachsbildnerei gehört darüber hinaus, Deko-Elemente, etwa für eine Gedenk- oder Trauerkerze, zu zeichnen. Hinzukommt, sie aus Wachs zu formen, zu färben und die fertigen Deko-Elemente auf die Kerze aufzubringen. Das kann zum Beispiel ein Kreuz sein, sowie der Name der verstorbenen Person und ihr Geburts- und Sterbedatum.

Keine tarifvertraglichen Regelungen

Hüttinger findet ihren Berufsalltag spannend und abwechslungsreich, aber sie sieht auch einen Nachteil: den Verdienst. Nach Angaben von Reich gibt es für die Branche keine tarifvertraglichen Regelungen. Die Ausbildungsvergütung ist von Bundesland zu Bundesland, und teilweise auch von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Laut Reich beträgt sie im Schnitt etwa 600 Euro brutto im ersten, rund 700 Euro im zweiten sowie 775 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Betriebe, die sich bei der Bezahlung an die Regelungen für die chemische Industrie anlehnen, zahlen laut Bundesagentur für Arbeit Bruttovergütungen von etwa 1000 Euro im ersten, 1065 Euro im zweiten sowie rund 1120 Euro im dritten Lehrjahr.

dpa

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