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10:57 01.02.2019
In der Modellvariante Evalia bietet der Nissan e-NV200 sieben Sitzplätze und sich damit als Familienauto an. Foto: Nissan
München

Schnelle Beschleunigung, keine Abgase: Elektroautos bieten gegenüber Autos mit Verbrennungsmotoren einige Vorteile.

Die Zahl der zugelassenen Stromer steigt, und das Angebot wächst: Nach bereits verfügbaren Modellen wie BMW i3, Jaguar I-Pace, Nissan Leaf, Renault Zoe, Smart Fortwo EQ, Tesla Model S und VW e-Golf kommen 2019 weitere Neuheiten auf den Markt. Dadurch nimmt die Bandbreite zu, und die Einsatzzwecke werden vielfältiger.

E-Autos für jede Kundengruppe

Das beobachtet Andreas Radics von der auf die Automobilindustrie spezialisierten Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors. "Mit Blick auf die bereits verfügbaren E-Autos und die Modelle, die für die nächsten Monate angekündigt sind, gibt es mittlerweile mehrere Fahrzeugmodelle für jede Kundengruppe." Die Bandbreite reiche vom Stadtflitzer bis zum vollwertigen SUV. Nur für Handelsreisende mit 1000 Kilometer oder mehr Fahrleistung am Tag fehle das passende Gefährt mit entsprechender Reichweite.

Ein Überblick über die angekündigten Neuheiten: Der e.Go Life der e.Go Mobile AG aus Aachen ist laut Radics für Flottenbetreiber eine Alternative zu konventionellen Kleinwagen. Mit neuen SUVs wie dem Audi e-tron, Kia Niro oder Mercedes EQC werden Fahrer bedient, die Wert auf viel Platz legen.

Gewerbetreibende und Handwerker können heute mit einem Nissan e-NV200 oder Streetscooter elektrisch zu ihren Kunden fahren. Mercedes und VW wollen 2019 ebenfalls Elektro-Transporter verkaufen.

Große Fortschritte in Reichweite und Ladeinfrastruktur

Neben Preis und Design sind bei der Auswahl eines E-Autos einige weitere Kriterien wichtig. Reichweite, verfügbare Ladeinfrastruktur sowie Ladegeschwindigkeit sind Schlüsselkriterien für den Erfolg der E-Autos allgemein, schildert Radics. Und in diesen Bereichen sieht er massive Fortschritte. Wichtig sei der Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich wie an Autobahnen.

Mit höheren Ladeleistungen von bis zu 150 Kilowatt (kW) könnte der Ladevorgang künftig deutlich kürzer sein als bisher. Zum Vergleich: Ladestationen für daheim (

Wallboxen) leisten laut ADAC je nach Auslegung zwischen 3,7 und 22 KW.

Die Reichweiten der Autos sind noch immer nicht uneingeschränkt alltagstauglich. Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE) rät, in Betracht kommende Fahrzeuge auf diesen Aspekt hin zu testen, weil die Angaben der Hersteller von der Realität abweichen können. Viele Modelle lassen sich mit unterschiedlich großen Batterien bestellen. Es gilt aber: Je höher die Reichweite, desto mehr kostet das Modell.

Kosten und Emissionen

Was nicht vergessen werden sollte: Auch Strom zu tanken, kostet. Mühlich sieht Fahrer im Vorteil, die günstig Strom zapfen können, etwa beim Arbeitgeber oder in der heimischen Garage, idealerweise aus regenerativen Energien.

E-Autos sind bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa in Wohngebieten, viel leiser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und sie produzieren beim Fahren keine Abgase. Sie sind lokal abgasfrei, heißt es dazu oft. Bei der Produktion der Fahrzeuge und der Stromerzeugung etwa fallen aber natürlich

Emissionen an. Im Fahrbetrieb wird nur durch den Bremsen- und Reifenabrieb Feinstaub produziert.

Trotz Umweltprämie kosten Elektroautos mehr als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die E-Auto-Förderung in Höhe von 4000 Euro für Fahrzeuge bis maximal 60.000 Euro gleiche das laut Mühlich nur teilweise aus. "Deshalb sollten Interessierte prüfen, ob das E-Auto überhaupt zu ihren Fahrgewohnheiten passt." Vor allem Langstreckenfahrer sollten sich überlegen, ob sie mit einem konventionellen Antrieb günstiger fahren.

dpa

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