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Fahrrad, Spiele, Streaming, Tiere: Die Krisengewinner 2020

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10:49 02.12.2020
Natürlich war das Corona-Jahr außergewöhnlich und für viele schlimm. Aber manchmal lohnt gerade dann ein Perspektivwechsel. So hat sich das Mobilitätsverhalten wegen der Corona-Krise geändert. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Berlin

Natürlich war das Corona-Jahr außergewöhnlich und für viele außergewöhnlich schlimm. Aber manchmal lohnt gerade in so einer Lage ein Perspektivwechsel. Es gab auch Krisengewinner und positive Aspekte im Jahr 2020 - eine Auswahl:

- FAHRRAD: Das Mobilitätsverhalten hat sich wegen der Corona-Krise geändert. Laut "Mobilitätsmonitor 2020", einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech, stieg der Anteil der Bürger, der täglich Fahrrad fährt, im Vergleich zum Vorjahr von 17 auf 22 Prozent. Gut für die Gesundheit, gut fürs Klima. Viele möchten laut dieser Studie auch nach der Krise öfter radeln.

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- WANDERN: In der Pandemie hat sich das Laufen durch die heimische Natur als Krisengewinner entpuppt. Schon seit etwa einem Jahrzehnt gibt es einen Wander-Boom. "Wandern als individuelle Natursportaktivität wird durch die Pandemie beflügelt", hieß es vom Deutschen Wanderverband (DWV). Ob das der deutsche Wald gut verträgt, sei dahingestellt: Viele sahen auch deutlich mehr Müll im Grünen.

- HOBBYS: Basteln, Nähen, Stricken, Malen, Kochen, Backen, Kleingärtnern und was noch so alles an Schönem im Privaten möglich ist, erlebte ein Comeback dank der Corona-Krise.

- TRAUTES HEIM: Baumärkte, Heimwerkergeschäfte und Gartencenter profitierten von der Krise, viele erledigten angesichts der Pandemie endlich Arbeiten am Zuhause. Das ist zwar nicht immer alles schön im Auge jedes Betrachters. Doch für Bastler dürfte es die Erfüllung gewesen sein.

- STREAMING: Kinos zu, viele Veranstaltungen abgesagt, da boomten das alte lineare Fernsehen und die globalen Streamingdienste. Gerade sie bilden eine neue Weltgemeinschaft im gemeinsamen Gucken, etwa bei Serien wie "Dark", "Barbaren", "The Crown" oder "Tiger King". Netflixzum Beispiel verkündete, die Horrorserie "Ratched" mit Sarah Paulson habe in ihren ersten vier Wochen 48 Millionen Zuschauer weltweit angelockt, der Schachwunderkind-Siebenteiler "Das Damengambit" mit Anya Taylor-Joy sogar 62 Millionen.

- BRETTSPIELE: Gesellschaftsspiele sind deutlich mehr nachgefragt. Die Hersteller profitieren. Spielen als Gemeinschaftserlebnis leiste einen wichtigen Beitrag in der Krisenzeit, weil es Menschen Freude bereite, wenn andere Unternehmungen wie etwa ein Urlaub ausfallen müssten, betont der Branchenverband Spieleverlage.

- GAMING: Corona hat dazu geführt, dass Gaming als Freizeitaktivität für viele noch bedeutsamer wurde. Schließlich gilt ja, in Zeiten der Pandemie möglichst soziale Distanz zu wahren. Außerdem verpassten die PlayStation 5 sowie die Xbox Series X der Branche gehörigen Aufwind.

- PIZZA: Essenslieferdienste - kurz oft Pizzataxis genannt - erlebten in der Corona-Zeit ein Hoch. Natürlich wurden auch Burger, Sushi und andere Essen von den Lieferdiensten gebracht. Außerdem: Jeder Bundesbürger isst inzwischen 13 Tiefkühlpizzen im Jahr, 2010 waren es zehn, 2000 nur fünf und 1990 erst drei. 50 Jahre alt wurde der Vorratsklassiker Tiefkühlpizza dieses Jahr in Deutschland.

- HAUSTIERE: Abstand halten und möglichst wenig Kontakt mit anderen Menschen: In der Pandemie kann Einsamkeit aufkommen, und da können Haustiere helfen. Das merkten Tierheime, die einen Anfrage-Boom erlebten und plötzlich auch schwer vermittelbare Hunde und Katzen loswurden. Die Tierbedarfskette Fressnapf rechnete fürs laufende Geschäftsjahr mit einem Rekordumsatz. Auch die Haustiere, die schon vor Corona da waren, profitierten - auch wenn nicht bei jeder Katze klar ist, ob sie es mag, dass ihre Menschen nun mehr zu Hause sind. Ständig Futterbetteln und mehr Fürsorge sind in jedem Fall toll.

- KUSCHELTIERE: Umfragen zufolge kuschelt rund die Hälfte aller Erwachsenen bis ins hohe Alter mit alten Stofftieren. 2020 war das vielleicht besonders nötig. Psychologen sehen in Teddy, Hund, Frosch, Schaf oder sonstwas aus Plüsch eine wichtige emotionale Stütze. Kuscheln - auch mit Stofftieren - kann das wichtige Hormon Oxytocin ausschütten. Kuscheltiere sind Lebens- und eben auch Krisenbegleiter - und dürften auch 2021 so manches Mal zum Einsatz kommen.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-542041/1

dpa