Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kommentare Kommentar zur Krankenhaus-Krise: Rettung mit Folgen
Mehr Meinung Kommentare Kommentar zur Krankenhaus-Krise: Rettung mit Folgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:08 20.06.2019
Tobias Mull, stellvertretender Redaktionsleiter der PAZ, kommentiert die Situation des Peiner Klinikums. Quelle: RND Collage
Peine

Die gute Nachricht für Peine: Mit den Millionenbeträgen aus Celle scheint das Peiner Klinikum als wichtiger Standortfaktor vorerst gerettet. Die schlechte Nachricht: Die Peiner könnten für die Rettung einen hohen Preis zahlen – nämlich von jeglichen Gesprächen über die Zukunft ihres eigenen Krankenhauses ausgeschlossen zu werden. Denn nichts anderes bedeuten die Worte des Celler Landrats Klaus Wiswe in seiner Funktion als AKH-Aufsichtsrats-Chef: Natürlich könne man mit dem Klinikum Braunschweig über das Klinikum Peine reden, aber das mache dann AKH und nicht der Landkreis Peine. Heißt: Wenn ihr uns nicht die Kohle gebt, dann geben wir euch auch keine Mitsprache, Bätschi.

Aus der Sicht der Celler ist das sogar nachvollziehbar – schließlich sind sie in die Bresche gesprungen, um nicht nur sich selbst, sondern auch das Peiner Haus zu retten. Nicht ganz uneigennützig zwar, denn wäre das Peiner Klinikum gefallen, dann hätte es auch das Celler Krankenhaus mitgerissen – aber der Fakt der Rettung bleibt. Und so befindet sich der Landkreis Peine nun in der schwierigen Situation, aus einer denkbar schwachen Position heraus mit AKH über die Zukunft des Hauses an der Virchowstraße verhandeln zu müssen.

Celles Landrat hat schon angedeutet, wo die Reise hingeht. Es wäre zu begrüßen, wenn sich der Landkreis Peine an dem Rettungspaket für sein Klinikum beteiligen würde, ließ er wissen. Heißt übersetzt: Zahlt, dann dürft ihr auch wieder mitreden. Hoffen wir, dass der Preis am Ende nicht zu hoch sein wird.

Von vonTobias Mull