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Lengede/Vechelde/Wendeburg Altstorch verunglückt: Storcheneier wurden evakuiert
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Altstorch verunglückt: Storcheneier wurden evakuiert
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17:11 06.05.2019
Das Storchengelege aus dem Nest in Duttenstedt wurde ins Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde gebracht. Quelle: Nabu Leiferde
Wendeburg/Duttenstedt

Ein umsichtiger Bürger meldete einen schwer verletzten Weißstorch. Den Altvogel konnte leider nicht mehr geholfen werden, aber vermutlich hat der Anrufer zumindest den Nachkommen das Leben gerettet: Das Gelege konnte ausfindig gemacht und die Eier zur Aufzucht ins Artenschutzzentrum gebracht werden.

Am Abend des 5. Mai erreichte den Bereitschaftshabenden des NABU-Artenschutzzentrums Joachim Neumann ein Anruf der Polizei Peine, die von einem Bürger aus Wendeburg eine Meldung über einen schwer verletzten Weißstorch erhalten hatte. Nach Rücksprache mit dem Finder machte sich der NABU-Mitarbeiter sofort auf den Weg, um dem verletzten Tier zur Hilfe zu kommen.

Storch war nicht zu retten

„Vor Ort bot sich jedoch ein erschreckendes Bild, und schnell war klar, dass dem Storch nicht mehr geholfen werden konnte. Beide Beine waren offen gebrochen, zudem wies der Storch eine stark blutende Wunde am rechten Oberschenkel auf“, berichtet Neumann, für den aufgrund der Schwere der Verletzungen und dem Fundort des Tieres nicht viele Ursachen in Betracht kommen.

Nach Unfall einfach liegen gelassen

„Beinbrüche ziehen sich Störche hin und wieder bei Leitungsanflügen zu. In diesem Fall lag der Storch aber mitten im Ort in einer Grundstückseinfahrt abseits jeglicher Überlandleitungen, so dass davon auszugehen ist, dass er auf der vorbeilaufenden Straße angefahren wurde“, erklärt Neumann. Besonders verärgert ist er über die Fundumstände: „Solche Unfälle sind natürlich immer tragisch. Fast ebenso schlimm finde ich aber, dass sich kein Unfallverursacher gemeldet hat und das schwer verletzte Tier sich selbst überlassen wurde.“

Männchen aus Duttenstedt

Da der Vogel beringt war, wurde sofort der Weißstorchbetreuer für den Landkreis Peine informiert, um zu überprüfen, ob das verunglückte Tier einem besetzten Horst in der näheren Umgebung zugeordnet werden konnte. Dieses standardisierte Vorgehen erwies sich einmal mehr als vermutlich lebensrettend: Anhand der Ringnummer konnte der Storch als Männchen des in Duttenstedt brütenden Paares identifiziert werden.

Eier im Brutkasten

Da ein Altvogel allein nicht in der Lage ist, das Brut- und Aufzuchtgeschäft erfolgreich zu meistern, wurden die Eier dem Nest entnommen und befinden sich nun im Brutkasten des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde. Für Neumann ist dies die beste Möglichkeit, die Situation noch halbwegs zu retten: „Das Ganze ist natürlich eine traurige Geschichte. Aber wenn von nun an alles gut läuft, können wir etwa Mitte Mai mit Nachwuchs rechnen, der dann von uns aufgezogen und später ausgewildert wird.“

Von Kerstin Wosnitza

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